Eine halbe Stunde lang unternahmen die Retter alles. Eine junge Frau war in Lübeck, Schleswig-Holstein, am vergangenen Freitagmorgen überfahren worden – der Fahrer, die Fahrerin, ließen sie am Unfallort zurück. Lediglich eine Meldung ging gegen 2.20 Uhr bei der Polizei ein. Ein Verkehrsteilnehmer habe eine lebensgefährlich verletzte Frau auf der Fahrbahn gefunden.

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Noch am Unfallort hatten Sanitäter mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen und die 23-Jährige schließlich in ein Krankenhaus gebracht – vergeblich, wie sich herausstellen sollte. Die junge Frau ist am Sonntag ihren Verletzungen erlegen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelten da längst. Verdacht auf fahrlässige Körperverletzung und unerlaubtes Entfernen vom Unfallort: Fahrerflucht.
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„Eine junge Frau hat ihr Leben verloren – ein Verlust, der kaum in Worte zu fassen ist“, teilte Bürgermeister Jan Lindenau unserer Redaktion mit. Der tragische Verkehrsunfall erschüttere ihn zutiefst. „Meine Gedanken und mein tiefes Mitgefühl gelten in diesen schweren Stunden den Angehörigen, Freunden und allen, die der Verstorbenen nahestanden“, erklärte Lindenau.
Spuren am Unfallort führten zum Verdächtigen
Mittlerweile lautet der Verdacht auf fahrlässige Tötung – und die Polizei hat einen Verdächtigen. Ein 31-Jähriger aus Lübeck soll die Frau überfahren haben, teilten die Ermittlungsbehörden am Mittwoch mit. Offenbar handelt es sich um denselben Mann, der am Freitagmorgen die Polizei über die verletzte Frau informiert hatte.
„Nach derzeitigen Erkenntnissen dürfte der Mann mutmaßlich selbst Unfallbeteiligter sein“, hieß es. Vernehmungen und Spurensuche am Unfallort hätten Hinweise ergeben, „dass der 31-jährige Melder selbst am Unfall beteiligt gewesen sein dürfte“, teilte die Polizei der Hansestadt unserer Redaktion mit. Weitere Details wollte sie mit dem Verweis auf laufende Ermittlungen nicht preisgeben.
Jan Lindenau: „Schnelle und lückenlose Aufklärung der Geschehnisse“
Bürgermeister Lindenau gab an, auf die laufenden Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zu vertrauen und im Sinne der Angehörigen auf eine schnelle und lückenlose Aufklärung der Geschehnisse zu hoffen. „Es ist wichtig, dass die offenen Fragen geklärt und Verantwortlichkeiten eindeutig festgestellt werden“, so der gebürtige Lübecker.
Derzeit werde noch geprüft, warum die Frau auf der Straße zu Fuß unterwegs war, wie ihre Verletzungen entstanden seien. Ein Gutachter und die Rechtsmedizin Lübeck seien mit den Untersuchungen beauftragt. Bis medizinische Klarheit besteht, wird aber noch Zeit ins Land gehen. Mit Untersuchungsergebnissen werde „in der nächsten Woche“ gerechnet, hieß es gegenüber dieser Redaktion.
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Große Anteilnahme in Lübeck
In der Stadt Lübeck sind Trauer und Anteilnahme am Schicksal der jungen Frau spürbar. Die „Lübecker Nachrichten“ schreiben von einem „Blumenmeer am Straßenrand“, Kerzen seien aufgestellt worden. Jemand habe das Lieblingsessen der 23-Jährigen zum Unfallort gebracht.
Auch an der Lübecker Polizei geht der Fall nicht spurlos vorbei. Speziell ausgebildete Beamte hätten ihren Kollegen Gesprächsangebote gemacht, hieß es von dort. Ob die Angebote in Anspruch genommen wurden, war nicht in Erfahrung zu bringen.
mit dpa











