In vielen Ländern ist Prostatakrebs bei Männern die am häufigsten diagnostizierte Krebsart. Weltweit werden jährlich etwa 1,5 Millionen Diagnosen gestellt. Die Erkrankung gilt als „immun-kalt“. Das heißt, bisher wurde sie als resistent gegenüber Immuntherapien angesehen. Die Ergebnisse einer neuen Studie vom Institute of Cancer Research der Universität London könnten das ändern.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Demnach gibt die Immuntherapie VIR-5500 Hoffnung bei fortgeschrittenem Prostatakrebs: Bei einigen Patienten hat sie den Tumor schrumpfen lassen. Bei einer Immuntherapie wird das körpereigene Immunsystem genutzt, um Krankheiten zu bekämpfen. Das Medikament VIR-5500 ist ein sogenannter T-Zell-Engager, der die Killer-T-Zellen des Immunsystems mit Tumorzellen verbindet, die versuchen, sich der Immunabwehr zu entziehen.
Auch interessant
Prostatakrebs-Studie: „Könnte langfristig zu Heilungen führen“
„Wir glauben, dass solche Behandlungen langfristig zu Heilungen führen könnten“, sagt Prof. Johann de Bono, der die Studie leitete, laut „Guardian“. Ein besonderes Merkmal von VIR-5500 sei, dass das Medikament so entwickelt wurde, dass es nur innerhalb des Tumors aktiviert wird.
Ein Vorteil davon ist De Bono zufolge, dass die Nebenwirkungen für den Patienten dadurch reduziert werden. Andere T-Zell-Engager können hingegen schwere Entzündungsreaktionen auslösen. Außerdem bleibe VIR-5500 länger im Blutkreislauf, sodass der Patient möglicherweise weniger Dosen des Medikaments benötige.
Tumore bildeten sich in Hälfte der Fälle zurück
In der Phase-1-Studie erhielten 58 Männer mit fortgeschrittenem Prostatakrebs, die auf andere Behandlungen nicht mehr ansprachen, das Medikament. Die Mehrheit der Patienten (88 Prozent) berichtete von nur sehr leichten Nebenwirkungen.
Lesen Sie auch
Die Wissenschaftler untersuchten außerdem die PSA-Werte, das ist das Prostata-spezifische Antigen im Blut der Patienten. Ein erhöhter Wert kann auf Prostataprobleme hinweisen. De Bono berichtet, dass von 17 Männern, die die höchste Dosis erhielten, bei 14 von ihnen die PSA-Werte zurückgingen. Bei neun Patienten sank der Wert um mindestens 90 Prozent; bei fünf sogar um mindestens 99 Prozent.
Auch bei Patienten, die bereits einen messbaren Tumor ausgebildet hatten, zeigten sich Erfolge. Elf von ihnen bekamen die Höchstdosis des Medikaments verabreicht: Bei fünf schrumpfte der Tumor durch die Immuntherapie.
1,5 Millionen Männer jährlich diagnostiziert
De Bono erklärte, dass weitere klinische Studien geplant seien. „Wir benötigen zwar noch mehr Daten, aber die Ergebnisse sind verblüffend“, sagt er. Die Ergebnisse wurden noch nicht von Fachkollegen begutachtet, aber Experten bezeichneten die Ergebnisse aus dieser frühen Studien-Phase dem „Guardian“ zufolge als vielversprechend.









