Italien macht sich Sorgen um die Sicherheit seiner Kunstschätze. Das Kolosseum in Rom, Italiens Wahrzeichen, ist ins Visier von Hackern geraten. Das Online-Ticketsystem des meistbesuchten italienischen Monuments ist nach Angaben der Betreiber in jüngster Zeit mehrfach Ziel von Cyberangriffen geworden. So wurde das Online-Ticketingsystem etwa am 21. Februar zwischen 5 und 9 Uhr durch einen Cyberangriff lahmgelegt, wodurch die Plattform für den Kartenverkauf zeitweise nicht erreichbar war. Infolge der Attacken hatten viele Besucher Schwierigkeiten, Eintrittskarten für das Kolosseum über die offiziellen Kanäle zu erwerben und sahen sich gezwungen, auf alternative Plattformen auszuweichen, die Tickets zu deutlich höheren Preisen weiterverkaufen.

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Mehrfach wurde das Websystem durch sogenannte DDoS-Angriffe außer Betrieb gesetzt. Ziel solcher Angriffe ist es nicht, Daten zu stehlen, sondern Systeme durch massenhafte Anfragen zu überlasten. Der Direktor des Archäologischen Parks des Kolosseums, Simone Quilici, hat jetzt Anzeige bei der Polizei erstattet. Das Kolosseum in Rom gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Welt. Zusammen mit dem Archäologischen Park Kolosseum-Forum Romanum-Palatin meldet der Komplex jedes Jahr bis zu 15 Millionen Besucher. 

Cyberkriminelle nehmen italienische Infrastruktur ins Visier

Cyberangriffe auf Kulturinstitutionen sind keine Neuheit in Rom. So wurde etwa die Università La Sapienza Anfang Februar Opfer der Ransomware „BabLock“, bei der Daten verschlüsselt und Lösegeldforderungen gestellt wurden. Das Internetsystem der prestigereichen römischen Universität funktionierte wegen des Angriffes tagelang nicht. Die Ereignisse reihen sich in eine Serie von Cyberangriffen auf römische Institutionen ein, darunter auch Attacken auf die Stadtverwaltung, den Energieversorger Acea sowie Unternehmen wie die Bahngesellschaft Trenitalia. In Reaktion darauf haben mehrere Institutionen ihre IT-Sicherheitsstrukturen verstärkt und eigene Cybersecurity-Einheiten aufgebaut.

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Erst vor wenigen Tagen war ein Hackerangriff auf die Uffizien in Florenz bekannt geworden. Unbekannte Täter drangen offenbar monatelang in die IT-Systeme des Museums ein, stahlen sensible Daten und forderten anschließend Lösegeld. Über eine Sicherheitslücke in einer veralteten Software für die Bildverwaltung gelangten die Kriminellen ins Netzwerk und bewegten sich dort unbemerkt weiter. Als Vorsichtsmaßnahme wurden die wertvollsten Stücke aus der Schatzkammer der Großherzöge im Palazzo Pitti in die Zentralbank in Sicherheit gebracht. Zudem wurden einige Türen und Notausgänge versiegelt.

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Viele staatliche Einrichtungen arbeiten heute enger mit nationalen IT-Sicherheitsstrukturen zusammen. Diese koordinieren Prävention, Monitoring und Reaktion auf Cyberangriffe. So haben die Kulturinstitutionen konkrete Notfallpläne wie eine schnelle Abschaltung kompromittierter Backup-Systeme für Ticketverkauf und Besuchersteuerung und eine Kooperation mit Polizei und Postpolizei bei Angriffen entwickelt.