Forscher haben in Höhlen in Kambodscha gleich mehrere neue Tierarten entdeckt. Darunter ist eine leuchtend-türkisfarbene Grubenotter, die noch so neu ist, dass sie noch nicht mal einen Namen hat. Zu den neuen Arten gehören auch Geckos und Schnecken. Die Tiere leben gut versteckt vor neugierigen Blicken in den Kalksteinhöhlen des Landes. Und trotzdem sind sie schon jetzt bedroht.

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Die Funde stammen aus der Provinz Battambang im Nordwesten Kambodschas. Dort haben Teams der Naturschutzorganisation Fauna & Flora gemeinsam mit dem Umweltministerium und internationalen Experten insgesamt 64 Höhlen untersucht. Dafür haben sie zwei Jahre investiert und erstaunliche Entdeckungen gemacht.
Neue Tierarten im Fokus: Forscher entdecken Viper und Mikro-Schnecken
Zu den vollkommen neuen Arten gehören auch eine auffällige Viper und einige Mikro-Schnecken sowie Tausendfüßer. Gesichtet wurden auch bekannte, aber gefährdete Tiere wie das Sunda-Pangolin, grüne Pfauen und verschiedene Affenarten.
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Für die Forschung waren die erstmals in den kambodschanischen Höhlen gesichteten Tiere bislang unbekannt. Einige der entdeckten Tiere werden aktuell noch offiziell beschrieben und benannt. Und: Die nun bekannt gegebenen Arten sind womöglich noch längst nicht alle.
Das untersuchte Gebiet ist ein sogenanntes Karstgebiet. Es besteht aus einem zerklüfteten System aus Felsen, Höhlen, unterirdischen Flüssen und Einsturztrichtern. Viele Bereiche sind nur schwer oder gar nicht zugänglich. Folglich leben Tiere und Pflanzen dort zum Teil sehr isoliert und unentdeckt von der Menschheit. Und auch die Höhlen entsprechen eigenen kleinen Welten, isolierten Mini-Universen.
Kalksteinhöhlen in Kambodscha: Zementabbau bedroht neue Tierarten

Der Evolutionsbiologe Lee Grismer sagte CNN: „Die Natur führt hier immer wieder das gleiche Experiment durch, nur unter leicht veränderten Bedingungen. Das Ergebnis sind Arten, die sich ähneln, aber trotzdem ganz unterschiedlich entwickeln.“
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Obwohl diese Arten für die Menschen ganz neu sind, sind sie schon jetzt durch eben diesen Menschen bedroht. Die Lebensräume dieser Tiere, die Kalksteinhöhlen, sind massiv in Gefahr. Denn Kalkstein ist ein wichtiger Rohstoff für die Zementproduktion, weshalb die kambodschanischen Karstgebiete zunehmend unter Druck geraten. Zusätzlich negative Einflüsse auf das Gebiet haben zudem der unkontrollierte Tourismus, Abholzung, Wilderei und Waldbrände.
Neue Arten drohen durch Lebensraumzerstörung ungesehen auszusterben
Die Konsequenz könnte sein, dass die gerade erst entdeckten Tierarten ausgestorben sind, bevor man sie so richtig erforscht hat. Forschungsleiter Pablo Sinovas formuliert es so: „Wenn ein Lebensraum zerstört wird, verschwinden automatisch auch die Arten darin.“ Da noch längst nicht alle Höhlen und engen Spalten besichtigt und untersucht wurden, sind sich die Wissenschaftler sicher, dass dort noch weit mehr neue Arten zu finden sind.
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Jedes Jahr werden etwa 18.000 neue Arten weltweit entdeckt. Die allermeisten Vertreter gehören zu den Insekten, Wirbellosen und Pflanzen. Deutlich seltener werden etwa neue Säugetiere und Vögel gefunden.
Auch im vergangenen Jahr wurden wieder erstaunliche Entdeckungen gemacht, wie etwa den Brachycephalus-Frosch, der im brasilianischen Dschungel lebt. Er ist leuchtend orange und gerade einmal 14 Millimeter groß.







