Archäologen der Universität Haifa haben bei Ausgrabungen in der antiken Stadt Hippos ein außergewöhnliches Artefakt entdeckt. Es handelt sich um eine Schleuderkugel, die als typische Verteidigungsmunition vor etwa 2000 Jahren diente und in vergleichbarer Form bereits an anderen Fundorten nachgewiesen wurde. Besonderes Augenmerk gilt jedoch der eingravierten Inschrift, die offenbar direkt an die Gegner gerichtet war.
Archäologie: Antike Munition enthält düstere Botschaft an die Feinde
Ähnliche Schleuderprojektile, häufig auch als Schleudersteine bezeichnet, wurden an zahlreichen Fundorten entdeckt, die in die hellenistische Epoche datieren, insbesondere in das 2. Jahrhundert vor Christus. Die Mehrzahl dieser Objekte weist einfache Markierungen auf, etwa in Form von Dreizacken, Blitzen oder Skorpion-Darstellungen. Das hier entdeckte Artefakt ist eine Besonderheit: Es ist das bislang erste bekannte Schleuderprojektil, das mit der expliziten Botschaft „Lerne“ an den Gegner versehen wurde.
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Das zitronenförmige Geschoss besteht aus Blei und misst etwa 3,2 Zentimeter in der Länge. Sein Gewicht wird von den Wissenschaftlern auf ungefähr 45 Gramm geschätzt. Auf einer Seite des in Hippos gefundenen Projektils sind die griechischen Buchstaben ΜΑΘΟΥ eingraviert. Die Autoren der aktuellen Studie deuten diese Inschrift als eine Form des griechischen Verbs „mathaíno“ im Sinne von „lernen“. Darüber hinaus wird angenommen, dass es sich um eine Form des Imperativs handelt, die sinngemäß mit „Lerne deine Lektion“ wiedergegeben werden kann.
Kostengünstige und effektive Munition
Schleuderprojektile, auch als Schleudersteine bezeichnet, waren eine äußerst wirkungsvolle Waffe zur Verteidigung antiker Städte. Ihre Herstellung aus Stein oder Blei war sowohl kostengünstig als auch wenig zeitaufwendig. Geübte Schützen waren in der Lage, die Geschosse mit einer Schleuder über Distanzen von bis zu 300 Metern zu stoßen und beim Gegner erhebliche Verletzungen zu verursachen.
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Bei den archäologischen Untersuchungen im Umfeld von Hippos konnten insgesamt 69 Bleigeschosse geborgen werden. Ein Teil dieser Funde ist mit Darstellungen von Skorpionen oder Blitzen versehen. Das aktuelle Exemplar ist jedoch das erste bekannte Stück mit einer Inschrift, wie in der entsprechenden Studie hervorgehoben wird. Die Forscher gehen davon aus, dass derartige Schleudergeschosse in mehreren militärischen Auseinandersetzungen in dieser Region verwendet wurden.
Hippos mit spektakulären Funden und langer Geschichte
Der Fundort Hippos ist eine bedeutende antike Stadt, die auf einem markanten Plateau oberhalb des Ostufers des Sees Genezareth gelegen ist. Seit dem Jahr 2023 ist das Gebiet trotz fortlaufender archäologischer Untersuchungen für Besucher zugänglich. Bereits in der Vergangenheit haben Archäologen durch außergewöhnliche Funde auf die Bedeutung des Ortes hingewiesen. So erregte im September 2025 insbesondere die Entdeckung eines Hortfundes von etwa 100 byzantinischen Goldmünzen Aufmerksamkeit. Es wird angenommen, dass ein wohlhabender Einwohner diesen Schatz während der persischen Invasion um das Jahr 614 n. Chr. verborgen hatte.
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Hippos gehörte zu einem Zusammenschluss von zehn antiken Städten, der unter der Bezeichnung Dekapolis bekannt ist. In der christlichen Überlieferung wird zudem häufig die Vermutung geäußert, dass Jesus in der Bergpredigt mit der Formulierung von der „Stadt auf dem Berg“ auf Hippos angespielt haben könnte, da die Stadt von der gegenüberliegenden Seite des Sees aus besonders bei Nacht weithin sichtbar und hell erleuchtet war.







