Umgestürzte Bäume, beschädigte Autos, vollgelaufene Keller: Schwere Unwetter sind am Mittwochabend durch Thüringen gezogen. Laut einem Polizeisprecher im Lagezentrum des Landes war von dem Unwetter vor allem der Süden des Bundeslandes betroffen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Abend eine Warnmeldung vor starkem Gewitter für mehrere Regionen in Thüringen herausgegeben.

Das extreme Gewitter hat vor allem im südlichen Landkreis Gotha schwere Schäden angerichtet. In der Landgemeinde Georgenthal kam ein Mensch ums Leben. In Ohrdruf, Tambach-Dietharz und Drei Gleichen wurden Bäume entwurzelt und Gebäude beschädigt. Auch mehrere Schulen und der Wertstoffhof Ohrdruf sind betroffen.
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Schlammlawine nach Starkregen
In Süßenborn östlich von Weimar kam es zu einer sogenannten Schlammlawine. Der Schlamm auf der überfluteten Kreuzung wurde zunächst durch den Kommunalservice mit einem Radlader von der Fahrbahn geschoben. Anschließend spülte die Feuerwehr mit Wasser nach. Der Starkregen führte für die Feuerwehr Weimar zu insgesamt 18 Einsätzen. Dabei handelte es sich vor allem um vollgelaufene Keller und Eingangsbereiche von Wohnhäusern.

Blitze im Sekundentakt und Starkregen hatten Gera und Ostthüringen getroffen. Die Leitstelle zählte 28 wetterbedingte Einsätze, vor allem im Saale-Orla-Kreis. In Gera wurde die Friedericistraße nach einer Überflutung gesperrt und gereinigt.
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Der heftige Sturm hatte in der Nacht auch im Ilm-Kreis massive Schäden angerichtet. In Arnstadt stürzten Bäume auf zahlreiche Autos und blockierten Straßen. In Ichtershausen wurde das Dach einer Halle abgedeckt und mehr als 50 Meter weit auf ein Feld geschleudert.
Tornado über dem Ilm-Kreis? Unwetter verursacht massive Schäden in Arnstadt und Ichtershausen
Konzert von Gewitter nach 75 Minuten abrupt beendet
Kräftige Windböen hatten in Jena mehrere Bäume zu Fall gebracht. In der Fritz-Winkler-, Helene-Holzman- und Rudolstädter Straße wurden Fahrbahnen blockiert und möglicherweise auch geparkte Autos beschädigt. Polizei und Feuerwehr räumten die Straßen wieder frei.
Fast 1000 Besucher feierten unterdessen auf dem Theatervorplatz im Rahmen der Kulturarena die Band Šuma Čovjek – und auch sie wurden vom Gewitter nasskalt erwischt: Nach 75 Minuten Musik musste das Konzert gegen 21.15 Uhr vorzeitig beendet werden.
Gewitterguss beendet Kulturarena-Konzert mit Šuma Čovjek in Jena
Ein möglicher Blitzeinschlag hatte in Altenbeuthen offenbar ein Mehrfamilienhaus in Brand gesetzt. Alle sechs Bewohner retteten sich unverletzt, vier Feuerwehrleute wurden leicht verletzt. 105 Einsatzkräfte waren vor Ort, der Schaden liegt bei mindestens 150.000 Euro.

Schlosspark Altenstein nach Unwetter für Wochen gesperrt
Das Unwetter fegte auch durch den Schlosspark Altenstein in Bad Liebenstein. Der rund 160 Hektar große Landschaftspark bleibt vorübergehend vollständig gesperrt. Sturm und Starkregen sorgten demnach innerhalb von 15 Minuten für entwurzelte Bäume, ausgebrochene Baumkronen und tiefgründig ausgespülte Wege.

