Seit seiner Geburt bewohnt der 89-jährige Münchner Otto Gugger sein Elternhaus. Erbaut wurde die Villa in Großhadern 1934. Jetzt sollen auf der Grundstücksfläche für einen guten Zweck 20 bis 30 Wohnungen entstehen. Während in München andauernd über den angespannten Immobilienmarkt und teure Mieten diskutiert wird, hat sich Gugger entschlossen, seinen Besitz gänzlich zu spenden. Insgesamt 3000 Quadratmeter Grundstücksfläche inklusive der Villa sind an die Stiftung „Daheim im Viertel“ gegangen. Wie Vorstandsmitglied Christian Stuptka bereits im Mai dieses Jahres gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ bestätigte, soll allein das Grundstück einen Verkehrswert von etwa zehn Millionen Euro haben.
Grundstücksschenkung soll soziales Wohnprojekt in München ermöglichen
Einen Haken hat diese großzügige Schenkung nach derzeitigem Kenntnisstand keinen. Nur eine Vereinbarung gibt es laut „SZ“ zwischen Schenker und Beschenktem: Das Grundstück muss dauerhaft Eigentum der Stiftung bleiben und es soll ein „nachhaltiges und gemeinschaftsorientiertes Wohnprojekt“ darauf entstehen. Guggers Motivation? „Es wäre im Sinne unserer Eltern, dass mit dem Grundstück etwas passiert für Leute, die ein schweres Schicksal haben oder für die es schwierig ist, das tägliche Leben in München hinzubekommen“, hatte er bereits im Mai erklärt.
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Mit „wir“ meint Gugger sich selbst und seine ältere Schwester Dietlinde Gugger. Wegen ihrer Pflegebedürftigkeit hat ihr Bruder eine Vollmacht, Entscheidungen für sie zu treffen. Die 90-Jährige war wegen ihrer Demenzerkrankung zuletzt ebenfalls in das Elternhaus eingezogen, damit ihr Bruder sie pflegen konnte. Beide Geschwister sind kinderlos, potenzielle Erben gibt es also nicht. „Ich habe das alles noch nie als meinen Besitz empfunden“, sagt Bugger aktuell gegenüber der „Bild“. Das Gefühl, das Grundstück sei ihm nur anvertraut worden, habe ihn seit seiner Kindheit begleitet. Umso leichter scheint Gugger nun die Schenkung gefallen zu sein. Weil Guggers Vater zu Lebzeiten als Mediziner immer für seine Patienten dagewesen ist, spüre sein Sohn heute den Drang, mit diesem Haus „etwas Gutes tun“ zu müssen.
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Bezahlbarer Wohnraum: Stiftung plant Mehrgenerationenprojekt im Viertel
Die Stiftung „Daheim im Viertel“ setzt sich nach eigenen Angaben für bezahlbaren Wohnraum und die Förderung von Nachbarschaften ein. Da es sich um eine gemeinnützige Stiftung handelt, entfällt auch die sogenannte Schenkungssteuer. Wie „Bild“ berichtet, soll ein Freund von Gugger ihn bereits 2025 auf die Arbeit der Stiftung aufmerksam gemacht haben. Mittlerweile wurde, wie mehrere Medien berichten, ein Vertrag zwischen beiden Parteien abgeschlossen. Otto Gugger und seine Schwester Dietlinde Gugger haben in der alten Villa allerdings lebenslanges Wohnrecht.

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Drumherum, im Garten, sollen die 20 bis 30 Neubauwohnungen entstehen. Wie „Bild“ berichtet, sollen so vor allem Mitarbeitende aus dem nahegelegenen Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München bezahlbaren Wohnraum finden. Daneben etwa Studierende und ältere Menschen. Auch eine Wohngemeinschaft soll entstehen. Das Architekturbüro soll laut „SZ“ den Auftrag bekommen, ein „Mehrgenerationenprojekt“ zu entwerfen. Es soll Gemeinschaftsflächen geben, die allen in der Nachbarschaft offenstehen. Eine Besonderheit gibt es noch: Otto Gugger ist selbst Architekt und hat Mitspracherecht bei der Planung.
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Günstige Neubauwohnungen: Erste Bewohner könnten 2028 einziehen
Wie „Bild“ schreibt, soll bereits im nächsten Monat eine Entscheidung über den Entwurf des Architekturbüros fallen. Der Baustart für das gemeinnützige Projekt könnte 2027 sein – Ende 2028 sollen nach derzeitigem Plan die ersten Bewohner einziehen. Über die Hälfte der Wohnungen soll laut der Stiftung für knapp 13 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Das wäre die Hälfte der derzeitigen Münchner Preise für Neubauwohnungen. Auch die restlichen Wohnungen sollen unter dem Marktpreis liegen. „Das bin ich meinem Papa schuldig“, hatte Gugger selbst gegenüber der „Bild“ gesagt.






