Zusammenfassung
- Buckelwal „Timmy“ steckte vor der Insel Poel fest, Ende April wurde er in die Nordsee freigelassen.
- Ein angebrachter Peilsender sendet jedoch keine Signale – Experten gehen davon aus, dass das Tier nicht mehr lebt.
- Nun bestätigten deutsche und dänische Behörden: Der Buckelwal ist vor Anholt gestorben.
- Der Tod des Wals ist für viele Meeresbewohner ein Segen, da er als jahrelang währende Nahrungsquelle dient.
Nun ist es Gewissheit: Der vor zwei Wochen in der Nordsee freigelassene Buckelwal ist tot. Bis zuletzt hatten Menschen gehofft, dass das Tier überleben würde. Doch nun bestätigten deutsche und dänische Behörden, dass es sich bei dem vor dänischen Insel Anholt angespülten Meeressäuger um „Timmy“ beziehungsweise „Hope“ handelt.

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Die Anteilnahme an der Freisetzung des Wals war groß, und wohl auch die Anteilnahme nach seinem Ableben dürfte groß werden. Doch könnte es für alle Trauernden ein Trost sein, dass der Tod von „Timmy“ auch etwas Gutes mit sich bringt.
Denn es klingt makaber, aber für unzählige kleine und große Meeresbewohner ist diese Entwicklung ein Segen. Durch einen Walsturz, wie Meeresbiologen den Tod der riesigen Meeressäuger bezeichnen, erhalten andere Lebewesen eine auf Jahre währende Nahrungsquelle.
Der Kadaver des toten Wals sinkt nach dessen Ableben auf den Meeresboden. Dort durchlebt er verschiedene Stadien der Zersetzung, die zeitgleich auch verschiedenen Meeresbewohnern als Futterreservoir dienen, beschreibt die Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) auf ihrer Webseite. Mehr noch: Der Walsturz ist ein unabdingbares Element in der Nahrungskette.
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Walsturz: Haie, Krabben und Oktopusse kommen auf ihre Kosten
Demnach kommen zunächst Aasfresser, darunter Haie und Krabben, auf ihre Kosten. „Organische Fragmente, der sogenannte Detritus, reichern die umliegenden Sedimente über ein Jahr lang an“, schreiben die Experten. In den kommenden Jahren, oft sogar Jahrzehnten, nutzen Meeresbewohner das Walskelett als Lebensraum. Wirbellose Tiere wie Oktopusse, Schnecken und Würmer entdecken den Kadaver als neues „Zuhause“.
„Mikroorganismen ernähren sich von der Energie, die bei diesen chemischen Reaktionen freigesetzt wird, und bilden die Grundlage von Ökosystemen, solange diese Nahrungsquelle vorhanden ist“, schreiben die Experten von NOAA. Durch den Walsturz bilde sich in der Tiefsee ein neues Nahrungsnetz, „das Energie für ein- und mehrzellige Organismen sowie Schwämme liefert“. Wenn man so will, gibt der mächtige Meeresbewohner nach seinem Tod also dem Ökosystem in den Tiefen der Meere einiges zurück.
Tod in der Ostsee: Walkadaver sollte zu Biodiesel verarbeitet werden
Dass „Timmy“ dieses naturgegebene, natürliche Schicksal ereilt, war lange Zeit höchst fraglich. Als das Tier noch in der Ostsee zu verenden drohte, war einem „Focus“-Bericht zufolge noch geplant, den Kadaver des Meeresgiganten zu Biodiesel zu verarbeiten. So sollte das Unternehmen „SecAnim“ vom Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern mit der Beseitigung des dann toten Tieres beauftragt worden sein.
Zuerst sollte das Skelett entnommen, anschließend der Walkörper weitestgehend zerlegt und für den Abtransport bereit gemacht werden, informierte das Unternehmen. Von Wismar aus sollte der Wal dann ins etwa 130 Kilometer weit entfernte Malchin gebracht. Dort wären die Einzelteile des Kadavers dann weiterverarbeitet zu CO₂-neutralem Brennstoff für Kraftwerke oder hochwertigem Biodiesel.
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An dem Skelett des Meeressäugers hatte laut „Stern“ wiederum die Universität Rostock Interesse angemeldet. Doch so weit kam es gar nicht: Das Tier wurde in einer kostenintensiven Rettungsaktion von der Ostsee aus per Barge in die Nordsee transportiert und dort freigelassen. Ob der schwer kranke Wal überhaupt selbstständig überlebensfähig sein würde, wurde von Experten zuletzt immer wieder angezweifelt.
„Timmy“ ist tot: Wie geht es mit dem Kadaver weiter?
Von der dänischen Naturschutzbehörde hieß es zuvor, es gebe momentan keine Pläne, den Wal-Kadaver zu entfernen. Da er weit vom Strand entfernt liege, störe er niemanden, meinte Behördenvertreter Morten Abildstrøm und fügte hinzu, dass sich derzeit mehrere Dutzend Möwen an dem toten Tier satt äßen. Zahlreiche Möwen tummelten sich seit der Strandung am Donnerstag um das Tier und pickten an dem etwa 75 Meter vor dem Strand liegenden Kadaver herum.
mit dpa






