Die Polizei prüft Vorfälle bei einer Pro-Palästina-Demo in Essen. Es kam zu etlichen islamistischen Bekundungen. Israel-News im Blog.

Israel-News vom 4. November: Arabische Außenminister und PLO rufen zu sofortiger Waffenruhe auf

21.00 Uhr: Mehrere arabische Staaten und die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) haben nach einem Treffen mit US-Außenminister Antony Blinken einen „sofortigen Waffenstillstand in Gaza“ gefordert. Ein „sofortiger und bedingungsloser Waffenstillstand in Gaza“ sei dringend notwendig, sagte der jordanische Außenminister Aiman al-Safadi bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Amman am Samstag. Angemessene Hilfen müssten unverzüglich im Gazastreifen ankommen. Die „Vertreibung der Palästinenser“ müsse gestoppt werden. „Mord und Kriegsverbrechen müssen aufhören und die Immunität Israels gegenüber dem Völkerrecht muss enden“, so Al-Safadi.

US-Außenminister Antony Blinken erklärte, dass mehr getan werden müsse, um palästinensische Zivilisten zu schützen, verurteilte aber auch das Handeln der im Gazastreifen herrschenden, von den USA als Terrororganisation eingestuften Hamas. Blinken setzte sich erneut für eine humanitäre Feuerpause ein. Diese ermögliche es aus Sicht der USA, humanitäre Unterstützung nach Gaza zu bringen, und verbessere die Bedingungen für mögliche Freilassungen von Geiseln in der Gewalt der Hamas.

Zehntausende bei propalästinensischen Demos in Großbritannien

20.47 Uhr: Bei propalästinensischen Demonstrationen sind am Samstag in London und anderen britischen Städten Zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen. Allein in der britischen Hauptstadt waren 30 000 Menschen an Protesten gegen die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen beteiligt, wie die BBC unter Berufung auf Schätzungen der Polizei berichtete. Sie forderten unter anderem einen sofortigen Waffenstillstand.

Im Zusammenhang mit den Protesten auf dem Trafalgar Square und in der Umgebung wurden elf Menschen festgenommen, wie Scotland Yard am Abend mitteilte. Grund dafür sei in einem Fall ein Plakat gewesen, das zu Hass aufstacheln könne, so der BBC-Bericht.

Tausende schlossen sich auch einer propalästinensischen Demonstration in Manchester an. Auch in Sheffield, Liverpool, Leeds, Edinburgh, Glasgow, Cardiff und Belfast wurde für eine sofortige Waffenruhe für Gaza demonstriert.

Habeck: „Notwendige Konsequenz von Israel“

17.37 Uhr: Der Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel ist nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) „eine Kampfansage an die zivilisierte Welt“.

In einer Videobotschaft für die Landesdelegiertenversammlung der rheinland-pfälzischen Grünen in Saarburg sagte er, „dieser Angriff erfordert eine notwendige Konsequenz von Israel“. Habeck fügte hinzu, „im Grunde muss die Hamas zerstört werden, weil sie den Prozess des Friedens im Nahen Osten zerstört.“

„Auch die Palästinenser haben das Recht auf einen eigenen Staat“, sagte der Minister. Die Zweistaatenlösung sei die richtige politische Antwort. Die Hamas habe jedoch an einer solchen Lösung kein Interesse.

„Sie kämpft nicht dafür, dass die palästinensische Bevölkerung einen eigenen Staat bekommt. Sie kämpft für den Krieg. Sie will den Krieg durchsetzen und die Zerstörung Israels, die natürlich nie stattfinden wird, aber unermessliches Leid auch über die eigene Bevölkerung bringt.“

Die Hamas arbeite „mit einer großen Verwechselungslüge“, wenn sie ihr Vorgehen als politisches Angebot darstelle: „Es ist kein politisches Angebot, es ist eine Kampfansage an die zivilisierte Welt.“

Natürlich müsse Israel der Hamas entgegentreten, sagte Habeck. Dabei sei Israel auch an das Völkerrecht gebunden und gehalten, zivile Opfer zu minimieren und humanitäre Standards einzuhalten. „Das tun sie aber auch beziehungsweise werden sie tun. Alle diplomatischen Bemühungen sind darauf gerichtet, dass das passiert.“

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Zuletzt hatte Habeck mit einer Videobotschaft gegen Antisemitismus und für Solidarität mit Israel eine enorme Resonanz ausgelöst und viel Zuspruch erhalten. In dem Video, das sein Ministerium am Mittwochabend bei X (vormals Twitter) verbreitet hatte, prangerte der Grünen-Politiker antisemitische Übergriffe in Deutschland an. Er verlangte „eine harte politische Antwort“ und forderte von Muslimen eine klarere Distanzierung von antisemitischen Äußerungen und Handlungen.

Guterres entsetzt über Beschuss von Krankenwagen in Gaza

15.33 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat sich „entsetzt“ über den Beschuss von Krankenwagen im Gazastreifen gezeigt. Die Bilder von auf der Straße liegenden Leichen vor dem Schifa-Krankenhaus in der Stadt Gaza seien erschütternd, hieß es in einer Stellungnahme von Guterres vom späten Freitagabend in New York.

Israels Armee hatte zuvor mitgeteilt, einen Krankenwagen angegriffen zu haben, der von der islamistischen Hamas benutzt worden sei. Dabei seien mehrere Terroristen getötet worden.

Das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium gab dagegen an, es seien Verwundete zum Grenzübergang transportiert worden, damit diese in Ägypten behandelt werden können. 13 Menschen seien getötet und 26 weitere verletzt worden, erklärte das Ministerium weiter. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Er habe die von der Hamas in Israel verübten Terroranschläge „nicht vergessen“, erklärte Guterres. Er forderte erneut die Freilassung der Geiseln. Zugleich fügte er hinzu, die Zivilbevölkerung in Gaza, darunter auch Kinder und Frauen, würde „seit fast einem Monat belagert, Hilfe verwehrt, getötet und aus ihren Häusern gebombt“.

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Polizei prüft zahlreiche Verstöße bei Demo in Essen

14.43 Uhr: Nach einer als Pro-Palästina-Demonstration angemeldeten Kundgebung am Freitagabend in Essen mit rund 3000 Menschen prüfen die Ermittler das Geschehen auf strafrechtliche Relevanz. Bei der Kundgebung waren Transparente mit islamistischem Inhalt und in arabischer Sprache zu sehen, unter anderem mit der Forderung nach der Errichtung eines Kalifats. Auch hatten Teilnehmer den erhobenen Zeigefinger gezeigt, der als Geste der radikalen Islamisten gilt.

