Martha Stewart hat jahrzehntelang vorgemacht, wie Amerikaner ihre Feste feiern sollen. Die US-amerikanische Fernsehköchin, Unternehmerin und Moderatorin gilt als Expertin für aufwendige Dekorationen, raffinierte Rezepte und gelungene Einladungen. An Halloween allerdings bewies die 85-Jährige bei ihrer eigenen Kostümwahl wenig Fingerspitzengefühl.

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Am Samstag, dem 31. Oktober, veröffentlichte Stewart auf Instagram ein Foto, das sie in zerrissener Kleidung, mit einem schmutzig geschminkten Gesicht und einer Mütze zeigte. In den Händen hielt sie ein Schild mit der Aufschrift: „Ich bin hungrig, helfen Sie mir!!“ Ihre Verkleidung sollte offenbar einen obdachlosen Menschen darstellen.
Hinzu kam, dass Stewart mit dem Beitrag für ihre Kerzenkollektion beim US-Verkaufssender QVC warb. Die Kerzen seien perfekt für Halloween, schrieb sie dazu, wie das Promiportal „TMZ“ berichtet. In den sozialen Netzwerken stieß ihre Verkleidung jedoch auf heftige Kritik. Stewart löschte das Foto und entschuldigte sich schließlich.
Martha Stewarts Halloweenkostüm sorgt für Empörung im Netz
Viele Nutzer warfen Stewart vor, die Not obdachloser Menschen für ihre Halloweenverkleidung auszunutzen. „Lies die Stimmung richtig, Martha. Die Menschen haben es gerade schwer“, schrieb ein Nutzer laut der britischen Zeitung „The Guardian“. Ein anderer fragte, weshalb sie Menschen, die in Armut lebten und auf der Straße stürben, überhaupt als Kostüm betrachte.
Auch auf der Plattform Reddit wurde über den Auftritt gestritten. Eine Nutzerin bezeichnete Stewarts Verkleidung als „weltfremd“. Ein anderer Kommentator stellte infrage, wie ausgerechnet eine derart wohlhabende Unternehmerin eine solche Kostümwahl für angemessen halten könne.
Allerdings stieß die Kritik nicht überall auf Zustimmung. Wie das US-Magazin „Us Weekly“ berichtet, verteidigten einige Fans die 85‑Jährige. Halloween sei schließlich ein Fest der Verkleidungen. Nicht jedes Kostüm müsse deshalb gleich als politische oder gesellschaftliche Botschaft verstanden werden.
Martha Stewart verteidigt ihr Halloweenkostüm – und kontert die Kritik
Am Sonntag reagierte Stewart mit einer Stellungnahme, aus der unter anderem die US-Medien „People“ und „TMZ“ zitierten. Sie sei „bestürzt“, dass ihre Verkleidung Menschen verletzt habe. Das sei nicht ihre Absicht gewesen. Vielmehr habe sie auf die Obdachlosigkeit aufmerksam machen wollen, die zu den größten gesellschaftlichen Problemen der USA gehöre. Seit Jahren unterstütze sie Hilfsorganisationen, die sich für Betroffene einsetzten.
Stewart verwies zudem auf ihre jahrzehntelange Erfahrung mit Halloween. Sie habe stets Rezepte, Dekorationsideen und Tipps für gelungene Feiern geteilt. Der Feiertag gehöre zu ihren liebsten im Jahr.
Auch in der Kommentarspalte des Promiportals „Just Jared“ hielt Stewart an ihrer Begründung fest. Ihre Verkleidung habe obdachlose und hungernde Menschen ins öffentliche Bewusstsein rücken sollen – und das sei ihr durchaus gelungen, schrieb sie dort. Zugleich fragte sie ihre Kritiker, ob sie selbst Hilfsprojekte für Bedürftige unterstützten.
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Schauspielerin Indya Moore kritisiert Martha Stewarts Erklärung
Widerspruch bekam Stewart von Schauspielerin Indya Moore, bekannt aus der Serie „Pose“. In der Kommentarspalte von „Just Jared“ kritisierte sie sowohl die Verkleidung als auch Stewarts Rechtfertigung. Halloween sei kein Anlass, die Not einer gesellschaftlichen Gruppe zum Kostüm zu machen. Wer auf Obdachlosigkeit aufmerksam machen wolle, müsse mehr tun, als sie nachzustellen.
Auch Stewarts Frage nach dem sozialen Engagement ihrer Kritiker stieß Moore auf. Eine derart wohlhabende Unternehmerin könne nicht erwarten, dass Menschen mit weit geringeren finanziellen Mitteln ihre Beweggründe einfach akzeptierten, argumentierte die Schauspielerin.
Martha Steward: Nach erster Stellungnahme folgt eine zweite Entschuldigung
Wenige Stunden später entschuldigte sich Stewart erneut. Auf Instagram räumte sie ein, dass ihre erste Stellungnahme nicht weit genug gegangen sei. „Es fällt schwer, zuzugeben, wenn man wirklich einen Fehler gemacht hat“, schrieb sie laut dem US-Magazin „People“. Sie wisse, wie viele Menschen finanziell zu kämpfen hätten. Ihre Verkleidung sei „taktlos und nicht lustig“ gewesen. „Es tut mir sehr leid.“
Das Ausmaß der Obdachlosigkeit in den USA zeigen Zahlen des US-Wohnungsbauministeriums. Demnach waren im Januar 2025 an einem einzigen Stichtag rund 746.000 Menschen in den USA obdachlos. Mehr als 266.000 von ihnen lebten auf der Straße oder an anderen ungeschützten Orten.
Stewart selbst gehört dagegen zu den wohlhabendsten Unternehmerinnen des Landes. Erst wenige Wochen vor Halloween sprach sie im Podcast „Other People‘s Business“ über ihre früheren Millioneneinnahmen. Wie das Wirtschaftsmagazin „Fortune“ berichtete, habe ihr die Zusammenarbeit mit der Kaufhauskette Kmart zeitweise 65 Millionen Dollar jährlich an Lizenzgebühren eingebracht.
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Insgesamt seien Waren im Wert von fast zwei Milliarden Dollar verkauft worden, erzählte Stewart. Die Einnahmen hätten den Aufbau ihres Magazins und ihres Unternehmens finanziert. Ihr heutiges Vermögen wird laut der britischen Zeitung „The Guardian“ auf rund 400 Millionen Dollar geschätzt.










