Bei Ausgrabungen in Laos an der Fundstelle 75 in der sogenannten „Ebene der Tonkrüge“, einer archäologisch bedeutenden Landschaft auf dem Xieng Khouang Plateau im Norden des Landes, entdeckten Archäologen ein außergewöhnlich großes Gefäß mit menschlichen Knochenresten. Dieser bemerkenswerte Fund liefert neue Hinweise auf ein Bestattungsritual, das offenbar über mehrere Generationen hinweg in der Region praktiziert wurde.

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Archäologie: Bemerkenswerter Totenkrug überrascht Forscher

Der sogenannte Totenkrug weist mit einem Durchmesser von 2,05 Metern außergewöhnliche Ausmaße auf und stellt sowohl für die Region als auch für die Forschung zu Gefäßbestattungen eine bemerkenswerte Entdeckung dar. In Südostasien wurden bereits zahlreiche jahrhundertealte Steingefäße freigelegt, die von Wissenschaftlern seit Langem mit Bestattungspraktiken in Verbindung gebracht werden. Ein eindeutiger archäologischer Nachweis für diese Annahme fehlte jedoch bislang.

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Der als „Gefäß 1“ bezeichnete Krug zählt zu den größten bislang in Laos dokumentierten Urnen. Nach Angaben des Archäologen Nicholas Skopal von der James Cook University in Australien, der an der Untersuchung beteiligt war, hebt sich das Gefäß insbesondere durch die außergewöhnlich große Menge menschlicher Überreste im Inneren deutlich von anderen bislang in Laos entdeckten Funden ab. Über die aktuelle Studie berichtete das Wissenschaftsmagazin „Live Science“.

An der Fundstelle wurden mehr als 2000 ausgehöhlte Steingefäße entdeckt, die vermutlich im Zusammenhang mit Bestattungsritualen standen. Die Gefäße erreichen Höhen zwischen einem und drei Metern und befinden sich entlang ehemaliger Handelsrouten, die zwischen 500 v. Chr. und 500 n. Chr. intensiv genutzt wurden. Bis heute ist ungeklärt, welche Kultur diese außergewöhnliche Form der Bestattung entwickelte und welchem Zweck sie diente.

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Generationengrab: Ungewöhnlich hohe Anzahl von menschlichen Knochen

Die Wissenschaftler zeigten sich speziell von der großen Menge menschlicher Knochen überrascht, die sich im Inneren des Gefäßes befanden. Auffällig war zudem die gezielte Anordnung der Skelettreste. Die Schädel lagen entlang der Gefäßränder, während Arm- und Beinknochen gebündelt an zentralen Stellen platziert waren. Diese Struktur deutet darauf hin, dass das Gefäß vermutlich nicht als ursprünglicher Bestattungsort diente, sondern erst im Rahmen eines späteren Rituals genutzt wurde. Neben den menschlichen Überresten entdeckten die Archäologen außerdem mehrfarbige Glasperlen.

acient human remains/skeleton in grave, Chauchilla cemetary, Nazca, Peru
Die ungewöhnliche Anordnung der Knochen überrascht die Archäologen.© Alamy Stock Photo | Deco / Alamy Stock Photo

Eine Radiokarbondatierung mehrerer Zähne führte zu weiteren überraschenden Erkenntnissen. Die untersuchten Knochen stammen aus unterschiedlichen Zeiträumen zwischen 890 und 1160 n. Chr. und wurden offenbar über mehrere Generationen hinweg in das Gefäß eingebracht. Die Forscher gehen daher davon aus, dass es sich um ein gemeinschaftlich genutztes Grab handeln könnte, das möglicherweise Angehörigen größerer Familien oder sozialer Gruppen vorbehalten war.

Für die kommenden Untersuchungen sind genetische Analysen geplant, um mögliche biologische Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den bestatteten Individuen zu bestimmen und ein umfassenderes Bild der damaligen Gemeinschaft zu gewinnen. Auch die gefundenen Glasperlen gelten als bedeutender Hinweis, der Archäologen künftig dabei unterstützen könnte, mehr über die verantwortliche Kultur sowie deren Bestattungsrituale und gesellschaftliche Strukturen zu erfahren.