Nach Polizeiangaben wurde während des Aufzuges deutlich, dass der bei der Polizei angegebene Versammlungsgrund „Pro-Palästina“ möglicherweise nur vorgeschoben worden war, um eine „islamreligiöse Versammlung“ auf Essens Straßen durchzuführen. Dies sei dadurch deutlich geworden, „dass Ordner eine strikte Geschlechtertrennung vornahmen und Frauen sowie Kinder am Ende des Aufzuges laufen mussten“. Bei der Abschlusskundgebung hätten Frauen und Kinder an einer anderen Stelle stehen müssen als die Männer.

Erdogan: Netanjahu für uns kein Gesprächspartner mehr

14.04 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat im Zuge des Gaza-Kriegs nach eigenen Worten den Kontakt zu Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu abgebrochen. „Netanjahu ist für uns keine Art von Gesprächspartner mehr. Wir haben ihn gelöscht, wir haben ihn durchgestrichen“, sagte Erdogan laut einer Mitteilung seines Pressebüros vom Samstag auf dem Rückflug von der kasachischen Hauptstadt Astana. Ankara beabsichtige allerdings nicht, die diplomatischen Beziehungen zu Israel abzubrechen.

Netanjahu habe „die Unterstützung seiner Bürger“ verloren und wolle nun Unterstützung für die „Massaker“ gewinnen, indem er „religiöse Terminologie“ verwende, sagte Erdogan weiter.

Die Türkei nutze alle diplomatischen Optionen, um „das Blutvergießen zu stoppen“, sagte Erdogan. Dazu zählte er Gespräche mit israelischen Geheimdienstvertretern, dem Außenministerium sowie mit der Hamas und den palästinensischen Behörden.

Recep Tayyip Erdogan mit einem Schal in den Farben der Türkei und Palästinas: Mit Benjamin Netanjahu will Erdogan keinen Kontakt mehr. (Photo by YASIN AKGUL / AFP)
Recep Tayyip Erdogan mit einem Schal in den Farben der Türkei und Palästinas: Mit Benjamin Netanjahu will Erdogan keinen Kontakt mehr. (Photo by YASIN AKGUL / AFP) © AFP | Yasin Akgul

Israelische Armee nennt erneut Ultimatum für Flucht in den Süden Gazas

13.18 Uhr: Die israelische Armee hat den Zivilisten im Gazastreifen am Samstag erneut ein Zeitfenster für die Flucht in den Süden des Küstengebiets genannt. Einwohner hätten von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr Ortszeit (12.00 bis 15.00 Uhr MEZ) Zeit, um eine sichere Fluchtroute zu nutzen, schrieb ein israelischer Armeesprecher auf X in arabischer Sprache rund eine Stunde vor Beginn des Zeitfensters. Die Armee veröffentlichte auch eine Karte mit der ausgewiesenen Straße.

Am vergangenen Wochenende hatte das Militär eine neue Phase im Krieg gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas eingeläutet und seine Einsätze am Boden ausgeweitet. Israels Armee hatte die Menschen im Norden bereits mehrfach aufgefordert, in den Süden des abgeriegelten Küstenstreifens zu fliehen. Dies haben nach Militärangaben bereits mindestens rund 700.000 Menschen getan. Die Vereinten Nationen sprechen sogar von 1,4 Millionen Binnenflüchtlingen. Insgesamt leben in dem dicht besiedelten Gebiet mehr als 2,2 Millionen Menschen.

Hamas wollte laut Bericht Kämpfer über Grenzübergang Rafah herausschmuggeln

12.15 Uhr: Die islamistische Hamas hat laut einem US-Medienbericht im Gaza-Krieg versucht, verletzte Mitglieder ihres militärischen Arms über den Grenzübergang Rafah nach Ägypten herauszuschmuggeln. Damit habe sie die Evakuierung von Ausländern aus dem Gaza-Streifen verzögert, schreibt die „New York Times“ unter Berufung auf einen hohen amerikanischen Regierungsbeamten.

Der US-Offizielle sagte laut „New York Times“ am Freitag, dass die Hamas zuvor Israel, den Vereinigten Staaten und Ägypten wiederholt Listen verwundeter Palästinenser vorgelegt habe, die zusammen mit US-Bürgern und anderen Ausländern ausreisen sollten. Nachprüfungen hätten aber ergeben, dass es sich bei vielen dieser Personen um Hamas-Kämpfer handelte. Dies sei für die Vertreter Ägyptens, der USA und Israels inakzeptabel gewesen. Hamas sei aber zunächst dabei geblieben, Listen vorzulegen, auf denen auch eigene Kämpfer standen.

Zentralrat der Muslime kritisiert Antisemitismus bei Demonstrationen

11.03 Uhr: Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat antisemitische Vorfälle bei propalästinensischen Demonstrationen verurteilt und zu Vorsicht bei der Teilnahme an Kundgebungen aufgerufen. Es gebe „ganz klare Verstöße, antisemitische Judenhass-Verstöße“, sagte der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek am Samstag im Deutschlandfunk. „Sie müssen geahndet werden.“ An die Muslime appellierte er: „Passt auf, wo ihr mitlauft.“ Es gebe Gruppen, die solche Demonstrationen nutzten, um Parolen gegen Juden und Antisemitismus zu skandieren. „Das müssen wir nicht so haben.“

03.11.2023, Nordrhein-Westfalen, Essen: Eine Fahne mit arabischer Schrift weht bei der Kundgebung «Gaza unter Beschuss - gemeinsam gegen das Unrecht». Der Zentralrat der Muslime warnt Muslime davor, bei potentiell judenfeindlichen Demos mitzulaufen.
03.11.2023, Nordrhein-Westfalen, Essen: Eine Fahne mit arabischer Schrift weht bei der Kundgebung «Gaza unter Beschuss - gemeinsam gegen das Unrecht». Der Zentralrat der Muslime warnt Muslime davor, bei potentiell judenfeindlichen Demos mitzulaufen. © dpa | Christoph Reichwein

Israels Armee meldet Tötung Dutzender Terroristen in Gaza

7.46 Uhr: Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben bei einem weiteren Bodeneinsatz gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen „Dutzende Terroristen“ getötet. Es habe am Vortag zahlreiche Versuche gegeben, die israelischen Truppen aus Tunnelschächten und militärischen Einrichtungen im nördlichen Gazastreifen anzugreifen, teilte die Armee am Samstagmorgen mit. Die Soldaten hätten Terroristen getötet, Waffen der Hamas gefunden und Tunnelschächte freigelegt, die für Terrorzwecke genutzt würden.

Israelische Panzer hätten im Norden des Gazastreifens drei Beobachtungsposten der Hamas zerstört und bei Gefechten mit 15 Terroristen mehrere von ihnen getötet, hieß es weiter. In der Nacht habe die israelische Armee zudem im südlichen Gazastreifen eine gezielte Razzia durchgeführt, um Gebäude zu räumen und Sprengsätze zu entschärfen. Während des Einsatzes seien die Truppen auf eine Terrorzelle gestoßen, die aus einem Tunnelschacht gekommen sei. Die Truppen hätten auf die Terroristen gefeuert und sie getötet, hieß es.

