Eigentlich schien die Lage recht eindeutig: Am Samstagabend soll in der italienischen Gemeinde Camaiore in der Provinz Lucca ein Wolf einen Hund angegriffen haben. Zunächst hieß es laut mehreren Medienberichten, dass auch ein zweijähriges Kind in den Vorfall involviert gewesen sein soll. Auch diese Redaktion berichtete darüber. Die Familie soll ein Grillfest vorbereitet haben, während sich ein Wolf auf dem Grundstück dem Kind genähert haben soll. Der Hund der Familie soll sich schützend vor das Kind gestellt haben – und starb bei der Abwehr des Wolfs.

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So die bisherige Version. Der Bürgermeister der Gemeinde, Marcello Pierucci, widerspricht jetzt dieser Darstellung. Im Interview mit dem italienischen Fernsehsender „Kanal 5“ hat er sich zu dem Vorfall geäußert. „Es gab keinen Angriff auf einen Menschen“, wird Pierucci in mehreren Medien aus diesem Interview zitiert. Die Familie habe sich im Wohnhaus befunden, ein Angriff auf das Kind sei also nicht möglich gewesen.

Hund vermutlich außerhalb des Grundstücks getötet

„Die Familie hatte im Garten den Grill an, befand sich aber drinnen“, erklärt der Bürgermeister. Einen Angriff auf den Hund scheint es aber gegeben zu haben. Wie Pierucci im Interview sagt, seien die Überreste einen Tag nach dem mutmaßlichen Angriff des Wolfes in einem nahegelegenen Wald gefunden worden.

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Auch die Tierschutzorganisation „non ho paura del lupo“ (Zu Deutsch: „Ich habe keine Angst vor dem Wolf“) hatte Zweifel an der bisherigen Darstellung der Familie geäußert. Entgegen der Behauptungen soll sich der Hund außerhalb des Grundstücks im Wald aufgehalten haben und sei dort schließlich vom Wolf gefressen worden. Zudem soll der Garten der Familie nicht ausreichend eingezäunt gewesen sein.

Die Familie hält hingegen nach wie vor an ihrer Version fest. Im italienischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen hatte sich der Vater Tommaso zu dem Vorfall geäußert. Laut ihm habe der Hund sein Kind vor dem Wolf beschützt.

ppe