Berlin. Der Challenger 2 ist der schwerste Panzer der Welt. Doch selbst seine geheime Panzerung hat offenbar das Schlimmste nicht verhindert.

Trümmerteile liegen verstreut, dichter schwarzer Rauch quillt aus einem Panzerwrack, im Hintergrund ragen Baumstümpfe kahl in den grauen Himmel: Es ist eine Szene wie aus einem Kriegsfilm, die seit Montag in den sozialen Netzwerken kursiert.

'Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Nur zeigt sie keine Hollywood-Fiktion, sondern die Realität im Ukraine-Krieg. Eine Realität, in der selbst schwerstes Kriegsgerät in kurzer Zeit zu einem glühenden Wrack verbrennen kann. Konkret zeigt die Aufnahme, die unter anderem von dem Open Source Intelligence X-Kanal OSINTtechnical verbreitet wird, einen abgeschossenen britischen Panzer, Typ Challenger 2. Das bestätigten unter anderem Verteidigungsanalysten der britischen BBC.

Challenger 2: "Scharfschütze" unter den Panzern

Das 65-Tonnen-Kampfvehikel ist das schwerste der Welt; geschützt mit modernster Panzerung – Details seiner sogenannten Chobham-Panzerung unterliegen der Geheimhaltung – bewaffnet mit leistungsstarker 120-Militmeter-Kanone und vollgestopft mit Elektronik ist der Challenger 2 darauf ausgelegt, in schwersten Gefechten zu bestehen. Sein Geschütz verfügt dazu über hohe Treffsicherheit und Reichweite, ideal für den Kampf auf große Distanz.

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Die Ukrainer schätzen den britischen Panzer sehr, loben ihn als gepanzerten Scharfschützen. "Dieser Panzer ist wie ein Scharfschützengewehr", gibt ein ukrainischer Panzerfahrer in einem Video des ukrainischen Verteidigunsministeriums seine Gefechtserfahrung mit dem Challenger 2 wieder. Wegen seiner hohen Treffsicherheit setzt die Ukraine das Fahrzeug bislang vor allem zur Feuerunterstützung ein.

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14 der Stahlkolosse hat die Ukraine vom Vereinigten Königreich übergeben bekommen; nun hat die 82. Luftlandebrigade bei der Ortschaft Robotnye, im südlichen Frontabschnitt im Oblast Saporischschja eines der Ungetüme verloren. Dort erzielten die Ukrainerinnen eigenen Angaben zufolge unlängst einen Durchbruch in Russlands schwer befestigter Frontlinie. Beim Vorstoß in die Bresche scheint es den Panzer dann getroffen zu haben.

Der britische Premier Sunak und Präsident Selenskyj geben eine gemeinsame Pressekonferenz in Dorset. Im Hintergrund: ein Challenger 2.
Der britische Premier Sunak und Präsident Selenskyj geben eine gemeinsame Pressekonferenz in Dorset. Im Hintergrund: ein Challenger 2. © IMAGO / ZUMA Wire

Abgeschossener Nato-Panzer: Direkter Treffer eher unwahrscheinlich

Unklar ist allerdings, warum das Fahrzeug in Rauch aufgegangen ist. Eher unwahrscheinlich ist, dass ein direkter Treffer aus russischen Kanonen solche Schäden angerichtet hat. Von rund 400 bislang gebauten Fahrzeugen wurden nur zwei jemals zerstört. Einer im Jahr 2003 im Irak, nach einem Treffer aus den eigenen Reihen; und nun das in der Ukraine verlorene Fahrzeug. Damit ist zum ersten Mal überhaupt ein Challenger 2 an feindliches Feuer verloren gegangen.

Wahrscheinlicher als ein Volltreffer aus einem russischen T-Modell ist, dass den britischen Tank ein ähnliches Schicksal ereilte, wie die bereits abgeschossenen deutschen Leopard II. Die Fahrzeuge fahren auf Minen auf oder geraten unter Artilleriebeschuss, werden unbeweglich, etwa weil die Kette von den Laufrollen gesprengt wird. Die Besatzung gibt den Panzer darauf hin auf – und russische Drohnen zerstören es mit Sprengladungen.

Mehr zu Panzern in Ukraine-Krieg lesen Sie hier

Verlust von Panzern letztendlich unvermeidlich

Verluste selbst schwerster Ex-Nato-Waffen im Krieg gegen Russland sind derweil unvermeidlich. Die Panzer sind dafür da, sich schwerem Beschuss auszusetzen, verlassen sich beim Vorstoß auf Panzerung und Geschwindigkeit.

Der ukrainische Soldat Olexandr Solon'ko beschreibt es beim inzwischen als X bekannten Nachrichtendienst so: "Letztendlich ist es unmöglich, den Verlust von Panzern gänzlich zu umgehen, vor allem wenn der Feind die Luftüberlegenheit besitzt." Panzer dienten einem bestimmten Zweck – und der beinhalte Risiken.

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"Solche Vorstöße lassen sich rechtfertigen, weil sie Leben schützen", schreibt der Soldat bei X weiter. Zumal sich selbst die schwerst-beschädigte Ausrüstung reparieren lasse. "Man kann ein Stück Stahl ersetzen, auch wenn es teuer ist. Was man nicht ersetzen kann, ist ein Menschenleben."