Netanjahu lehnt US-Forderung nach humanitärer Feuerpause im Gazastreifen ab

7.25 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken hat sich bei seinem zweiten Israel-Besuch seit Beginn des Nahost-Krieges vergeblich für eine humanitäre Feuerpause im Gazastreifen eingesetzt. Ohne eine Freilassung der von der radikalislamischen Hamas verschleppten Geiseln lehne sein Land eine „vorübergehende Feuerpause“ ab, sagte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu am Freitag nach Gesprächen mit Blinken. Die Hamas meldete indes nach einem Angriff auf einen Krankenwagen weitere Angriffe im Gazastreifen mit zahlreichen Toten.

Eine humanitäre Feuerpause mache es möglich, Vorkehrungen zur Erhöhung der Sicherheit der Zivilisten im Gazastreifen zu treffen, und erleichtere Hilfslieferungen, sagte Blinken. Zudem betonte er, der einzige Weg, um dauerhafte Sicherheit in Israel gewährleisten zu können, sei eine Zweistaatenlösung. Diese sieht die Gründung eines palästinensischen Staates vor, der friedlich mit Israel koexistiert.

Netanjahu sagte dagegen, Israel lehne eine vorübergehende Feuerpause ab, die „nicht eine Freilassung unserer Geiseln beinhaltet“. Israelischen Angaben zufolge befinden sich aktuell 241 Geiseln in den Händen der Hamas.

Netanjahu schließt Waffenruhe kategorisch aus
Netanjahu schließt Waffenruhe kategorisch aus © Unbekannt | Unbekannt

Israels Armee meldet Abwehr von Terroristen aus Libanon

5.11 Uhr: Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben Terroristen aus dem Libanon abgewehrt. Wie die Armee in der Nacht zum Samstag auf Telegram bekanntgab, habe eine „Terrorzelle“ am Vortag versucht, Panzerabwehrraketen auf das Gebiet des Kibbuz Yiftah im Norden Israels abzuschießen. Ein Panzer der israelischen Armee habe die Terrorzelle getroffen. Zudem habe sich ein Terrorist aus dem Libanon dem Grenzgebiet in der Nähe der Gemeinde Schelomi genähert und sei von einem israelischen Kampfflugzeug getötet worden.

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Seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober kommt es an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon immer wieder zu Konfrontationen zwischen der israelischen Armee und der proiranischen Schiitenmiliz Hisbollah. Auf beiden Seiten gab es bereits Tote. Die Hisbollah hat Verbindungen zur im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas, gilt aber als deutlich einflussreicher und schlagkräftiger. Zudem gilt sie als wichtigster nichtstaatlicher Verbündeter des Irans und zählt zur selbst ernannten „Widerstandsachse“, einer Front von Milizen mit dem Ziel, Irans Erzfeind Israel zu bekämpfen.

Hisbollah-Kämpfer hissen die Fahne ihrer Gruppe und rufen Slogans, während sie am Trauerzug des durch israelischen Beschuss getöteten Hisbollah-Kämpfers Bilal Nemr Rmeiti teilnehmen. +++ dpa-Bildfunk +++
Hisbollah-Kämpfer hissen die Fahne ihrer Gruppe und rufen Slogans, während sie am Trauerzug des durch israelischen Beschuss getöteten Hisbollah-Kämpfers Bilal Nemr Rmeiti teilnehmen. +++ dpa-Bildfunk +++ © picture alliance/dpa/AP | Hassan Ammar

USA rechnen laut Medienbericht mit Intensivierung von Israels Bodenoffensive

4.30 Uhr: Die US-Regierung rechnet einem Medienbericht zufolge in den nächsten Tagen mit einer neuen Phase in Israels Feldzug gegen die Islamisten der Hamas im Gazastreifen. Der US-Sender CNN berichtete in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf einen ranghohen Regierungsbeamten in Washington, die Regierung von US-Präsident Joe Biden rechne mit einer Reduzierung der Luftangriffe und einem stärkeren „taktischen Fokus auf die Bodenkampagne“. Dabei dürfte es dem zitierten Beamten zufolge darum gehen, das riesige Netz unterirdischer Tunnelkomplexe zu räumen, von denen aus die Hamas operiere.

Da weiterhin humanitäre Hilfe in den Gazastreifen fließe, erwarte die US-Regierung in Bezug auf die bisher massiven Luftangriffe der Israelis „eine Verringerung dessen, was wir gesehen haben“, heißt es weiter in dem Bericht. Seit den großangelegten Terrorangriffen der im Gazastreifen herrschenden Hamas Anfang Oktober hat Israel eigenen Angaben zufolge mehr als 12.000 Ziele im Gazastreifen angegriffen. Inzwischen rücken dort auch Bodentruppen gegen Hamas-Terroristen und militärische Ziele vor.

Israels Armee bestätigt Angriff auf Krankenwagen in Gaza

3.43 Uhr: Israels Armee hat bei ihrem Vormarsch im Norden des Gazastreifens nach eigenen Angaben einen angeblich von der islamistischen Hamas benutzten Krankenwagen angegriffen. Dabei seien mehrere Terroristen getötet worden, teilte das Militär am Freitag mit. Das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium behauptete dagegen, es seien Verwundete zum Grenzübergang transportiert worden, damit diese in Ägypten behandelt werden können. Der Angriff geschah demnach vor dem Eingang des Schifa-Krankenhauses in der Stadt Gaza. 13 Menschen seien dabei getötet und 26 weitere verletzt worden. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Israel wirft der Hamas seit langem vor, ihre Kommandozentren, Waffenlager und Raketenabschussrampen gezielt in zivilen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Schulen zu platzieren oder in Tunneln darunter - damit sie nicht aus der Luft bombardiert werden.

„Wir sind zutiefst schockiert über die Berichte über Angriffe auf Krankenwagen, die Patienten in der Nähe des Al-Shifa-Krankenhauses in Gaza evakuieren, die zu Todesfällen, Verletzungen und Schäden geführt haben“, schrieb der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, auf der Plattform X (vormals Twitter). „Wir wiederholen: Patienten, medizinisches Personal, Einrichtungen und Krankenwagen müssen jederzeit geschützt werden. Immer.“ Der WHO-Chef forderte einen sofortigen Waffenstillstand.

