Prinz Harry (41) ist am Montag zum Auftakt seiner Klage gegen den Verlag der Boulevardzeitung „Daily Mail“ am Gericht in London eingetroffen. Der 41-Jährige betrat das Gebäude mit einem Lächeln und winkte den zahlreichen Reportern zu. Der jüngere Sohn von König Charles III. (77) wirft den Journalisten vor, über Jahre mit illegalen Methoden gearbeitet zu haben, um Stoff für Schlagzeilen zu finden. Erwartet wird, dass Harry am Donnerstag selbst in den Zeugenstand tritt – ein ungewöhnlicher Vorgang für ein Mitglied der Königsfamilie. Der Verlag Associated Newspapers Limited (ANL) weist die Vorwürfe entschieden zurück. Weitere Prominente haben sich der Klage angeschlossen, darunter Popstar Elton John (78) und dessen Mann David Furnish (63).

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Sie werfen den Zeitungen „Daily Mail“ und „The Mail on Sunday“ vor, Privatdetektive damit beauftragt zu haben, ihre Telefonate abzuhören, ihre Autos und Wohnungen zu verwanzen und sich medizinische Informationen zu verschaffen, indem sie eine falsche Identität vorgaben. Die Vorwürfe der Kläger beziehen sich vornehmlich auf die Jahre 1993 bis 2011, einige Taten wurden laut den Kläger-Anwälten noch 2018 verübt. Das Medienhaus Associated Newspapers (ANL) will in dem auf neun Wochen angesetzten Prozess seine Unschuld beweisen.

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Die zentrale Frage sei, ob die Zeitungen „wirklich auf die in dieser Zeit verbreitete gesetzeswidrige Beschaffung von Informationen verzichteten“ oder ob sie in früheren Verfahren einfach nur nie ins Visier der Ermittler geraten seien, sagte der Medienrechtsexperte Mark Stephens der Nachrichtenagentur AFP.

Prinz Harry hatte Verleumdungsklage gegen „Mail on Sunday“ verloren

In einem weiteren Verfahren hatte Harry Associated Newspapers wegen Verleumdung verklagt. Dabei ging es um einen Bericht von 2022 über seinen Rechtsstreit mit der britischen Regierung über die Sicherheitsvorkehrungen von Harry und seiner Familie. Die „Mail on Sunday“ hatte darin nahegelegt, dass Prinz Harry versucht habe, den Rechtsstreit geheim zu halten. Das Verlagshaus argumentierte, dass der umstrittene Artikel eine „ehrliche Meinung“ geäußert habe. Der Herzog von Sussex verlor den ersten Teil des Verfahrens und wurde zur Zahlung von 48.000 Pfund an ANL verurteilt. Im Januar 2024 erklärte die „Mail on Sunday“, dass Harry seine Klage zurückgezogen habe.

Gegen die News Group Newspapers (NGN) sollte eigentlich im Januar vergangenen Jahres ein Prozess beginnen. Kurz zuvor einigte sich der Medienkonzern jedoch außergerichtlich mit Harry. In dem Fall ging es um Vorwürfe des Prinzen sowie des Labour-Abgeordneten Tom Watson, wonach „The Sun“ und „News of the World“ vor mehr als einem Jahrzehnt immer wieder Privatdetektive auf sie angesetzt hätten. Die News Group veröffentlichte schließlich eine „volle und eindeutige Entschuldigung“ für den „ernsten Eingriff“ der „Sun“ in das Privatleben von Harry und seiner Mutter Diana. Harrys Anwalt David Sherborne erklärte damals, NGN werde seinem Mandanten eine „erhebliche Entschädigung“ zahlen. Die Summe wurde nicht bekannt.

Das Londoner High Court kam im Dezember 2023 zu dem Schluss, dass Harrys Handy von Journalisten der Mirror Group Newspapers (MGN) gehackt wurde, der die Zeitungen „Mirror“, „Sunday Mirror“ und „Sunday People“ herausgibt. Der Richter befand damals, das 15 der 33 von Prinz Harry als Beweismittel vorgelegten Artikel auf gesetzeswidriger Informationsbeschaffung beruhten. Er sprach dem Prinzen 140.600 Pfund (nach damaligem Kurs rund 162.000 Euro) Schadenersatz zu.

DPA/AFP