Der Brenner ist nicht nur irgendein Gebirgspass. Er bedeutet Emotionen: Die Autobahn schlängelt sich durch malerische Gebirgszüge – die nur ein Vorbote dessen sind, was Urlauber auf der italienischen Seite an Alpen-Kulisse erwartet. Wer die drögen, schnurstaksen Asphaltbahnen im deutschen Inland endlich hinter sich lässt, kann sich an dem Anblick hinter Innsbruck nur noch erfreuen. Die Europabrücke mit ihren Bungee-Jumpern. Der Blick auf die Schönheit des Stubai-Gletschers. Und wer endlich rostig-braune Leitplanen zu seiner Rechten und Linken findet, hat die 1370 Meter erklommen – und ist in Italien angekommen.

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Es droht allerdings Ungemach für all diejenigen, die durch diese einzigartige Autobahn den Urlaub nach Italien antreten. Ob mit dem Wohnmobil, dem Familienkombi oder einst dem VW‑Käfer: Seit den 60er Jahren können Autofahrer bequem die zweispurige Autobahn nutzen, anstatt sich wie früher die mühseligen Serpentinen der Passstraße hochzuquälen. Doch das soll nun nicht mehr reichen?

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Brenner: Schmerzlicher Abschied von einem einzigartigen Grenzpass

Am Samstag wird der Brennerkorridor zwischen 11 und 19 Uhr komplett dichtgemacht. Nicht nur für Urlauber, sondern auch für Pendler und den Güterverkehr ist das eine Zumutung. Der Grund allerdings ist bemerkenswert: Anwohner protestieren gegen die enorme Verkehrsbelastung, die das Nadelöhr mit sich bringt. Der Bürgermeister von Bries am Brenner spricht gegenüber der „Zeit“ von einer „Blechlawine“ und einem Verkehrskollaps, den man „nicht mal mehr abschätzen“ kann.

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Die Demonstranten haben recht: Die automobilen Brenner-Urlauber können nicht mehr länger wegignorieren, dass der Verkehr immer unerträglicher wird. Versiebenfacht hat er sich seit den 60er Jahren. Ein Wert, der den Anfang vom Ende der Brenner-Befahrung einläutet. Bereits jetzt werden LKW per Zug über den Pass gezogen. Für Urlauber liegt die Alternative seit Jahrzehnten unter dem Berg: Vermutlich wird der Brenner-Basistunnel erst 16 Jahre später fertig als erwartet. Und ausgerechnet die Nordtrasse aus Bayern droht sich zu verzögern. Am Ende aber werden Urlauber ihr Auto stehen lassen und in den sehr viel schnelleren Zug steigen müssen. Ein schmerzlicher Abschied von einer alten Gewohnheit – und dem freien Blick auf einen einzigartigen Grenzpass.