ARCHIV - 26.08.2020, Palästinensische Gebiete, Gaza: Mitglieder der islamistischen Hamas bewachen die Tore des Schifa-Krankenhaus in Gaza, das nach israelischer Darstellung auch als Hamas-Kommandozentrum dient. Foto: Mohammed Talatene/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV - 26.08.2020, Palästinensische Gebiete, Gaza: Mitglieder der islamistischen Hamas bewachen die Tore des Schifa-Krankenhaus in Gaza, das nach israelischer Darstellung auch als Hamas-Kommandozentrum dient. Foto: Mohammed Talatene/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ © DPA Images | Mohammed Talatene

US-Außenminister Blinken will arabische Amtskollegen zu Gaza-Gesprächen treffen

0.47 Uhr: Am Samstag wird sich US-Außenminister Antony Blinken jordanischen Angaben zufolge mit Amtskollegen aus Saudi-Arabien, Ägypten und anderen Ländern der Region für ein Gespräch über den Gaza-Krieg treffen. Jordanien wolle sich zunächst mit mehreren arabischen Staaten abstimmen, um „den israelischen Krieg gegen Gaza und die dadurch verursachte humanitäre Katastrophe zu beenden“, wie die jordanische Nachrichtenagentur Petra am Freitagabend unter Berufung auf einen Sprecher des jordanischen Außenministeriums meldete. Danach kommen die Außenminister den Angaben nach in Jordaniens Hauptstadt Amman mit Blinken zusammen, um ihre Position zu bekräftigen.

Auch die Außenminister aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie ein Vertreter der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) seien bei den Gesprächen dabei. Die säkulare Fatah-Fraktion innerhalb der PLO ist ein erbitterter Rivale der Hamas.

US-Außenminister Blinken in Israel eingetroffen
US-Außenminister Blinken in Israel eingetroffen © Unbekannt | Unbekannt

Israel-News vom 3. November: Frankreich plant Geberkonferenz für humanitäre Hilfe im Gazastreifen

20.50 Uhr: Angesichts der Lage im Gazastreifen hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für Donnerstag kommender Woche eine „humanitäre Konferenz“ in Paris angekündigt. Der „Kampf gegen den Terrorismus rechtfertigt nicht die Opferung von Zivilisten“, sagte Macron am Freitag bei einem Besuch in der Bretagne.

Nach Angaben des französischen Außenministeriums sind zu der Geberkonferenz Vertreter der EU-Staaten, aus der Golfregion sowie der G20-Staatengruppe und von verschiedenen UN-Organisationen und großen Hilfsorganisationen eingeladen. Ziel sei es, die Hilfe für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen zu beschleunigen. Konkret gehe es um Nahrung, medizinische Ausrüstung und die Versorgung mit Energie. Israel sei über die geplante Konferenz informiert, werde jedoch selbst nicht teilnehmen.

Mehr als 30 Deutsche haben Gazastreifen verlassen

19.09 Uhr: Mehr als 30 Deutsche haben nach Angaben des Auswärtigen Amts am Freitag den Gazastreifen verlassen. Zu den Menschen, die über den Grenzübergang Rafah nach Ägypten ausgereist seien, gehörten auch Familien mit Kindern, erklärte das Auswärtige Amt am Abend im Onlinedienst X (vormals Twitter). Das Ministerium arbeite „intensiv daran, dass weitere Deutsche ausreisen können“.

Der Grenzübergang Rafah war am Mittwoch erstmals seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas für ausreisende Menschen geöffnet worden. Am selben Tag hatte die Bundesregierung erstmals die Ausreise einer „niedrigen einstelligen Zahl deutscher Staatsangehöriger“ mitgeteilt.

Bundeskanzler Scholz telefoniert mit Jordaniens König

18.25 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat mit Jordaniens König Abdullah II. zum Gaza-Krieg telefoniert. „Der Bundeskanzler und der König waren sich einig, dass es gilt, eine regionale Ausweitung des Konflikts zu verhindern“, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Freitag mit. Der Bundeskanzler und der König seien sich auch einig darüber gewesen, dass eine nachhaltige Lösung, die Israelis und Palästinensern ein Leben in Frieden und Sicherheit ermögliche, nur in einer Zwei-Staaten-Lösung liegen könne.

Scholz bekräftigte laut Hebestreit, dass sich Deutschland für den Schutz von Zivilisten und für einen „kontinuierlichen und sicheren Zugang“ humanitärer Hilfe für die Menschen im Gaza-Streifen einsetze. Die Bundesregierung habe ihre humanitäre Hilfe für den Gaza-Streifen ausgeweitet.

Bundeskanzler Scholz will eine Ausweitung des Konflikts verhindern.
Bundeskanzler Scholz will eine Ausweitung des Konflikts verhindern. © DPA Images | Michael Kappeler

Hamas unterstelltes Gesundheitsministerium in Gaza meldet: Israel soll Krankenwagen-Konvoi beschossen haben

17.50 Uhr: Das der Hamas unterstellte Gesundheitsministerium in Gaza behauptet, israelische Streitkräfte hätten einen Konvoi aus Krankenwagen angegriffen, der das Shifa-Krankenhaus in Richtung Rafah verlassen haben soll. Das berichtete die israelische Zeitung „Haaretz“. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben derzeit nicht.

Israel hingegen meldet, es gebe Hinweise darauf, dass die Hamas Krankenwagen nutzt, um Kämpfer und Waffen zu transportieren. Bei dem Einsatz seien Terroristen getötet worden, berichtet Haaretz.

Hisbollah-Chef droht Israel und USA

17.16 Uhr: Erstmals seit dem Beginn des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas hat sich der Chef der libanesischen Hisbollah offiziell zu Wort gemeldet und eine Ausweitung des Konflikts als „realistisch“ bezeichnet. An der libanesischen Front seien „alle Optionen offen“, sagte Hassan Nasrallah am Freitag in einer Fernsehansprache. Sollte Israel einen Angriff auf den Libanon oder einen Präventivschlag in Betracht ziehen, wäre das „die größte Dummheit seiner Existenz“, fügte er hinzu.

Die Rede des Hisbollah-Chefs war mit Spannung erwartet worden. Seit dem Großangriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober gibt es beinahe täglich militärische Auseinandersetzungen an der israelisch-libanesischen Grenze. Es gibt Befürchtungen, dass die Hisbollah eine neue Front zur Unterstützung der Hamas eröffnen und so Libanon in den Krieg hineinziehen könnte.

In Richtung der USA betonte Nasrallah, dass seine vom Iran unterstützte Miliz bereit sei, sich deren Kriegsschiffen im Mittelmeer entgegenzustellen. „Eure Flotte macht uns keine Angst“, sagte der Hisbollah-Chef. Nasrallah warf den USA vor, allein für den Krieg im Gazastreifen verantwortlich zu sein, da Israel „nur ein Instrument“ der Vereinigten Staaten sei. „Wer auch immer einen regionalen Krieg verhindern will, muss sofort die Aggressionen im Gazastreifen einstellen“, sagte er.

