Berlin. Um junge Menschen für die deutsch-französische Freundschaft zu begeistern, gibt es ab Juli Gratiszugtickets – allerdings nur begrenzt.

Aus Feinden sollten Freunde werden. Der Élysée-Vertrag besiegelte diesen Plan im Januar 1963. Zum 60-jährigen Jubiläum dieses Versprechens lassen die Verkehrsminister von Deutschland und Frankreich nun Gratistickets springen, die vor allem jungen Menschen im Alter von 18 und 27 Jahren zugute kommen sollen.

'Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Das Ziel: Sie sollen Verbindungen zueinander knüpfen können, indem sie kostenlos das Nachbarland bereisen. 60.000 Gratis-Bahntickets stellen die beiden Regierungen zur Verfügung – jeweils 30.000 kostenlose Tickets für junge Deutsche und 30.000 für Franzosen und Französinnen.

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Was müssen Interessierte tun, um an die Zugtickets zu kommen?

Es gilt das Windhund-Prinzip – wer am schnellsten ist, bekommt den Zuschlag. Bei mehr als vier Millionen jungen Menschen in Deutschland werden einige also leer ausgehen. Ab Montag, dem 12. Juni, um 10 Uhr können sich junge Erwachsene auf der Seite www.deutsch-franzoesischer-freundschaftspass.de registrieren. Voraussetzung ist die Altersgrenze: Sie müssen zum Stichtag 1. Juli volljährig sein; und der Wohnsitz muss nachweislich in Deutschland oder in Frankreich liegen.

Wann kann ich reisen?

Wer seinen Pass hat, dem steht es frei, wann er die Reise antritt. Sie kann frühestens am 1. Juli 2023 beginnen und spätestens am 31. Dezember 2023. Ab dem ersten Reisetag gilt der Pass einen Monat lang. Innerhalb dieses Zeitraums können die Züge des Nah- und Fernverkehrs in Frankreich an sieben Tagen genutzt werden. An diesen frei wählbaren Tagen können die Reisenden in Frankreich mit so vielen Zügen reisen, wie sie wollen. Dabei gilt: Hin- und Rückfahrt sind keine zusätzlichen Reisetage.

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Bahnchef Richard Lutz hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP, rechts) versprochen, dass die Seite mit den Gratistickets stabil laufen wird zu Beginn der Aktion Mitte Juni.
Bahnchef Richard Lutz hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP, rechts) versprochen, dass die Seite mit den Gratistickets stabil laufen wird zu Beginn der Aktion Mitte Juni. © dpa | Arne Dedert

Das heißt: Einer der sieben Reisetage muss genutzt werden, um aus Deutschland auszureisen, ein weiterer, um nach Hause zurückzukehren. Im Fernverkehr ist das Gratisticket dann fünf Mal gültig. Der Nahverkehr ist kostenfrei nutzbar. Man kann also von Deutschland nach Paris fahren – und dann in Frankreich an fünf Tagen den Fernzug nutzen, um zum Beispiel an die Atlantikküste zu kommen.

Was muss ich beachten?

Mehrmals über die Ländergrenzen hin und her zu pendeln, ist nicht möglich. Die Hochgeschwindigkeitszüge in Frankreich und im grenzüberschreitenden Verkehr können nur mit einer Sitzplatzreservierung genutzt werden – und die kostet. Das Ticket wird, ähnlich wie Interrail-Tickets, mobil auf dem Handy abrufbar sein.

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Was muss ich auf der Internetseite angeben?

Als das Deutschlandticket auf den Markt kam, gab es aufgrund des hohen Andrangs Probleme mit der Internetseite der Deutschen Bahn. Die Seite des Freundschaftspasses soll am Montag stabil bleiben. Das hat die Bahn Verkehrsminister Volker Wissing versichert. Abgefragt werden folgende Daten: Vorname, Nachname, Geburtsdatum, Wohnsitzland und E-Mail-Adresse.