Helle Aufregung herrscht seit 15.19 Uhr in Bad Blankenburg und insbesondere unter jenen, die der Falknerei auf Burg Greifenstein mit Sympathie gegenüberstehen.

Die erste Überraschung: In einem von Benedikt Nyssen und Sandra Jung unterzeichneten Statement kündigen die Betreiber das Ende der Falknerei an.

Die zweite Überraschung: Der Termin liegt nicht in der unmittelbaren Zukunft, sondern am Jahresende.

Die dritte Überraschung: Gemeint ist nicht 2026 und auch nicht das nächste Jahr, sondern tatsächlich Ende 2028.

Warum 903 Tage vor dem Eintritt des Ereignisses das Ende angekündigt wird? Die beiden haben viele Worte gemacht. Für die Antworten auf viele Fragen haben sie nicht gesorgt.

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„Wenn man einen Ort mit so viel Herzblut aufbaut wie wir unsere Falknerei auf der Burg Greifenstein, dann fällt es schwer, die passenden Worte für eine Nachricht zu finden, die das Ende einer Ära einläutet. Zum 31.12.2028 werden wir den Betrieb der Falknerei an diesem Standort einstellen.“

Strukturelle Hürden zwingen Betreiber zum Rückzug

Sodann versichern die Betreiber, woran es nicht liegt: „Vorab ist uns eines ganz wichtig klarzustellen: Unser Unternehmen steht wirtschaftlich auf absolut gesunden und soliden Beinen. Wir gehen nicht, weil das Konzept nicht aufgegangen wäre oder die wirtschaftliche Basis fehlt.“

Die Gründe werden angedeutet, aber nicht konkretisiert: „Es sind die langjährigen, festgefahrenen strukturellen Rahmenbedingungen innerhalb des Vereins und der Stadtpolitik vor Ort, die uns nach all den Jahren die Kraft geraubt haben. Es kommt der Punkt, an dem man einsehen muss, dass die eigene Energie zu kostbar ist, um permanent gegen Windmühlen eines ehrenamtlichen Vereins anzukämpfen.“

Der eben noch ahnbare Frust wird sogleich wieder relativiert: „Wir blicken dennoch ohne Groll zurück. Wir haben hier Großartiges aufgebaut und diesen Abschied mit Würde, Professionalität und erhobenem Haupt gestalten.“

Bis Ende 2028 läuft der Betrieb „wie gewohnt“ weiter

Ein wenig Sorgen vor der Publikumsreaktion schwingen allerdings schon mit, weswegen allfällige Komplimente verteilt werden: „Was bleibt, ist vor allem eine tief empfundene, riesige Dankbarkeit. Dankbarkeit für eure Treue, für eure leuchtenden Augen bei den Flugprogrammen, für jedes geteilte Lächeln und die unzähligen magischen Momente, die wir gemeinsam mit euch und unseren Tieren erleben durften. Ihr habt diesen Ort zu dem gemacht, was er ist: ein lebendiges Herzstück der Region.“

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Nun wird es spannend, die Betreiber sind optimistisch, dass die verbleibenden zweieinhalb Jahre in allerbester Harmonie ablaufen: „Und genau deshalb geht es jetzt erst recht weiter! Bis zum Stichtag Ende 2028 läuft alles in gewohnt hoher Professionalität und mit all unserer Leidenschaft weiter. Sämtliche Flugprogramme finden statt, alle Falknertage, Erlebnisse und Events gehen ihren ganz normalen Gang und können weiterhin gebucht werden.“

Die Falknerei plant Neuanfang an „anderen Standorten“ ab 2029

Etwas schlechtes Gewissen blitzt durch: „Wir wünschen uns von Herzen, dass wir in den kommenden zwei Jahren weiterhin viele begeisterte Besucher bei uns begrüßen dürfen. Lasst uns die verbleibende Zeit nutzen, um noch einmal richtig viele schöne Erinnerungen zu schaffen – wir freuen uns auf jeden Einzelnen von euch!“

Die Zukunft ist einerseits sicher (Kündigung), die Zukunft wird allerdings nur schemenhaft angedeutet: „Für uns und unsere Tiere beginnt ab 2029 ein neues, getrenntes Kapitel. Unsere gefiederten Freunde und treuen Gefährten bleiben selbstverständlich ausnahmslos in unserer Obhut und bei uns. Die falknerische Reise wird an anderen Standorten weitergehen.

Das Leben bringt Veränderungen mit sich, und während sich jeweils neue, eigene Wege und Perspektiven abseits des gemeinsamen Horizonts auftun, bleibt die tiefe Verbundenheit zu dieser Berufung und zu unseren Tieren unumstößlich. Wo und wie genau die falknerische Reise ab 2029 für uns jeweils weitergeht, wird zu gegebener Zeit verkündet.“

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Kommentare unter der spektakulären Ankündigung haben die Betreiber unter ihrem Facebook-Post zum Zeitpunkt dieser Recherche nicht zugelassen.