Der Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah äußerte sich erstmals öffentlich zum Krieg zwischen der Hamas und Israel.
Der Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah äußerte sich erstmals öffentlich zum Krieg zwischen der Hamas und Israel. © AFP | AHMAD AL-RUBAYE

Netanjahu will keine Treibstofflieferungen nach Gaza erlauben

16.51 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will eigenen Angaben nach keine Treibstofflieferungen in den Gazastreifen erlauben. Das sagte er am Freitag nach einem Treffen mit US-Außenministers Antony Blinken. Israels Armeechef Herzi Halevi hatte am Donnerstag Treibstofflieferungen in Aussicht gestellt, sofern es in den Krankenhäusern im Gazastreifen keinen mehr gibt. Die Kliniken brauchen den Treibstoff für Generatoren, um Strom zu erzeugen.

Israel erlaubt die Einfuhr von Treibstoff nicht, weil es einen Missbrauch durch die dort herrschende Hamas befürchtet. Er diene den Islamisten etwa zur Belüftung des unterirdischen Tunnelsystems, von denen aus israelische Soldaten angegriffen werden könnten. Israel wirft der Hamas auch vor, Krankenhäusern Treibstoff für Kriegsziele weggenommen zu haben. Die Angaben lassen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Die USA drängen auf Feuerpausen. Premier Netanjahu lehnt das bislang ab.
Die USA drängen auf Feuerpausen. Premier Netanjahu lehnt das bislang ab. © DPA Images | Amos Ben-Gershom

Netanjahu lehnt Feuerpausen ohne Freilassung der Geiseln ab

16.40 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lehnt Feuerpausen im Gazakrieg ab, so lange die islamistische Hamas nicht die im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln freilasse. Das sagte er am Freitag bei einem Besuch des US-Außenministers Antony Blinken.

Blinken wiederum sagte in Israel, er habe bei seinen Treffen mit Regierungsvertretern in Tel Aviv ausführlich über mögliche humanitäre Feuerpausen diskutiert. Diese sollen dazu dienen, die Menschen im Gazastreifen mit humanitärer Hilfe zu versorgen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich in Sicherheit zu bringen.

USA treiben Gespräche über mögliche Feuerpausen in Gaza-Krieg voran

15.27 Uhr: Die US-Regierung treibt Gespräche über mögliche zeitlich begrenzte Feuerpausen im Gaza-Krieg voran. US-Außenminister Antony Blinken sagte am Freitag bei einem Besuch in Israel, er habe bei seinen Treffen mit Regierungsvertretern in Tel Aviv ausführlich über mögliche humanitäre Feuerpausen diskutiert. „Es gibt eine Reihe sehr wichtiger praktischer Fragen, die damit einhergehen“, räumte er ein, betonte aber: „Wir glauben, dass es dafür eine Lösung gibt. Wir haben vereinbart, dass unsere Teams weiter über praktische Lösungen diskutieren werden.“

Zu den „berechtigten Fragen“, die bei seinen Gesprächen in Tel Aviv aufgekommen seien, gehöre die Frage „wie eine Pause genutzt werden kann, um den Fluss der humanitären Hilfe zu maximieren, wie eine Pause mit der Freilassung von Geiseln verbunden werden kann und wie sichergestellt werden kann, dass die Hamas diese Pausen oder Vereinbarungen nicht zu ihrem eigenen Vorteil nutzt“. All diese Fragen müssten nun dringend angegangen werden.

Baerbock warnt Hisbollah vor Angriff auf Israel

15.21 Uhr: Außenministerin Annalena Baerbock hat die schiitische Hisbollah im Libanon vor einem großangelegten Angriff auf Israel gewarnt. Auch die Menschen im Libanon wollten nur in Frieden leben und keine weitere Eskalation in der Region, sagte die Grünen-Politikerin am Freitag nach einem Treffen mit ihrem armenischen Kollegen Ararat Mirsojan in der Hauptstadt Eriwan. Sie ergänzte: „Deswegen ist es so unglaublich wichtig, dass alle Akteure gemeinsam dafür sorgen, dass ein Flächenbrand in der Region verhindert wird.“

Mit Blick auf die humanitäre Lage im Gazastreifen verlangte Baerbock eine Umsetzung der auch von der EU geforderten humanitären Pausen zur Versorgung der Zivilbevölkerung. „Humanitäre Hilfe ist ein Gebot der Menschlichkeit. Es muss dafür humanitäre Pausen und humanitäre Korridore geben“, sagte sie. Dafür hätten sich alle 27 EU Staaten gemeinsam stark gemacht „und daran arbeiten wir auch rund die Uhr vor Ort“. Die Hamas spiele „mit dem Leid auch der unschuldigen Männer, Frauen und Kinder in Gaza, indem sie sie als menschliche Schutzschilde missbraucht“, so Baerbock.

Außenministerin Annalena Baerbock warnt die Hisbollah im Libanon vor einem großangelegten Angriff auf Israel.
Außenministerin Annalena Baerbock warnt die Hisbollah im Libanon vor einem großangelegten Angriff auf Israel. © AFP | KAREN MINASYAN

Hisbollah-Chef: „USA tragen Verantwortung für Gaza-Krieg“

15.20 Uhr: Der Generalsekretär der Schiitenorganisation Hisbollah im Libanon, Hassan Nasrallah, hat den USA vorgeworfen, die alleinige Verantwortung für den anhaltenden Gaza-Krieg zu tragen. Israel sei nur ein „ausführendes Instrument“, sagte Nasrallah am Freitag in seiner ersten öffentlichen Rede seit dem Hamas-Terrorangriff am 7. Oktober auf Israel.

Die USA seien der „große Teufel“, so der Hisbollah-Chef. „Die USA sind die Hauptverantwortlichen für alle Massaker, von Hiroshima über Vietnam bis Afghanistan“, sagte er. „Sie müssen den Preis für ihre Aggression zahlen.“

Die eng mit dem Iran verbündete Hisbollah gilt als einflussreiche politische Kraft im Libanon. Sie ist mächtiger und einflussreicher als die Hamas. Seit Ausbruch des Gaza-Kriegs kommt es auch an der libanesisch-israelischen Grenze immer wieder zu Gefechten.

Wenige Deutsche bislang aus Gazastreifen ausgereist

14.29 Uhr: Eine „niedrige einstellige Zahl“ deutscher Staatsbürgerinnen und -bürgern ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes (AA) in den vergangenen Tagen aus dem Gazastreifen ausgereist. Das Ministerium arbeite „mit Hochdruck“ daran, dass auch andere Deutsche, die sich im Gazastreifen aufhalten, ausreisen können, sagte ein Ministeriumssprecher.

Das AA gehe von einer „niedrigen dreistelligen Zahl an Deutschen“ dort aus. Es gebe eine Zusage, dass eine festgelegte Anzahl von Menschen jeden Tag ausreisen könne, sagte der Sprecher weiter. Die Kontrollen am Grenzübergang seien allerdings „aufwendiger als gedacht“. Daher seien bislang weniger Menschen aus dem Gebiet herausgekommen als ursprünglich angenommen.

