Zusammenfassung
- In Görlitz ist am Montag ein Mehrparteienhaus eingestürzt.
- Zwei vermisste Frauen aus Rumänien sowie ein 48-jähriger Mann wurden tot geborgen
- Die Ursache des Unglücks ist noch nicht endgültig geklärt, es besteht aber Verdacht auf eine Gasexplosion.
Nach dem tragischen Hauseinsturz in Görlitz (Sachsen) haben Rettungskräfte noch ein drittes Todesopfer in den Trümmern gefunden. Es handle sich um einen Mann – mit hoher Wahrscheinlichkeit um den vermissten 48-Jährigen, sagte ein Polizeisprecher. Der Tote werde nun in der Rechtsmedizin untersucht. „Die Vermisstensuche ist jetzt beendet“, sagte der Sprecher.

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Zuvor wurden bereits zwei Frauen aus Rumänien tot geborgen. Zunächst fand die Polizei am Mittwochabend gegen 22.30 Uhr die Leiche einer 25-Jährigen, ehe die Polizei am Donnerstagnachmittag den Fund einer zuvor vermissten 26-jährigen Frau bekanntgab.
Hauseinsturz in Görlitz: Dritte Leiche unter Trümmern gefunden
Zuvor waren in der Nacht zum Mittwoch, 20. Mai 2026, die Gasleitungen rund um das Gebäude für ungefähr drei Stunden vollständig geleert worden, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. In dieser Zeit war die Suche eingestellt worden. Die Sprecherin sagte, die Explosionsgefahr sei dadurch kleiner und die Arbeiten weniger gefährlich geworden.
Außerdem kämen die Helfer besser von vorn – also von der Straßenseite – an die Unglücksstelle ran. Trotz der geleerten Gasleitungen könne es jedoch noch Hohlräume mit Gas geben, berichtete die Sprecherin.
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An der Unglücksstelle wurde es zeitweise sehr still. Anja Weigel, Leiterin der Berufsfeuerwehr Görlitz, sagte dazu: Es seien Hohlräume freigelegt worden, diese würden gerade von Kameraden des THW per Ortung untersucht – mit Sonden. „Es wird geschaut, sind irgendwo Klopfgeräusche? Kann man jemanden rufen hören, hört man vielleicht Atemgeräusche? Dazu brauchen wir absolute Stille an der Einsatzstelle.“
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Das Gründerzeithaus unweit des Görlitzer Bahnhofs stürzte am frühen Montagabend ein. Zwei der ursprünglich fünf Vermissten waren kurz nach Mitternacht aufgetaucht – die beiden Feriengäste waren noch auf der Anreise. In dem eingestürzten Haus befanden sich nach Angaben der Polizei Miet- und Ferienwohnungen.

Am frühen Abend kam es in der James-von-Moltke-Straße in #Görlitz zu einer möglichen Gasexplosion, bei dem ein Mehrfamilienhaus vollständig einstürzte. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot vor Ort. Der Bereich ist weiträumig abgesperrt und evakuiert. pic.twitter.com/y6szvhQCLG
— Polizei Sachsen (@PolizeiSachsen) 18. Mai 2026
Die Einsatzkräfte hatten kurz nach dem Einsturz mit der Suche nach möglichen Verletzten oder Toten begonnen. Ihre Arbeit wurde bis zum Dienstagnachmittag jedoch durch ein Gasleck erschwert.
Die genaue Ursache für den Einsturz steht noch nicht fest. „Aber es sieht nach einer Gasexplosion aus“, sagte der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu. „Es war eine lange und herausfordernde Nacht. Die Lebensrettung steht an erster Stelle“, betonte der CDU-Politiker. Insgesamt waren am Montag 140 Einsatzkräfte am Unglücksort. Unterstützung komme von allen Seiten, auch aus dem benachbarten Polen. Zudem seien Höhenretter und auch Hundestaffeln im Einsatz gewesen.
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Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands. Sie liegt in der sächsischen Oberlausitz direkt an der Neiße und hat 57.000 Einwohner. Seit 1998 bildet Görlitz zusammen mit der östlich gelegenen polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine grenzüberschreitende Europastadt. Wegen der historischen unzerstörten Altstadtkulisse ist die Stadt auch ein gefragter Drehort für internationale Filmproduktionen.
dpa/fmg und ppe









