Straßenmusik gehört in die Stadt. Wäre es der gleiche Abend im italienischen Restaurant, wenn im Hintergrund ein junger Mann nicht „Santa Maria“ singen würde? Welches Kind liebt es nicht, eine Münze in den Hut des Violinisten zu werfen? All das wäre unmöglich, wenn es diesen schönen Teil der Stadt nicht gäbe – die Straßenkunst.

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Egal, ob eine Musikschülerin für ein kleines Taschengeld einen gerade einstudierten Mozart vorspielt oder ein professioneller Klavierspieler ein Gratis-Konzert gibt und damit Spenden für Kinderhäuser sammelt:  Beide sind Straßenmusiker und beide unterliegen den strengen Regeln der Städte.

Die erlaubte Zeit verfliegt viel zu schnell


Dass viele Städte die Spielzeit an einem Platz vorschreiben, mag für Abwechslung sorgen, aber die erlaubten 30 Minuten verfliegen viel zu schnell. Manchmal reichen sie gerade so, um das Instrument aufzubauen, und schon muss man wieder weg. Die Polizei schläft auch nicht. Manchmal steht sie sogar neben dem Musiker und zählt die Minuten. Beim Überschreiten der Regeln drohen Ermahnungen bis hin zu Bußgeld.

Auch Passanten sollten großzügiger sein


Das ist zu streng. Wer Straßenmusik so einschränkt, nimmt Städten die Vielfalt. Gefährdet eine halbe Stunde mehr Spielzeit Sicherheit und Ordnung? Sicher nicht. Aber sie würde Künstlern die Chance geben, die Stadt ein paar Minuten länger zu verzaubern.

Aber auch Passanten sollten etwas großzügiger sein. Straßenmusik ist Arbeit und Arbeit muss belohnt werden. Und wenn es nur 50 Cent sind, die im Hut oder im Geigenkasten landen: Die Musik und die Mühe des Künstlers sind es wert.

Julian Konowalow
Julian Konowalow ist ein Praktikant bei der Thüringer Allgemeinen.© Funke Thüringen | Eckhardt Schön