Der Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten ist für Ausländer geöffnet.
Der Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten ist für Ausländer geöffnet. © AFP | SAID KHATIB

Das AA hat den Angaben zufolge ein Konsulatsteam an den Grenzübergang entsandt. „Wir stimmen uns mit Ägypten und den anderen Beteiligen ab“, sagte der Ministeriumssprecher. Es sei eine „gute Nachricht“, dass der Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten für Ausländer geöffnet sei, so der Sprecher. Dies sei ein „kleiner Hoffnungsschimmer“.

UN: Zahl der Toten in Gaza erschütternd - kein Kollateralschaden

12.25 Uhr: Die Zahl der bisher getöteten Menschen im Gazastreifen ist laut UN-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge (UNRWA) so erschütternd, dass man nicht mehr von Kollateralschäden sprechen könne. Weiter sagte UNRWA-Direktor Philippe Lazzarini laut aktuellem Lagebericht (Donnerstag): „Ich bin gerade aus dem Gazastreifen zurückgekehrt. (...) Es war herzzerreißend. Vor allem forderten die Menschen einen Waffenstillstand. Sie wollen, dass diese Tragödie ein Ende hat. Es war einer der traurigsten Tage in meiner humanitären Arbeit.“

Die Bereitstellung humanitärer Hilfe sei weiterhin aufgrund von Treibstoffmangel, anhaltenden Bombardierungen, Zerstörung der Infrastruktur und Störungen der Kommunikationsnetze äußerst schwierig, hieß es weiter. Im gesamten Gazastreifen hätten 625 000 Schüler keinen Zugang mehr zu Bildung. Über 40 Prozent der Bildungseinrichtungen seien beschädigt worden.

UNRWA-Direktor Philippe Lazzarini im Gazastreifen.
UNRWA-Direktor Philippe Lazzarini im Gazastreifen. © imago images/ZUMA Wire | Ashraf Amra via www.imago-images.de

UN-Spendenaufruf: 1,2 Milliarden Dollar für Palästinenser gefordert

11. 34 Uhr: Das Nothilfebüro der Vereinten Nationen (OCHA) hat seinen Spendenaufruf für die vom Konflikt betroffenen Palästinenser auf 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) erhöht. Das sei das vierfache der Summe, die Anfang Oktober kurz nach der Terrorattacke der Hamas auf Israel und dem Beginn des israelischen Gegenschlags von OCHA gefordert worden war. «Seitdem ist die Lage immer verzweifelter geworden», sagte OCHA-Sprecher Jens Laerke in Genf.

Der neue Spendenaufruf bildet laut Laerke die Bedürfnisse von 2,7 Millionen Menschen im Gazastreifen und im Westjordanland bis zum Jahresende ab. Mit dem Geld sollen Lebensmittel, Wasser, Gesundheitsversorgung und Unterkünfte für die palästinensische Bevölkerung finanziert werden. Von den ursprünglich geforderten 294 Millionen Dollar seien erst ein Viertel als Spenden zugesagt worden, sagte der Sprecher.

Laut OCHA sind bereits 1,5 Millionen der etwa 2,2 Millionen Menschen im Gazastreifen innerhalb des dicht besiedelten Küstenstreifens geflohen. In manchen UN-Unterkünften für Vertriebene leben laut Laerke bis zu 240 Menschen in 40 bis 60 Quadratmeter großen Räumen.

Palästinenser: Mehrere Tote bei Einsätzen Israels im Westjordanland

11.32 Uhr: Bei neuen Einsätzen des israelischen Militärs im Westjordanland sind nach palästinensischen Angaben mindestens acht Menschen getötet worden. Fünf davon seien in der Nacht im Flüchtlingsviertel in Dschenin ums Leben gekommen, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah mit. Palästinensischen Berichten zufolge gehörten mehrere Männer extremistischen Gruppierungen im Lager an.

Nach Angaben des israelischen Militärs wurde in Dschenin eine bewaffnete „Terrorzelle“ aus der Luft angegriffen. „Mehrere Angreifer wurden getötet“, teilte die Armee mit. Sie sollen zuvor Sprengsätze auf Einsatzkräfte geworfen haben.

Auch bei weiteren Anti-Terroreinsätzen des Militärs am frühen Morgen kam es den Angaben nach zu gewalttätigen Konfrontationen. Dem palästinensischen Gesundheitsministerium zufolge wurden dabei südlich von Hebron zwei Palästinenser erschossen sowie ein Palästinenser in der palästinensischen Ortschaft Kalandia getötet. Nach Armeeangaben wurden zudem mehrere Druckereien „versiegelt“, die im Verdacht stehen sollen, „Aufwiegelungsmaterial zu drucken“.

Neue Raketenangriffe auf Israel

9.51 Uhr: Nach rund zwölfstündiger Pause ist es am Freitag erneut zu Raketenangriffen aus dem Gazastreifen auf Israel gekommen. In der weitgehend evakuierten Grenzstadt Kissufim heulten am Morgen die Warnsirenen. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst keine.

Erdogan wirft Israel „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ vor

8.41 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat erneut Kritik am Vorgehen Israels im Gazastreifen geäußert. „Seit genau 28 Tagen werden in Gaza Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen“, sagte Erdogan. Der türkische Staatschef hatte die islamistische Hamas zuvor als Befreiungsorganisation bezeichnet und Israel „Barbarismus“ vorgeworfen.

Israels Armee berichtet von heftigen Kämpfen in der Nacht

7.21 Uhr: Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben bei heftigen nächtlichen Kämpfen im Gazastreifen mehrere Terroristen getötet. Soldaten des 13. Bataillons der Golani-Brigade und gepanzerte Truppen des 53. Bataillons hätten in der Nacht gegen eine Reihe von Terrorkommandos gekämpft, gab das israelische Militär auf Telegram bekannt. Die Soldaten hätten sich unter schwerem Beschuss ein langes Gefecht geliefert, hieß es ohne Angaben zum Ort der Kämpfe. Die Terroristen hätten dabei Panzerabwehrraketen abgefeuert, Sprengsätze gezündet und versucht, auf Fahrzeuge der israelischen Soldaten zu klettern. Dabei seien sie getötet geworden.

Gleichzeitig hätten die Einsatzkräfte Luftangriffe mit Kampfflugzeugen und Artillerie angeleitet, hieß es. Die Terroristen seien getötet und die Gefahr für die Truppen gebannt worden. „Das Ergebnis war, dass sie (die Terroristen) getötet wurden und wir unsere Operation fortsetzen. Bis zum Sieg“, schrieb die Armee weiter.

