Der Fund einer neu entdeckten Münze stellt nach Einschätzung der Autoren einer aktuellen Studie, über die „LiveScience“ berichtet, einen bedeutenden Beleg für die historische Überlieferung einer spanischen Kolonie dar, die vor mehr als 400 Jahren in der Nähe der Magellanstraße gegründet wurde. Besondere Bedeutung kommt dabei der Beschreibung einer historischen Zeremonie zu, die Hinweise auf den genauen Fundort der wertvollen Silbermünze lieferte.

Silbermünze als Beweis für die Existenz einer Kolonie

Nach Angaben der leitenden Forscherin Soledad González Díaz, die als Historikerin an der Universidad Bernardo O‘Higgins in Santiago tätig ist, stellt die entdeckte Münze einen seltenen und besonders aussagekräftigen Berührungspunkt zwischen schriftlicher Überlieferung und archäologischen Untersuchungen dar. Sie wurde im März im Zuge archäologischer Untersuchungen an der Fundstätte Ciudad del Rey Don Felipe entdeckt, einer aufgegebenen spanischen Kolonie an der Nordseite der Magellanstraße.

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Bei dem Fund handelt es sich um eine Silbermünze aus dem 16. Jahrhundert, die als „Real de a ocho“ bezeichnet wird und in zeitgenössischen Kontexten, insbesondere in der Seefahrt, auch als „Stück von acht“ bekannt war. Die Lokalisierung der Münze gelang auf Grundlage historischer Beschreibungen einer Gründungszeremonie, wie sie für spanische Kolonien in der Neuen Welt typisch war. In den Aufzeichnungen des spanischen Seefahrers Pedro Sarmiento de Gamboa wird geschildert, dass die Münze auf einem Stein niedergelegt wurde, der sich unterhalb der örtlichen Kirche befand, wodurch sich der Fundort präzise eingrenzen ließ.

Münze dient als Grundlage weiterer Untersuchungen

Ausgehend vom Fundort der Münze, an dem sich einst eine Kirche befand, ist es den Forschern gelungen, unter Einbeziehung historischer Kartografien die Struktur der Kolonie teilweise zu rekonstruieren. Der identifizierte Standort ermöglicht ein verbessertes Verständnis der räumlichen Anordnung der Siedlung aus dem 16. Jahrhundert, da sich von der Position der Kirche aus Rückschlüsse auf die Lage weiterer Gebäude ziehen lassen.

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Nach Angaben der Wissenschaftler gegenüber „Live Science“ existieren Hinweise auf einfache Behausungen, sakrale Bauten sowie Verteidigungsanlagen in Form von Palisaden. Diese Indizien sind bislang jedoch nicht eindeutig und bedürfen einer weiteren archäologischen Verifizierung.

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Weiterhin konnten die Archäologen feststellen, dass das Gebiet der Kolonie bereits zuvor von indigenen Bevölkerungsgruppen genutzt worden war. Dies dürfte ein wesentlicher Faktor bei der Standortwahl gewesen sein, da man sich von den vorhandenen Ressourcen günstige Lebensbedingungen versprach. Die historische Entwicklung zeigt jedoch, dass sich diese Erwartungen nicht erfüllten.

Münzen aus der Neuen Welt
Münzen aus der Neuen Welt© mauritius images / Alamy Stock Photos / Robert Kawka | Alamy Stock Photos / Robert Kawka

Kolonie war dem Untergang geweiht

Die Kolonie Ciudad del Rey Don Felipe, benannt nach dem spanischen König Philipp II., sollte der strategischen Kontrolle der Magellanstraße dienen, die im Jahr 1520 von dem portugiesischen Seefahrer Ferdinand Magellan erschlossen worden war und damals als einzige bekannte Passage in den Pazifik galt.

Die Ansiedlung von rund 350 Menschen erwies sich jedoch als folgenschwerer Fehlschlag. Innerhalb weniger Jahre kam ein Großteil der Bewohner infolge von Hunger und Kälte ums Leben, nicht zuletzt aufgrund erheblicher Versorgungsprobleme. Mehrere Versorgungsschiffe erreichten die Kolonie nicht, da sie auf dem Weg durch schwere Stürme zerstört wurden.

Als englische Seefahrer im Jahr 1587 die Siedlung erreichten, fanden sie diese weitgehend zerstört vor. Die Kolonie war größtenteils verlassen und es gab nur wenige Überlebende.