Die AfD-Fraktion im Saalfelder Stadtrat sorgt sich um die Gesundheit der links-alternativen Jugendlichen, die sich in einem Haus am Saalfelder Schlossberg treffen. Auf dieses von der linken Szene selbst als Alternatives Kulturzentrum „Schlossberg“ bezeichnete Gebäude hatte es Mitte Januar 2026 einen Brandanschlag gegeben, die Redaktion berichte.
Verena Sigmund: „Das soll ein Kulturzentrum sein?!“
Die AfD-Fraktion begründet nun einen Fragenkatalog an das Saalfelder Rathaus mit ihren Sorgen nach dem Brandanschlag vom Januar und auch mit Blick auf die Feuerkatastrophe mit 41 getöteten Brandopfern im Schweizer Crans-Montana. Insbesondere wollte die AfD-Fraktion wissen, ob die Stadt Saalfeld Eigentümerin des „Schlossberg“ sei und die Stadt wegen des Gebäudes irgendwelche Kosten hätte oder dort in irgendeiner Weise eingebunden sei.
Saalfelds Bürgermeister Steffen Kania (CDU) verneinte all diese Fragen und erklärte überdies, Brandschutz-Kontrollen gehörten zum Aufgabenbereich des Landratsamtes Saalfeld-Rudolstadt. Wer der Gebäude-Eigentümer ist, wollte Kania mit Verweis auf Datenschutz-Rechte nicht sagen. AfD-Fraktionschefin Verena Sigmund insistierte: „Wir wollen wissen, wer der Besitzer ist!“ Im Weiteren nannte sie das Gebäude am Schlossberg „eine Bruchbude“ und fügte hinzu: „Das soll ein Kulturzentrum sein?!“
Steffen Lutz: „Sie versuchen, Jugendkultur zu diskreditieren.“
SPD-Grüne-Fraktionschef Steffen Lutz warf Verena Sigmund vor, „eine Hetzerei gegen Kultureinrichtungen“ zu betreiben, „die ihnen nicht passen“. Dass der AfD-Vorstoß nach dem „Brandanschlag aus rechtsgerichteten Motiven“ aus „Sorge“ erfolge, könne er nicht nachvollziehen. Die gestellten Fragen seien „fadenscheinig“. Lutz: „Sie versuchen, Jugendkultur zu diskreditieren.“

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Verena Sigmund entgegnete: „Wir sind um die Sicherheit der Jugendlichen in der Bruchbude besorgt.“ Ihre Fraktion-Kollegin Katja Nethel, die den Fragenkatalog ans Rathaus eingereicht hatte, erklärte: „Mir geht es nur um die Sicherheit.“ Sie erklärte: „Ich würde meine Kinder da nicht reinschicken.“ Zu den Hakenkreuzen, die in zeitlicher Nähe zu dem Brandanschlag in Saalfeld auftauchten, betonte Katja Nethel: „Wir haben nichts damit zu tun!“ Und weiter: „Hakenkreuze am Klubhaus fallen bei diesem Schandfleck gar nicht auf.“
Eirik Otto: „Die Ironie bleibt hier keinem verborgen.“
Hinsichtlich einer Sanierung des Klubhauses der Jugend erklärte der Bürgermeister: „Die Beschlüsse kommen ja bald. Wir werden dann ja sehen, wie Sie abstimmen.“ CDU-Fraktionschef Eirik Otto sagte, er finde es merkwürdig, wenn sich die AfD um die Sicherheit des Schlossberges sorge: „Die Ironie bleibt hier keinem verborgen.“ Otto: „Sie wissen doch, dass wir uns die Hosen nicht mit der Kneifzange anziehen.“ Die AfD habe etwas „gegen das Gebäude und die Menschen, die sich dort aufhalten“.
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Zum Abschluss der Debatte gab es noch diesen Wortwechsel: Verena Sigmund fragte: „Akzeptieren Sie denn nicht, dass wir uns Sorgen machen um die Jugendlichen da unten?“ Otto entgegnete: „Ich glaube es Ihnen einfach nicht.“