Israels Armee soll Stadt Gaza umstellt haben

6.10 Uhr: Israels Militär hat im Gazastreifen nach eigenen Angaben weitere Stellungen der islamistischen Hamas angegriffen und die größte Stadt des abgeriegelten Küstengebiets umstellt. Die Stadt Gaza sei der „Brennpunkt der Terrororganisation Hamas“, sagte Militärsprecher Daniel Hagari am Donnerstagabend. Zugleich spitzen sich auch die Gefechte an Israels Grenze zum Libanon weiter zu - und die erste Rede des Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah seit Ausbruch des Gaza-Krieges könnte die Lage zusätzlich verschärfen. Als Reaktion auf Beschuss aus dem Libanon griff Israels Armee eigenen Angaben zufolge am Donnerstagabend militärische Stellungen von Nasrallahs proiranischer Miliz an.

Zentralratspräsident Schuster kritisiert Schweigen von Islamverbänden

5.00 Uhr: Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, übt Kritik an der abwartenden Haltung vieler muslimischer Verbände nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel. «Ich hätte mir gewünscht, dass die muslimischen Verbände Hamas ganz klar verurteilt hätten», sagte Schuster der Deutschen Presse-Agentur. «Von da haben wir leider sehr, sehr wenig gehört.»

Schuster fordert, der Rechtsstaat solle gegen Aufstachelung zum Hass auf Juden alle Möglichkeiten nutzen. «Wer keinen Aufenthaltstitel hat und antisemitisch hetzt, muss ausgewiesen werden. Wer einen Aufenthaltstitel hat oder einen deutschen Pass, der muss strafrechtlich verfolgt und empfindlich bestraft werden.»

Er warnte vor falschen historischen Bezügen und kritisierte, dass sich der israelische UN-Botschafter Gilad Erdan vor einigen Tagen im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt einen gelben Stern an sein Sakko geheftet hatte. «Das Anheften des Gelben Sterns, dafür habe ich bei aller Dramatik der Situation und der schwierigen Haltung der UN wenig Verständnis», sagte Schuster. «Das geht in Richtung Relativierung der Schoah.»

Hisbollah-Chef will nach Hamas-Angriff sein Schweigen brechen

4.55 Uhr: Der Generalsekretär der schiitischen Hisbollah im Libanon wird sich am Freitagnachmittag zum ersten Mal seit Beginn des Gaza-Kriegs an die Öffentlichkeit wenden. Im ganzen Land liefen im Vorfeld Vorbereitungen auf die mit Spannung erwartete Rede Hassan Nasrallahs. Diese könnte einen Wendepunkt im aktuellen Gaza-Krieg einleiten. Angekündigt ist offiziell eine Gedenkzeremonie für die getöteten Hisbollah-Kämpfer - Aussagen Nasrallahs könnten aber auch darauf hinweisen, ob die Hisbollah-Miliz verstärkt in den Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas einsteigen wird.

Nasrallah lebt im Verborgenen und zeigt sich nur selten bei öffentlichen Auftritten. Ob der Hisbollah-Chef selbst öffentlich auftreten wird, war zunächst unklar. Die Ansprache wird im Live-Fernsehen übertragen. Am Donnerstagabend veröffentlichte die proiranische Schiitenorganisation zwei Werbevideos für den Auftritt.

Hassan Nasrallah, Chef der libanesischen Hisbollah, mit Siad Nachali, Chef der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad und Salih al-Aruri, stellvertretenden Chef der radikalislamischen Hamas. Heute will sich Nasrallah erstmals öffentlich zu Wort melden.
Hassan Nasrallah, Chef der libanesischen Hisbollah, mit Siad Nachali, Chef der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad und Salih al-Aruri, stellvertretenden Chef der radikalislamischen Hamas. Heute will sich Nasrallah erstmals öffentlich zu Wort melden. © DPA Images | Uncredited

Laut Palästinensern zwei Tote bei israelischem Angriff im Westjordanland

2.49 Uhr: Bei einem israelischen Militäreinsatz im Westjordanland sind nach palästinensischen Angaben zwei Menschen getötet worden. Wie das palästinensische Gesundheitsministerium bekannt gab, ereignete sich der Angriff im Flüchtlingslager Dschenin. Auch im Westjordanland finden inzwischen Kämpfe statt. Ein Sprecher des israelischen Militärs erklärte der Nachrichtenagentur AFP, dass israelischen Streitkräfte „derzeit Terrorismusbekämpfungsmaßnahmen in dem Gebiet durchführen“, ohne nähere Angaben zu machen.

Am Donnerstag waren im Westjordanland bereits drei Palästinener durch israelische Angriffe getötet worden. Zwei von ihnen wurden bei einer israelischen Razzia in El-Bireh nahe der Stadt Ramallah erschossen, ein dritter wurde in der nördlichen Stadt Kalkilia getötet, erklärte das palästinensische Gesundheitsministerium. Ein Israeli kam nach Angaben von Rettungskräften ums Leben, als sein Auto nahe der Siedlung Einav im Nordwesten des Palästinensergebiets unter Beschuss geriet.

Israel: Palästinenserbehörde soll für Gaza kein Geld mehr erhalten

1.00 Uhr: Israels Sicherheitskabinett will alle für den Gazastreifen bestimmten Gelder von den Zahlungen an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) abziehen. Das teilte das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Donnerstagabend mit. Aus der Erklärung ging nicht hervor, ob Israel die übrigen millionenschweren Zahlungen an die Autonomiebehörde im Westjordanland nun wieder aufnehmen wird. Mehreren Medienberichten zufolge hat das Sicherheitskabinett dies beschlossen. Demnach beläuft sich die nun einbehaltene Summe auf umgerechnet knapp 24 Millionen Euro.

Israel will festsitzende Arbeiter aus dem Gazastreifen zurückschicken

00.28 Uhr: Seit dem Beginn des Gaza-Kriegs in Israel festsitzende Arbeiter aus dem Gazastreifen sollen nach dem Willen der israelischen Regierung in das abgeriegelte Gebiet zurückgeschickt werden. Es sollen auch keine Palästinenser von dort mehr zum Arbeiten nach Israel kommen dürfen, beschloss das Sicherheitskabinett am Donnerstagabend nach Angaben des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Vor dem Großangriff der Hamas-Terroristen und anderer Extremisten auf Israel am 7. Oktober war es üblich, dass Tausende Palästinenser mit Sondergenehmigungen nach Israel einreisen und dort einer Arbeit nachgehen durften. Viele waren in der Landwirtschaft oder auf dem Bau tätig. Israel wollte mit diesen wirtschaftlichen Anreizen einen Ausweg aus der Armut im Gazastreifen bieten, den Zulauf für die dort herrschenden Islamisten reduzieren und so mehr Sicherheit in der Region schaffen. Rund die Hälfte der 2,2 Millionen Menschen im Gazastreifen ist arbeitslos.

Der Gazastreifen wird von israelischen Luftangriffen bombadiert.
Der Gazastreifen wird von israelischen Luftangriffen bombadiert. © DPA Images | Leo Correa

Medienberichten zufolge sind Hunderte oder gar einige Tausend Arbeiter betroffen. Israelischen Medienberichten zufolge halten sich einige von ihnen inzwischen im Westjordanland auf. Viele würden auch auf einem Stützpunkt der Armee festgehalten. Wie die Menschen in den Gazastreifen zurückkehren sollen, war zunächst unklar.

