Die anhaltende Hitze setzt den höchsten Gipfeln der Westalpen immer stärker zu. Instabile Felsen und zunehmende Steinschlaggefahr führen dazu, dass Bergführer in der Schweiz und Italien mehrere klassische Anstiegsrouten auf das Matterhorn, den Mont Blanc und die Dent d’Hérens vorerst aus dem Programm nehmen. Besonders betroffen ist das Matterhorn. Die Bergführer von Zermatt haben bis auf Weiteres entschieden, Bergsteiger nicht mehr auf dem Normalweg über den Hörnligrat zu begleiten.

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Das Problem: Die anhaltend hohen Temperaturen lassen den Permafrost im Fels schmelzen und beeinträchtigen dadurch die Stabilität des Gesteins. Die gefährlichen Folgen zeigt ein Fall vom vergangenen Wochenende: Am Matterhorn bei Zermatt waren am Sonntag zwei Alpinisten tödlich verunglückt. Die Seilschaft stürzte während des Abstiegs über den Hörnligrat auf einer Höhe von rund 4030 Metern in die Tiefe. Nach Angaben der Bergführer lösten sich Felsen aus dem brüchigen Gelände.

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Mont Blanc: Bergführer warnen vor gefährlichen Aufstiegsbedingungen

Auch auf italienischer Seite beobachten Bergführer die Entwicklung mit Sorge. Ein offizielles Aufstiegsverbot gebe es zwar nicht, man habe jedoch beschlossen, den italienischen Normalweg auf den Mont Blanc über den Miage-Gletscher sowie den Tiefenmatten-Grat auf der Dent d’Hérens derzeit nicht mehr anzubieten. Die Bedingungen seien zu gefährlich.

Der Präsident der Bergführer der italienischen Bergortschaft Cervinia, Laurent Nicoletta, erklärte, insbesondere am Hörnligrat auf der Schweizer Seite verschärfe die Hitze die Lage. Dort seien deutlich weniger Fixseile vorhanden als auf der italienischen Route. Vor allem an der kälteren Nordseite des Berges, wo Felsen früher durch Permafrost zusammengehalten und selbst im Sommer von Schnee und Eis bedeckt gewesen seien, komme es nun verstärkt zu Steinschlägen. Die italienische Normalroute über den Liongrat sei derzeit noch begehbar, müsse aber mit großer Vorsicht angegangen werden, warnt Nicoletta.

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Bergsteiger sollten möglichst früh am Morgen im Schatten aufsteigen und den Gipfel so zeitig wie möglich wieder verlassen. Auch auf dem Dent d’Hérens, einem 4000er-Gipfel in den Walliser Alpen an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien westlich des Matterhorns, haben sich die Bedingungen deutlich verschlechtert. Nach dem Rückzug von Eis und Schnee kam es auf einem viel begangenen Gletscherabschnitt zu einem Felssturz. Zudem droht ein Felsturm einzustürzen. Die Bergführer raten deshalb von der Route über den Tiefenmatten-Grat ab.

Gefahr im Hochgebirge: Gletscherschmelze erschwert beliebte Routen

Die Dent d’Hérens gehört zu den weniger bekannten, aber anspruchsvollen Gipfeln der Alpen. Wegen ihrer Nähe zum Matterhorn wird sie oft als dessen „Nachbarin im Schatten“ bezeichnet. Anders als der berühmte Gipfel ist sie deutlich weniger besucht und verlangt Erfahrung im Umgang mit Gletschern, Fels und wechselnden Bedingungen.

Am Mont Blanc bereitet vor allem der Miage-Gletscher Probleme. Durch das Abschmelzen des Eises haben sich zahlreiche Gletscherspalten geöffnet, sichere Übergänge sind kaum noch vorhanden. Der Zustieg zur Gonella-Hütte auf 3071 Meter Höhe ist deutlich schwieriger geworden. Zudem macht die Gletscherschmelze inzwischen auch die Wasserversorgung der Hütte zunehmend problematisch.

Nach Angaben der Bergführer liegt die Nullgradgrenze derzeit bei rund 4400 Metern Höhe. In 3000 Metern Höhe wurden zuletzt Temperaturen zwischen acht und zwölf Grad gemessen. Bergführer rufen Alpinisten dazu auf, sich vor jeder Tour über die aktuellen Bedingungen zu informieren und keine Risiken einzugehen.