Schreckmomente vor der Küste des süditalienischen Adria-Urlaubsortes Gallipoli: Drei Sportangler haben am Wochenende auf der Adria eine unliebsame Begegnung mit einem Hai gemacht. Ihr Motorboot wurde von einem ausgewachsenen Kurzflossen-Makohai gerammt. Der Vorfall ereignete sich am Samstag rund fünf Seemeilen vor der Küste im Urlaubsgebiet Salento. Ein Video der Szene verbreitete sich rasch in sozialen Netzwerken. Nach ersten Erkenntnissen steuerte das Tier gezielt auf den Bug des Bootes zu. Möglicherweise wurde es vom Motorlärm angelockt oder durch die Farbe des Rumpfes irritiert. Zudem soll der Hai eine sichtbare Verletzung am Rücken gehabt haben.

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Der 57-jährige Zahntechniker Giuseppe Zacá, der sich an Bord befand, schildert gegenüber unserer Redaktion die dramatischen Sekunden: „Plötzlich tauchte der Hai auf. Mit einer kraftvollen Bewegung änderte er die Richtung und traf das Boot – völlig überraschend.“ Es habe einen dumpfen Schlag gegeben, gefolgt von einer Vibration, „die uns von den Füßen bis in den Kopf fuhr“. Der Bug habe sich gehoben, der Motor ein metallisches Geräusch gemacht – „als hätte jemand mit voller Wucht darauf eingeschlagen“.

Orcas, Haie und Tiere im Meer

Hai erschreckt italienische Fischer: „Hielten den Atem an“

Ein Schwanzhieb traf offenbar direkt den Bugmotor. „Für einen Moment hielten wir alle den Atem an. Wir sahen uns an – zwischen Staunen und dieser Angst, wenn man merkt, dass man nicht mehr die Kontrolle über die Situation hat“, so Zacá. Der Hai blieb noch einige Sekunden in der Nähe des Bootes, drehte dann ab und verschwand im dunklen Wasser. Verletzt wurde niemand.

„Wir haben große Angst erlebt, obwohl wir erfahrene Fischer sind. Normalerweise fahren wir hinaus, um Goldbrassen, Zahnbrassen oder Oktopusse zu fangen – mit einem Hai rechnet man nicht“, sagte Zacá. Trotz des Vorfalls wolle er bald wieder aufs Meer hinausfahren. Angeln sei seine große Leidenschaft.

Begegnungen dieser Art gelten im Mittelmeer als äußerst selten. Experten betonen, dass Makohaie normalerweise keine Boote angreifen. Der Kurzflossen-Makohai ist ein großer, schneller Raubfisch und erreicht eine Länge zwischen 2,5 und 3,5 Metern. Einzelne Exemplare können sogar mehr als vier Meter lang und bis zu 500 Kilogramm schwer werden. Zusammentreffen mit Menschen sind selten und meist auf Neugier oder Irritation zurückzuführen.

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Weiterer Hai in der Nähe von Rom gesichtet

Unterdessen wurde am Wochenende ein weiterer Hai vor Terracina an der Küste Latiums südlich von Rom gesichtet – diesmal in unmittelbarer Nähe zum Ufer. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie sich das Tier wenige Meter vom Strand entfernt bewegt.

Nach Einschätzung von Fachleuten zufolge könnte es sich um einen Blauhai handeln, der auf Nahrungssuche bis dicht an die Küste gelangt ist – möglicherweise verfolgte er einen Schwarm kleiner Fische. Anschließend schwamm das Tier wieder hinaus aufs offene Meer. Zum Zeitpunkt der Sichtung befand sich niemand im Wasser.

Mehr Hai-Sichtungen

Der Blauhai zählt zu den häufigsten Haiarten im Mittelmeer. Er ist schlank gebaut und besitzt auffallend lange Brustflossen. Trotz seines imposanten Erscheinungsbildes gilt er als eher scheu und wenig aggressiv. Sichtungen in Küstennähe, wie vor Terracina, sind selten, aber natürliche Phänomene – oft im Zusammenhang mit Nahrungssuche oder besonderen Meeresströmungen.