Der Fall der ermordeten Berlinerin Franka L. wird immer komplexer. Im Juli 2025 wurde die Kosmetikerin in Italien getötet. Nun kommen immer mehr Hintergründe ans Licht und die Vorwürfe gegen ihren italienischen Lebensgefährten Emiliano M. verdichten sich. Nach Erkenntnissen der ermittelnden Staatsanwaltschaft in Florenz soll der 51-jährige Gastronom nicht nur den Mord an seiner Partnerin geplant haben, um eine millionenschwere Lebensversicherung zu kassieren. Die Ermittler vermuten zudem, dass er auch vorhatte, seine mutmaßliche Komplizin Simona H. zu töten.

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Simona H. kommt ebenfalls aus Deutschland. Sie soll Franka L. das Betäubungsmittel Benzodiazepin verabreicht und die Berlinerin anschließend zu einem Waldweg nahe San Godenzo in der Provinz Florenz gebracht haben, um sie dort mit einem Schlag auf den Kopf zu töten. Die Tatwaffe war ein Stein, der in unmittelbarer Nähe des Fundorts entdeckt worden war.

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Mordermittlungen: Emiliano M. wollte wohl weiter töten

Die Autopsie bestätigte, dass schwere Kopfverletzungen zum Tod der Frau geführt hatten. Ein Unfall – ein Sturz oder ein Zusammenstoß mit einem vorbeifahrenden Fahrzeug, wie zunächst angenommen – konnte ausgeschlossen werden. Als Drahtzieher des Mordes Franka L.s Lebensgefährte verdächtigt. Die beiden haben einen gemeinsamen Sohn, der zum Zeitpunkt des Mordes sechs Monate alt war.

Nun haben die Ermittler einen weiteren schlimmen Verdacht: Sie gehen davon aus, dass Emiliano M. plante, auch seine Komplizin Simona H. umzubringen. Diese sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Demnach befürchtete Emiliano M., sie könnte die Tat gestehen.

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Wie die Tageszeitung „La Nazione“ berichtet, wurden laut Staatsanwaltschaft Gespräche zwischen ihm und seiner 80-jährigen Mutter abgehört. Darin soll er vorgeschlagen haben, die Komplizin zu töten, um seine eigene Verantwortung zu vertuschen. Emiliano M. soll seine Mutter aufgefordert haben, ihm bei der Tötung zu helfen, um nicht ins Gefängnis zu müssen und so das Sorgerecht für seinen Sohn behalten zu können. „Mit 80 Jahren kommst du nicht ins Gefängnis!“, soll er gesagt haben.

Tatverdächtiger plante Flucht mit Sohn – Festnahme vereitelt Plan

Aus Furcht, die Ermittler könnten ihm den kleinen Sohn wegnehmen, plante er demnach bereits zuvor die Flucht mit seiner Mutter und dem Kind nach Kap Verde. Diesen Plan konnte er jedoch nicht umsetzen: Am Dienstag wurden er und seine mutmaßliche Komplizin festgenommen und kamen in Untersuchungshaft.

Die im Fall ermittelnde Staatsanwaltschaft in Florenz prüft aktuell zudem einen weiteren möglichen Todesfall im Umfeld des Tatverdächtigen. Der 51-jährigen Gastronomen soll womöglich auch für den Tod der peruanischen Pflegekraft seiner Mutter verantwortlich sein. Die 40-Jährige starb im Dezember 2024.

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Die Frau litt an einer Erkrankung der Blutplättchen, für die ihr ein größerer chirurgischer Eingriff in Aussicht gestellt worden war. Nach Ermittlungen soll Emiliano M. sie einige Monate vor ihrem Tod dazu „überredet“ haben, eine Lebensversicherung abzuschließen, um ihre Kinder in Peru abzusichern. Bei der Lebensversicherung galt er als Begünstigter.

Geld als Motiv: Ermittler werfen Emiliano M. Mord und Betrug vor

Auch Franka L. hatte eine Lebensversicherung in Millionenhöhe, die sie zugunsten des kleinen Sohnes und ihres Lebensgefährten Emiliano M. abgeschlossen hatte. Diese sollen bereits versucht haben, die Lebensversicherungen einzulösen – offenbar mithilfe seiner Komplizin Simona H.

Am Wochenende antwortete der Verdächtige über fünf Stunden dem Ermittlungsrichter und wies die Vorwürfe zurück. Emiliano M. wird nicht nur des Mordes, sondern auch der häuslichen Gewalt, des Betrugs und Versicherungsbetrugs beschuldigt. Auch seiner Mutter soll er heimlich ein Beruhigungsmittel verabreicht haben, sodass die Frau befürchtete, selbst getötet zu werden. Seinen kleinen Sohn soll er ebenfalls mit Psychopharmaka ruhiggestellt haben. Zudem ließ er das Kind mehrfach über längere Zeiträume allein zu Hause oder im Auto ohne Aufsicht, berichten die Ermittler.