Zusammenfassung

  • Archäologen haben in der Toskana neue bedeutende Funde gemacht
  • Die Entdeckungen zeigen, dass das Gelände auch nach der Antike über Jahrhunderte genutzt wurde
  • Der Ausgrabungsstätte zählt zu den wichtigsten archäologischen Stätten Europas

Knapp vier Jahre nach der weltweiten Sensation um 24 außergewöhnlich gut erhaltene Bronzestatuen überrascht das antike Heiligtum von San Casciano dei Bagni in der Toskana erneut die Archäologen. Bei der diesjährigen Grabungskampagne sind weitere bedeutende Funde ans Licht gekommen – darunter erstmals größere Teile des Daches eines römischen Tempels sowie Hinweise darauf, dass das Gelände auch lange nach dem Ende der Antike genutzt wurde.

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Noch bis Anfang Oktober arbeiten internationale Forschungsteams an der Ausgrabungsstätte in der südlichen Toskana in Italien weiter. Bereits in den ersten sechs Wochen der Ausgrabungen legten die Archäologen Teile der Dachkonstruktion des römischen Tempels frei. Besonders bemerkenswert sind laut den Experten Terrakotta-Verzierungen mit Gorgonenköpfen aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. Die Funde stammen aus der letzten Nutzungsphase des Heiligtums und liefern neue Erkenntnisse über dessen architektonische Gestaltung.

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Archäologie: Forscher finden mysteriöse Blitzsymbole bei heiligem Thermalbad

Außerhalb des Tempels entdeckten die Archäologen zudem mehrere bronzene Blitzsymbole. Sie könnten nach Einschätzung der Forscher Aufschluss über die Kultpraktiken in der Gegend liefern. In der etruskischen und später römischen Religion galten Blitze als göttliche Zeichen und spielten eine zentrale Rolle bei der Weihe heiliger Orte.

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Auch aus späteren Epochen kamen bei den Ausgrabungen neue Zeugnisse zutage. Die Archäologen legten die Reste eines großen Gebäudes aus dem späten 14. Jahrhundert frei, das noch vor dem Anschluss San Cascianos an die Republik Siena errichtet wurde. Seine Funktion ist bislang unklar, doch der Fund gilt als Beleg dafür, dass die Thermalquellen im Spätmittelalter wieder intensiv genutzt wurden.

Ausgrabungsstätte San Casciano dei Bagni, Toskana, Italien
Aufnahmen vom Frühjahr 2026 zeigen den Fortschritt an der Ausgrabungsstätte San Casciano dei Bagni. Beteiligt sind auch Studierende der Ausländeruniversität von Siena (Università per Stranieri di Siena).© Santuario ritrovato - San Casciano dei Bagni | Santuario ritrovato - San Casciano dei Bagni

Darüber hinaus wurden zahlreiche Fundstücke aus der Zeit zwischen dem 6. und 12. Jahrhundert sowie mehrere mittelalterliche Gräber entdeckt. Sie zeigen, dass das Gelände nach der rituellen Schließung des römischen Heiligtums nicht aufgegeben wurde, sondern über Jahrhunderte hinweg ein bedeutender Ort blieb.

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Toskana: Schon mächtige Medici nutzten die heißen Quellen

Die Ergebnisse der ersten sechs Wochen der diesjährigen Grabungskampagne stellten Archäologen und Studierende der Universität für Ausländer in Siena bei einer öffentlichen Veranstaltung den Bewohnern der Region vor. An den Ausgrabungen beteiligen sich Studierende und Wissenschaftler aus zahlreichen Ländern.

Das Heiligtum von San Casciano dei Bagni zählt seit den spektakulären Entdeckungen von 2022 zu den bedeutendsten archäologischen Fundstätten Europas. Damals wurden in den heißen Quellen 24 nahezu vollständig erhaltene Bronzestatuen aus der Zeit zwischen dem 2. Jahrhundert vor Christus und dem 1. Jahrhundert nach Christus entdeckt. Hinzu kamen Tausende Münzen und Votivgaben aus einem über 2300 Jahre alten etruskisch-römischen Heiligtum.

Die Gemeinde San Casciano dei Bagni mit rund 1600 Einwohnern ist bis heute für ihre Thermalquellen bekannt. Bereits die mächtige toskanische Herrscherfamilie Medici nutzte die Bäder im 16. Jahrhundert. Mit jeder neuen Grabung erweitert sich nun das Bild eines Kult- und Badeortes, dessen Geschichte sich über mehr als zwei Jahrtausende erstreckt.