Elke Schille ist immer in Bewegung. Einst war die Frau aus Weida Sportlehrerin. Jetzt, in Pension, ist sie noch rastloser, so wirkt es: Sie arbeitet als Yogalehrerin, Personal-Trainerin und Ayurvedische Ernährungsberaterin. Und in der restlichen Zeit sammelt sie Spenden mit dem Besteigen von Bergen oder mehrtägigen Radtouren.
Sie war schon immer ein sportlicher Mensch, erzählt Elke Schille. Gleichwohl liegt in der Betätigung wohl auch ein Ausgleich, denn das Leben von Elke Schille hat sich vor vier Jahren radikal geändert.

Ihre Tochter ist schwer betroffen
Nach einer Corona-Infektion erkrankte ihre Tochter, eine junge Mutter, an Long Covid. Eine Folge davon war die Krankheit ME/CFS. „Viele Betroffene können ihren Alltag ohne Hilfe nicht mehr bewältigen, ihr Haus nur selten verlassen. Schwerstbetroffene müssen in abgedunkelten, reizarmen Räumen im Bett liegen“, berichtet sie. „Sie sind quasi lebendig begraben. ME/CFS besitzt eine der niedrigsten Lebensqualitäten überhaupt.“
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„Quasi lebendig begraben“
Elke Schille sagt, sie erlebt aus eigener Erfahrung, es fehlt am Nötigsten: Ärzte wissen oft nicht, wie sie mit der Krankheit und den Betroffenen umgehen sollen. Die Behandlungsmöglichkeiten sind beschränkt, finanzielle Mittel für die Forschung knapp.
Auf einer Internetplattform hat die Frau aus dem Kreis Greiz nun einen Spendenaufruf gestartet. Erstes Ziel ist es, mehr Sichtbarkeit für die Krankheit zu erzeugen. Und es soll Geld zusammenkommen für die Erforschung wirksamer Therapien.
„ME/CFS hat unsere Liebsten komplett aus dem Leben gerissen. Wir dürfen nicht nachlassen!“, sagt Elke Schilling und schwingt sich auf das Rennrad.
Gemeinsam mit weiteren Angehörigen von Betroffenen, startet sie vom 5. bis 8. August eine Tour in die Niederlausitz und zurück. „Wir wollen mit dieser Aktion gemeinsam ein Zeichen setzen.“ Man fahre für die, die sich nicht mehr selbst fortbewegen können.

Der Radmarathon fällt auf den bundesweiten Aktionstag „Stadtradeln“. Mitfahren wird auch der Bürgermeister von Weida, Udo Geldner (Pro Kommune/FWG). Jeder aktive Teilnehmer an der Tour vereinbart dafür bereits im Vorfeld mit Firmen und Privatpersonen einen bestimmten Spendenbetrag. Die Gelder sollen der Forschung zugutekommen.
„Zum Glück bewege ich mich gern“ – Elke Schille blickt optimistisch auf die 442 Kilometer. Binnen drei Tagen will man die Strecke schaffen, für den vierten ist im Freibad Weida ein Abschluss geplant.



