Am Sonntagabend schippert Collien Fernandes in der Fernsehsendung „Das Traumschiff“ wieder über die Weltmeere. In der beliebten ZDF-Reihe ist sie als Schiffsärztin Jessica Delgado zu sehen und trifft in der neuesten Folge auf einen mystischen Elf, der ihr den Weg weist als sie sich im Wald verirrt. Im realen Leben hingegen spricht derzeit alle Welt über ihre Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen.

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Viele Jahre galten Collien Fernandes und Christian Ulmen als ein Traumpaar der deutschen Filmszene. 14 Jahre waren sie verheiratet, 2023 wanderten sie gemeinsam nach Mallorca aus, 2025 kam die Trennung. Doch im März dieses Jahres erhob Fernandes öffentlich schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann. In einem Instagram-Post der Schauspielerin ist die Rede von digitaler, sexualisierter Gewalt und Identitätsmissbrauch.
„Das ganze Spiel wurde über 10 Jahre lang durchgezogen“, schreibt sie. Ihr Ex-Mann habe über lange Zeit Fake-Profile von ihr erstellt, um damit Männer zu kontaktieren, in ihrem Namen gefälschte Nacktfotos zu verschicken und sich unter anderem zu Telefonsex zu verabreden. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet, die Anwälte der Schauspielerin hätten einen 40-seitigen Schriftsatz beim Bezirksgericht in Palma de Mallorca eingereicht, die Ermittlungen seien eingeleitet worden. Ulmens Anwalt teilte dazu vergangene Woche mit, dass das Verfahren in Spanien zunächst ausgesetzt sei. Gegenüber mehreren Medien teilte die zuständige Ermittlungsrichterin in Palma de Mallorca mit, dass zunächst noch entschieden werden müsse, ob Ermittlungen in Spanien oder Deutschland durchgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt wegen des Vorwurfs der Nachstellung. Ulmen bestreitet die Anschuldigungen, es gilt die Unschuldsvermutung.
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Christian Ulmen geht juristisch gegen den „Spiegel“ vor
Der Schauspieler Christian Ulmen hat inzwischen rechtliche Schritte eingeleitet. Ulmens Rechtsanwalt habe einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den Verlag des Magazins „Der Spiegel“ eingereicht, teilte das Landgericht Hamburg vergangenen Mittwoch mit. Wann darüber entschieden werde, sei noch nicht abzusehen. Laut Landgericht wurde dem „Spiegel“ mit einer Frist die Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
Mittlerweile ziehen aber erste Fernsehsender Konsequenzen. ProSieben-Sprecher Christoph Körfer teilte mit: „Aufgrund der aktuellen Situation hat Joyn am Donnerstag die mit mehreren Fernsehpreisen ausgezeichnete Serie ‚Jerks‘, in der Collien Fernandes und Christian Ulmen ein geschiedenes Ehepaar spielen, offline genommen. Unabhängig davon gilt eine wichtige Säule des Rechtsstaatsprinzips: die Unschuldsvermutung.“ Auch die Shop-Apotheke, für die Fernandes und Ulmen als Werbegesichter fungierten, reagierte prompt. Auf eine Anfrage von „RTL“ heißt es: „Aus gegebenem Anlass werden wir die Werbung mit den betroffenen Personen vorerst aussetzen.“
Fake-Profil verschickte Vergewaltigungs-Fantasien
Fernandes erklärt, sie habe von dem Identitätsdiebstahl eher durch Zufall erfahren: „Erst vor einigen Jahren erlangte ich Kenntnis von all dem, durch ein Mittagessen mit einem Produzenten, der mich auf ‚unsere‘ Konversation ansprach.“ Mit 30 Männern habe es intensive, teilweise jahrelange Online-Affären gegeben. Eines der Fake-Profile „schickte den Männern eine erotische Geschichte, in der ich von 21 Männern vergewaltigt werde“, schreibt Fernandes.
Schon seit Jahren seien gefälschte Aufnahmen, die Fernandes zum Teil nackt zeigen sollen, im Umlauf. Vor einiger Zeit ging die Schauspielerin mit dem Thema an die Öffentlichkeit, machte sich in einer ZDF-Dokumentation auf die Suche nach den Hintermännern. „‚Die Jagd nach den Tätern‘ nannten wir den ersten Teil, für den ich weit umher reiste“, schreibt Fernandes auf Instagram. „Doch das wäre gar nicht nötig gewesen, denn der Täter war (wie ich jetzt weiß) die ganze Zeit über ziemlich nah. Sein Name: Christian Ulmen.“ Nur aufgrund ihrer Anzeige gegen Unbekannt habe Ulmen plötzlich alles gestanden, so Fernandes, und ihr gesagt: „Die Degradierung habe ihm Lust bereitet. Es habe ihn geil gemacht, mich jahrelang zu erniedrigen.“
Wie kommt es zu Gewalt in Partnerschaften?
Fernandes und Ulmen: Hier lernten sie sich kennen
Fernandes und Ulmen lernten sich 2010 bei den Dreharbeiten zur Miniserie „Snobs – Sie können auch ohne Dich“ kennen und lieben. Die Viva-Moderatorin und der Comedian gaben sich 2011 das Ja-Wort, 2012 kam die gemeinsame Tochter zur Welt. Sie traten gemeinsam in Serien und Werbespots auf, wirkten nach außen hin harmonisch.
In einem Interview mit dieser Redaktion erklärte Ulmen 2014 noch: „Ich sehe mich komplett als der Typ Mann, den sich der Feminismus immer gewünscht hat.“ Fernandes schließt ihren Post auf Instagram mit den Worten: „Sexualisierte Gewalt ist kein über der Realität schwebender Diskurs. Sie ist bittere und knallharte Realität, findet tagtäglich unter uns, sogar in den eigenen Schutzräumen statt!“
mit afp
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde ein falscher Zusammenhang zwischen Deepfake-Pornos und der Anzeige gegen Christian Ulmen suggeriert. Wir haben den Artikel entsprechend korrigiert.
Zur Berichterstattung im Fall Fernandes
Gegen Christian Ulmen stehen schwere Vorwürfe im Raum. Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes hat Ulmen in Spanien angezeigt, wegen mutmaßlicher Vortäuschung einer Identität, Verletzung von Geheimnissen, Beleidigung mit öffentlicher Verbreitung, fortgesetzter Misshandlung und schwerer Bedrohung. Um die Erstellung von Deepfake-Pornos ging es dabei ausdrücklich nicht. Die spanische Justiz hat die Strafanzeige von Collien Fernandes an Deutschland abgegeben. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt derweil wegen Vorwürfen häuslicher Gewalt gegen Christian Ulmen.
Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Der Schauspieler weist die Vorwürfe zurück. Das Landgericht Hamburg hat Anfang Mai einen Großteil der im März erschienenen „Spiegel“-Berichterstattung für zulässig erklärt. Fernandes hatte darin die Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann öffentlich gemacht. Im Juni urteilte auch das Hanseatische Oberlandesgericht, der „Spiegel“ dürfe weiter über die Gewaltvorwürfe berichten.