„Die Sicherheit von Besucherinnen und Besuchern auf den Wegen in dem besonders baumreichen Park ist nicht gewährleistet“, teilte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit. Die Schäden werden nun erfasst, wie es hieß. Den Park zu räumen und die Wege wiederherzustellen, könne jedoch mehrere Wochen beanspruchen.
Bäume stürzen auf Autos – Verletzte und Straßensperrungen
Bei Suhl kam es zu zwei Vorfällen, bei denen jeweils ein Baum während einer Autofahrt aufs Dach stürzte. In Steinbach-Hallenberg (Schmalkalden-Meiningen) wurden ein Fahrer und seine beiden Mitfahrer leicht verletzt. Der 61-Jährige und die Mitfahrer im Alter von 57 und 42 Jahren kamen ins Krankenhaus. Es entstand ein Schaden von 20.000 Euro. Eine 72-jährige Autofahrerin blieb durch einen umstürzenden Baum in Dermbach (Wartburgkreis) unverletzt.
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Südöstlich von Suhl, in Lauscha, ist eine Straße wegen mehrerer umgestürzter Bäume und eines abgerutschten Hangs derzeit nicht befahrbar. Wie lange die Straße Steinachgrund noch gesperrt bleibt, ist noch unklar.
Unwetter entwurzelt Baum – Spaziergängerin stirbt in Waldorf
Auch in anderen Teilen Deutschlands haben die heftigen Unwetter über Nacht schwere Schäden angerichtet. Im rheinland-pfälzischen Waldorf wurde eine Frau von einem herabstürzenden Baum getroffen und tödlich verletzt. Eine weitere Frau erlitt dabei schwere Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Die beiden Frauen im Alter von 58 und 47 Jahren waren den Angaben nach gemeinsam spazieren, als das Unwetter aufzog und sie Schutz bei einer überdachten Sitzgruppe suchten. Als ein nahegelegener Baum durch das Unwetter entwurzelt wurde und auf die Sitzgruppe stürzte, wurden beide Frauen getroffen. Die 58-Jährige sei am Unfallort gestorben, sagte ein Polizeisprecher. Die 47-Jährige sei in ein Krankenhaus gebracht worden.
In Höhr-Grenzhausen im Westerwaldkreis riss der Sturm Wände aus Häusern. Mindestens zwei Bauwerke seien betroffen. Es gab Schäden durch abstürzende Fassadenteile und umherfliegende Gegenstände. Und überall seien Bäume umgestürzt. In der Gemeinde Bannberscheid (ebenfalls Westerwaldkreis) wurden Teile der Fassade der Aubachhalle weggeweht. Zudem fiel vor Ort großflächig der Strom aus. Auf der A61 stürzte ein Lastwagen wegen Sturmböen um.

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Einen Tornado-Verdacht gibt es etwa im brandenburgischen Fürstenwalde/Spree: Ein Dach wurde abgedeckt und Bäume stürzten um, wie es auf der Webseite der Europäischen Unwetter-Datenbank hieß. Hinweise auf mögliche Tornados werden noch vom Deutschen Wetterdienst überprüft. Nach derzeitigem Kenntnisstand seien keine Menschen verletzt worden, sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Potsdam am Abend. Es seien aber einige Schäden entstanden, etwa weil umgestürzte Bäume Autos getroffen hätten.
Unwetter deckt Dächer ab und macht Häuser unbewohnbar
Auch in Hessen und Bayern gab es in der Nacht zahlreiche wetterbedingte Einsätze. Im hessischen Wetzlar (Lahn-Dill-Kreis) beschädigte das Unwetter rund 60 Häuser. Die Schäden reichen demnach von einzelnen fehlenden Dachziegeln bis hin zu einer totalen Dachabdeckung. Teilweise seien Dachteile bis zu 100 Meter weit geflogen, hieß es in einer Mitteilung.
Laut Polizei sind auch Häuser in Solms betroffen. Mutmaßlich sei eine Windhose für die Zerstörung verantwortlich. Eine Windhose ist ein anderes Wort für einen Tornado. Teilweise seien komplette Dachstühle angehoben worden und einige Häuser unbewohnbar, so der Sprecher. In Laubach bei Gießen beschädigte ein umstürzender Baum einen Gastank in einem Wohnhaus. Weil Gas austrat, wurde der Bereich im Umkreis von 200 Metern geräumt.
Unwetter zwingt Tausende Gäste zum Verlassen des Schützenfests
Ein Schützenfest in Kronach in Bayern wurde wegen starker Unwetter teils geräumt: Etwa 3500 Gäste hätten den Außenbereich des Festgeländes am späten Mittwochabend verlassen müssen, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. In den Bierhallen hätten die Gäste aber weiterfeiern können.
Im bayerischen Unterfranken wurden durch das Unwetter am Abend mehrere Autos beschädigt. Laut einem Sprecher der Polizei fielen wegen des Sturms zahlreiche Bäume um und stürzten auf Straßen sowie die Autos. Auch ein parkender Wohnwagen wurde demnach von einem Baum getroffen. Menschen kamen den Angaben zufolge dabei nicht zu Schaden.
dpa, red












































