Kurioser Großeinsatz in Kiel – mit ernstem Hintergrund. Seit Dienstagmorgen 6 Uhr hat die Polizei das markante Hochhaus „Weißer Riese“ in der Stadt umstellt. Rund 200 Beamte sind laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung im Einsatz. Sie sollen laut Staatsanwaltschaft Kiel eine DNA-Reihenuntersuchung in dem 25 Stockwerke hohen Gebäude durchführen. Rund 250 Personen wohnen dort.

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Die Beamtinnen und Beamten halten nach einem Verdächtigen Ausschau, der in der Nacht auf den 2. Juli einen Pflasterstein aus dem Gebäude auf einen Streifenwagen geworfen haben soll. Der Stein hatte die Frontscheibe des Fahrzeugs durchschlagen und eine 25 Jahre alte Polizistin an der Hand und am Sprunggelenk verletzt, heißt es in einer Mitteilung. Die Frau sei nicht mehr dienstfähig. Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt wegen versuchten Mordes.

Offenbar konnten an dem Pflasterstein DNA-Spuren sichergestellt werden. Das Amtsgericht Kiel hat daher beschlossen, von sämtlichen Bewohnern des „Weißen Riesen“ im Alter von 14 oder mehr Jahren eine DNA-Probe nehmen zu lassen. Die Abgabe erfolgt auf freiwilliger Basis und ist ausschließlich für dieses Ermittlungsverfahren vorgesehen. Nach dem Abgleich werden die Proben wieder vernichtet. Laut „Bild“ hat eine ausgesetzte Belohnung von 1000 Euro bislang keine Spur zum Täter ergeben.

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Mehr als 80 Prozent der Bewohner machen mit

Nach Abschluss des Einsatzes zogen Polizei und Staatsanwaltschaft eine erste Bilanz. Nach vorläufigen Angaben willigten mehr als 80 Prozent der im Hochhaus angetroffenen Bewohner freiwillig in die Entnahme einer DNA-Probe ein. Viele hätten die Maßnahme ausdrücklich begrüßt, teilten die Ermittler mit. Polizei und Staatsanwaltschaft bedankten sich zudem bei den Bewohnern und den zahlreichen Hinweisgebern für ihre Unterstützung bei den Ermittlungen.

Weißer Riese: Häufig Polizeieinsätze im Hochhaus

Der „Weiße Riese“ ist in Kiel stadtbekannt, nicht nur wegen seiner Höhe. In dem Gebäude am Kurt-Schumacher-Platz kommt es regelmäßig zu Polizeieinsätzen. Mit 85 Metern ist das Gebäude das höchste Wohnhaus der Stadt. Nach dem Baubeginn im Jahr 1968 bezogen 1971 die ersten Bewohner ihre Wohnungen. Seit 2014 gehört die Immobilie dem börsennotierten Konzern Grand City Properties.

Heute leben hier Menschen aus über 60 Nationen. Das Zusammenleben im Komplex gilt jedoch als konfliktträchtig: Regelmäßig gerät das Hochhaus in die Schlagzeilen. Die Polizei rückt meist wegen Ruhestörung, häuslicher Gewalt oder Drogendelikten an. Für die Einsatzkräfte gehört das Gebäude zu den bekannten Schwerpunkten, was das Image der Anlage spürbar prägt.

pcl