Glühende Hitze, ausgedörrte Wälder und starker Wind sorgen derzeit für schwere Waldbrände in Italien. In der Region Piemont kämpfen Hunderte Einsatzkräfte gegen außer Kontrolle geratene Feuer, ganze Dörfer werden evakuiert. Auf Sardinien fressen sich die Feuer derweil unaufhaltsam durch die trockene Vegetation. Mit der anhaltenden Hitzewelle wächst die Sorge, dass sich die Brandlage in den kommenden Tagen weiter verschärft.

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Schwere Waldbrände in Norditalien: Im Piemont brennen über 600 Hektar

Einer der größten Waldbrände tobt derzeit im Piemont – und hat sich innerhalb eines Tages von etwas mehr als 100 auf über 600 Hektar ausgeweitet. Besonders betroffen ist die Gemeinde Premosello Chiovenda am Rand des Nationalparks Val Grande. Aus dem Ort Colloro wurden vorsorglich rund 150 Menschen evakuiert, nachdem sich die Flammen den Häusern näherten. Bereits zerstört ist derweil der Lebensraum vieler Tiere. Denn rund 700.000 Bäume gingen bislang durch das Feuer verloren.

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Betroffen sind unter anderem Kleintiere, bestäubende Insekten, Reptilien und brütende Vogelarten. Auch Gämsen und Rehe werden in besiedelte Gebiete verdrängt, warnen die Experten. Zudem leiden die Tiere auch indirekt unter den Feuern, etwa durch erhöhte Feinstaubwerte in der Luft.

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Blitze sollen Feuer in Italien ausgelöst haben

Nach Angaben der Feuerwehr wurden mehrere Feuer durch Blitze ausgelöst und breiteten sich anschließend rasch aus. Nach Einschätzung der Regionalregierung werden sich erste Pflanzen innerhalb von zwei bis fünf Jahren erholen. Bis die betroffenen Eichen-, Buchen- und Nadelwälder ihre ursprüngliche Struktur wieder erreichen, dürften jedoch 50 bis 70 Jahre vergehen. Der piemontesische Regionalbeauftragte für Berggebiete, Marco Gallo, kündigte bereits Programme zur Wiederherstellung der betroffenen Waldflächen an.

Umweltregionalrat Matteo Marnati erklärte, der schnelle Einsatz der Feuerwehr und der Löschflugzeuge habe eine Ausbreitung der Flammen auf zusammenhängende Waldgebiete verhindert. Nach Schätzung der Region seien dadurch weitere rund 3500 Hektar Wald, mehr als drei Millionen Bäume und mehrere Ortschaften vor den Flammen bewahrt worden.

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Waldbrand auch auf Sizilien

Doch nicht nur im Norden Italiens, auch auf der Mittelmeerinsel Sardinien kämpfen Feuerwehr und Einsatzkräfte gegen einen großflächigen Vegetationsbrand. Das Feuer wütet nahe der Ortschaft Guspini und hat auch Flächen mit mediterraner Macchia erfasst. Die Löscharbeiten dauerten am Samstag an. Die Einsatzkräfte waren bereits seit dem Morgen im Einsatz.

Die dritte Hitzewelle des Sommers in Italien – nach Prognosen hält sie bis mindestens zum 20. Juli an – bringt dem Land extrem hohe Temperaturen. Für Florenz und Perugia gilt die höchste Hitzewarnstufe. Im Landesinneren Sardiniens werden für Montag bis zu 43 Grad erwartet. Die italienischen Behörden rechnen angesichts der anhaltenden Hitze und Trockenheit in den kommenden Wochen mit einem deutlich erhöhten Waldbrandrisiko.