Yosef (14) aus Dormagen soll nicht im Affekt getötet worden sein. Es geht wohl um eine geplante Tat. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Sicherheitskreisen. Tatverdächtig ist ein 12-Jähriger. Die beiden sollen sich zuvor gestritten haben. Der 12-Jährige soll sich gemobbt gefühlt haben. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Tat rassistisch motiviert gewesen sei, hieß es. Der getötete 14-Jährige Yosef stammt aus Eritrea.

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Der tatverdächtige 12-Jährige ist nach dpa-Informationen in der Obhut des Jugendamtes. Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) sagte, er sei zuvor offenbar nicht polizeilich auffällig geworden.
Etwas mehr als eine Woche nach dem Fund eines getöteten Jugendlichen bei Dormagen hat die Polizei einen Verdächtigen ermittelt. Das teilte die Polizei am Freitag (6. Februar) mit. Ein Sprecher erklärte auf Nachfrage, dies sei das Ergebnis umfangreicher polizeilicher Ermittlungen. Weitere Angaben zur Person des Verdächtigen mache man nicht.
Weitere Informationen zu dem 12 Jahre alten Tatverdächtigen gibt es nicht. Der Grund liege in der Strafunmündigkeit. Ist ein Tatverdächtiger jünger als 14 Jahre, gelte er rechtlich noch als „Kind“, erklärte ein Polizeisprecher. „Aus Gründen des Persönlichkeits- und Jugendschutzes geben wir keine weiteren Auskünfte zu der genannten Person“, sagte er.
Handydaten brachten Polizei auf Spur des tatverdächtigen Jungen
Eine Sprecherin der Kreispolizei Neuss erklärte am Freitagmittag (6.2.), der Verdächtige sei am Donnerstag festgenommen worden. Die Polizei sei ihm über Handydaten des Opfers auf die Spur gekommen.

Leiche an See bei Dormagen: 14-Jähriger wurde Opfer eines Gewaltverbrechens
Die Leiche des 14-Jährigen war am 28. Januar gegen 17 Uhr von einem Spaziergänger am Ufer des Waldsees am Rand des Dormagener Ortsteils Hackenbroich entdeckt worden. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass der Schüler Opfer eines Verbrechens geworden ist. Er erlitt Stich- und Schnittverletzungen, wie die Polizei in Neuss und die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft am Dienstagabend (3.2.) nach der Obduktion der Leiche mitteilten. Der 14-Jährige starb demnach an diesen Verletzungen. Die Beamten gingen daher von einem Tötungsdelikt aus und bildeten die Mordkommission „Waldsee“.
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Auf einer öffentlichen Trauerfeier auf einem Sportplatzgelände wurden am Freitag (6.2.) etwa 3000 Menschen erwartet, die dort gemeinsam dem getöteten Yosef gedenken wollten. Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld erklärte am Freitag in einem Statement, man wolle damit auch zeigen, „dass wir in dieser Stadt zusammenstehen“. Die schreckliche Tat mache ihn fassungslos, sagte Lierenfeld.: „Es lässt uns das Blut in den Adern gefrieren“. Es sei zudem zu befürchten, dass die Menschen „in unserer Stadt nachhaltig traumatisiert sind.“

Öffentliche Trauerfeier in Dormagen und Hilfskonto nach Tod des Jugendlichen
Nach dem gewaltsamen Tod des 14-jährigen Schülers zeigte sich eine enorme Anteilnahme der Dormagener Stadtgesellschaft, hieß es Tage zuvor in der Mitteilung der Stadt. Man wolle möglichst allen Menschen die Gelegenheit geben, Abschied zu nehmen.
Die Stadt habe zudem in Zusammenarbeit mit Schule und Vereinen ein Hilfskonto eingerichtet, um die Familie in dieser schweren Zeit finanziell zu unterstützen. Zudem sind zwei Kondolenzbücher ausgelegt. Eines liegt im Eingangsbereich des neuen Rathauses, das andere im Geschäftszimmer des FC Delhoven.
2000 Menschen bei Trauerzug für den getöteten Jugendlichen
Bereits am vergangenen Wochenende hatten nach Polizeiangaben rund 2000 Menschen an einem Trauerzug für den getöteten Jugendlichen teilgenommen.
Die Stadt Dormagen hatte sich zutiefst bestürzt gezeigt. Der 14-Jährige habe seit dem Jahr 2018 in Dormagen in einer städtischen Unterkunft gelebt. Er habe eine städtische Schule besucht und sei voll in die Stadtgesellschaft integriert gewesen. Der 14-Jährige sei völlig unbescholten gewesen, sagte Staatsanwältin Janne Jakobek. Er war im örtlichen Schützenverein und in einem örtlichen Fußballverein aktiv.
Fußballverein des Jugendlichen in Trauer
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Auch der Fußballverein des Jugendlichen hatte seine Trauer ausgedrückt: Der 14-Jährige sei ein äußerst beliebter Junge gewesen, „der nicht nur im Verein, sondern auch in der ganzen Dorfgemeinschaft hochgeschätzt wurde. Sein strahlendes Lächeln und sein außergewöhnlicher Teamgeist haben ihn zu einem wertvollen Mitglied in unserem Verein gemacht“, hieß es auf der Homepage.
(dpa/Red.)










