- Die Temperaturen sinken, viele Insekten suchen Schutz in Häusern und Wohnungen
- Als besonders lästig gelten Stinkwanzen
- Stinkwanzen bekämpfen: Wie schützt man sich? Was auf keinen Fall tun? Der Überblick.
Die anhaltende Trockenheit in Europa ist längst nicht die einzige Herausforderung für Landwirte und Hobbygärtner in Deutschland. Mit der Marmorierten Baumwanze, auch Stinkwanze genannt, breitet sich derzeit ein Schädling aus, der erhebliche Schäden an Obst und anderen Kulturpflanzen verursacht und damit ganze Ernten gefährden kann.

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Besonders auffällig ist, dass die invasive Art zunehmend auch in deutschen Großstädten und Ballungsräumen nachgewiesen wird, darunter Stuttgart, München, Berlin, Leipzig und Hamburg. Sobald die Temperaturen fallen, suchen Stinkwanzen Schutz in Wohnungen und Häusern.
Stinkwanzen: Merkmale, Nahrung, Lebensraum – Infos im Steckbrief
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Pentatomidae (Familie), z. B. Palomena prasina (Grüne Stinkwanze) oder Halyomorpha halys (Braune Marmorierte Stinkwanze) |
| Körperlänge | ca. 10–17 mm |
| Körperform & Farbe | Schildförmig, abgeflacht; grün, braun oder marmoriert |
| Besonderes Merkmal | Stinkdrüsen, sondern bei Gefahr übel riechendes Sekret ab |
| Lebensraum | Gärten, Wiesen, Wälder, Felder; überwintert oft an Hauswänden |
| Nahrung | Pflanzensäfte (Blätter, Früchte, Samen) |
| Bedeutung für den Menschen | Teils Pflanzenschädling, sonst harmlos; keine Gefahr für Menschen |
Stinkwanze erobert Deutschland und Europa
Immer mehr invasive Arten aus anderen Teilen der Welt erobern Europa und stellen Mensch, Umwelt und Landwirtschaft vor neue Herausforderungen. Während die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke zunehmend als Gesundheitsrisiko gilt, sorgt auch die Marmorierte Baumwanze für wachsende Aufmerksamkeit. Der ursprünglich in Ostchina, Japan, Taiwan und Korea beheimatete Schädling Halyomorpha halys hat inzwischen Deutschland erreicht und breitet sich trotz verschiedener Gegenmaßnahmen weiter aus.
Die auch als Stinkwanze bekannte Art gelangte vermutlich über Transportkisten nach Europa und verbreitet sich weiterhin durch Pflanzen und Verpackungsmaterialien. Die zwischen 12 und 17 Millimeter große Wanze ist an ihrem ockerfarbenen Körper mit zahlreichen dunklen Punkten zu erkennen.
Stinkwanze: Kleiner Schädling mit großer Wirkung
Die Schäden, die die Marmorierte Baumwanze verursacht, sind auf den ersten Blick nicht immer zu erkennen. Der Schädling befällt mehr als 300 verschiedene Pflanzenarten, darunter zahlreiche in Deutschland kultivierte Obst und Gemüsesorten wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen, Himbeeren, Tomaten und Paprika. Auch vor Zierpflanzen wie Rosen macht die invasive Art keinen Halt.
Mit ihrem Rüssel sticht die Stinkwanze die Früchte an und gibt Speichel in das Pflanzengewebe ab. Dadurch wird das Gewebe im Inneren geschädigt und teilweise verflüssigt, sodass der Schädling die Nährstoffe aufnehmen kann. Für Landwirte und Hobbygärtner kann der Befall gravierende Folgen haben, denn betroffene Früchte zeigen Verformungen, Verfärbungen und einen fortschreitenden Zerfall des Gewebes, wodurch sie häufig ungenießbar werden. Im schlimmsten Fall kann ein starker Befall sogar zum Absterben der gesamten Pflanze führen.
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Die bislang eingesetzten Pflanzenschutzmittel können die Ausbreitung zwar teilweise eindämmen, erweisen sich gegen die Marmorierte Baumwanze jedoch nicht immer als zuverlässig. Hinzu kommt, dass der Schädling in Europa bislang kaum natürliche Feinde besitzt. In seiner ursprünglichen Heimat in Asien tragen dagegen unter anderem bestimmte Schlupfwespen dazu bei, eine unkontrollierte Ausbreitung der Stinkwanze zu begrenzen.

Stinkwanzen suchen Schutz in Häuser und Wohnungen – wie bekämpfen?
Auch die kalten Temperaturen in Deutschland stellen die Marmorierte Baumwanze vor Herausforderungen. Um die Wintermonate geschützt zu überstehen, sucht der Schädling deshalb häufig Zuflucht in Häusern und Wohnungen und versteckt sich dort in geschützten Spalten und Ecken.
Was tun gegen Stinkwanzen? Zu allererst: Stinkwanzen sind für den Menschen harmlos. Erst wenn sie sich bedroht fühlen, sondern sie ein stinkendes Sekret ab – daher auch der Name. Stinkwanzen lassen sich meist mit einfachen Mitteln, ein Glas oder Becher und ein Blatt Papier, einfangen und wieder nach draußen befördern. Vielfach wird zudem berichtet, dass ein Gemisch aus Wasser, Spülmittel und Essig die Plagegeister vertreibt.
Was man auf keinen Fall tun sollte: die Stinkwanzen per Staubsauger einsaugen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Wanze in diesem Moment ihr Sekret abgibt. In der Folge ist der Geruch bei Inbetriebnahme des Staubsaugers immer wieder zu riechen – und in der Regel nur mit einiger Mühe zu entfernen.
Darüber hinaus gilt: Wer Stinkwanzen fernhalten will, sollte Fenster und Türen mit Fliegengittern schützen und Löcher, Ritzen und weitere Einstiegsmöglichkeiten für die Insekten verschließen.
Wer die Wanze im eigenen Zuhause oder Garten entdeckt, kann die Sichtung auf naturkundlichen Beobachtungsportalen wie „iNaturalist“ oder „Naturgucker“ melden. Solche Hinweise helfen dabei, die weitere Ausbreitung der invasiven Art besser zu dokumentieren und ihre Verbreitungsgebiete genauer zu erfassen.
rw/bee