Israel-News vom 2. November – US-Repräsentantenhaus stimmt für Milliardenhilfen für Israel

23.23 Uhr: Das von den Republikanern dominierte US-Repräsentantenhaus hat für neue Hilfen in Höhe von 14,3 Milliarden Dollar (13,5 Milliarden Euro) für Israel im Krieg gegen die radikalislamische Hamas gestimmt. Der von der Republikanischen Partei vorgelegte Gesetzestext passierte die Kongresskammer mit Hilfe der republikanischen Mehrheit und den Stimmen einer Handvoll Demokraten. Allerdings hat der Gesetzestext wegen darin fehlender Ukraine-Hilfen und fehlender humanitärer Hilfen für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen keine Chance, den von den Demokraten von Präsident Joe Biden kontrollierten Senat zu passieren.

Biden will, dass der Kongress zusammen mit den Israel-Hilfen auch neue Milliarden für die Ukraine freigibt. Neue Mittel für Kiew sind aber im republikanischen Gesetzentwurf nicht vorgesehen. Die Konservativen, die im Repräsentantenhaus die Mehrheit stellen, wollen außerdem, dass die neuen Israel-Hilfen durch Einsparungen bei den US-Steuerbehörden gegenfinanziert werden, was Biden entschieden ablehnt.

Israels Militär: 130 Terroristen im Gazastreifen „eliminiert“

19.36 Uhr: Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge am Donnerstag mehr als 130 Terroristen „eliminiert“. Ob diese getötet wurden, war zunächst unklar. Das Militär führe „erbitterte Kämpfe“ gegen Terroristen der Hamas im Gazastreifen. Bei ihren Bodeneinsätzen im Gazastreifen hätten Streitkräfte am Donnerstag auch Militäranlagen und Infrastruktur der Hamas sowie viele Waffen zerstört. Flugzeuge hätten die Angriffe flankiert und mehrere militärische Kommando- und Kontrollzentren hochrangiger Hamas-Mitglieder angegriffen. Die „terroristische Infrastruktur“ sei gezielt in zivilen Gebieten angesiedelt worden, hieß es weiter von der Armee.

Ein Raketenboot der Marine habe außerdem mit Sprengstoff versehene Gebäude und Beobachtungsposten der Hamas getroffen. Israels Luftwaffe und Marine hätten weiterhin Ziele der Marine der islamistischen Organisation attackiert. Zuvor hatte die israelische Armee mitgeteilt, seit Kriegsbeginn mehr als 12 000 Ziele im Gazastreifen angegriffen zu haben.

Israelische Armee meldet Umzingelung von Gaza-Stadt

19.30 Uhr: Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben Gaza-Stadt umzingelt. „Die Umzingelung der Stadt Gaza“ sei erfolgt, erklärte am Donnerstagabend Militärsprecher Daniel Hagari. Israel hatte in den vergangenen Tagen seine Angriffe auf den Gazastreifen verstärkt und auch immer mehr Bodentruppen in das von der radikalislamischen Hamas kontrollierte Palästinensergebiet eindringen lassen.

„Unsere Soldaten haben die Umzingelung der Stadt Gaza, des Zentrums der Terrororganisation Hamas, abgeschlossen“, sagte Hagari. Die Umzingelung erfolgte rund eine Woche nach Beginn des israelischen Bodeneinsatzes im Gazastreifen.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas hatte am 7. Oktober einen großangelegten Angriff auf Israel begonnen, bei dem nach israelischen Angaben rund 1400 Menschen getötet wurden, darunter überwiegend Zivilisten. Mehr als 240 Menschen wurden demnach zudem aus Israel von Hamas-Kämpfern in den Gazastreifen verschleppt. Durch Israels Gegenangriffe im Gazastreifen wurden nach nicht unabhängig überprüfbaren Angaben der Hamas bisher mehr als 9000 Menschen getötet.

Biden: 74 US-Staatsbürger haben Gazastreifen am Donnerstag verlassen können

19.20 Uhr: Bei den Ausreisen aus dem Gazastreifen haben am Donnerstag auch 74 Menschen mit US-Staatsbürgerschaft das Palästinensergebiet verlassen können. „Gute Nachrichten, wir haben heute 74 Amerikaner, Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft rausbekommen“, sagte US-Präsident Joe Biden am Donnerstag im Weißen Haus zu Journalisten.

Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus, John Kirby, sagte, am Vortag hätten fünf US-Staatsbürger den Gazastreifen verlassen. Die Zahl der Ausreisen verändere sich „in Echtzeit“. Der Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten war am Mittwoch erstmals seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas für Ausreisende und Verletzte geöffnet worden. 361 Ausländer und 46 Verletzte konnten laut den ägyptischen Behörden am Mittwoch das umkämpfte Gebiet verlassen, darunter mehrere Deutsche. Am Donnerstag sollten bis Ende des Tages ägyptischen Angaben zufolge bis zu 400 weitere Menschen mit ausländischem Pass sowie 60 Verletzte die Grenze passieren.

Derweil kündigte US-Außenminister Antony Blinken an, er wolle sich bei seinem erneuten Israel-Besuch am Freitag für „konkrete Schritte“ zum Schutz der Zivilbevölkerung im Gazastreifen einsetzen. Es gehe darum, „den Schaden für Männer, Frauen und Kinder in Gaza zu minimieren“, sagte Blinken vor seinem Abflug. Er betonte zudem, die USA würden alles tun, um eine „Eskalation“ des Krieges zwischen Israel und der Hamas zu verhindern. Raketenbeschuss auf Israel durch die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon und die ebenfalls von Teheran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen haben Befürchtungen vor einer Ausweitung des Kriegs wachsen lassen.

Heftige Gefechte zwischen Israel und libanesischer Hisbollah

18.37 Uhr: Die israelische Armee und die libanesische Hisbollah haben sich am Donnerstag heftige Gefechte geliefert: Israel meldete einen „breiten Angriff“ auf Stellungen der Schiitenmiliz im Nachbarland, die Hisbollah attackierte nach eigenen Angaben „zeitgleich 19 israelische Stellungen“.

„Kampfflugzeuge und Hubschrauber haben in den vergangenen Stunden Ziele der Terrororganisation Hisbollah attackiert“, erklärte am Abend die israelische Armee. Zudem seien „Artillerie- und Panzerfeuer“ eingesetzt worden. Der „breite Angriff“ sei „eine Antwort auf Beschuss von libanesischen Territorium aus“. Die vom Iran unterstützte Hisbollah erklärte ihrerseits, sie habe am Nachmittag „zeitgleich 19 zionistische Militärpositionen mit Hilfe von Lenkraketen und Artilleriefeuer“ sowie anderem Waffen angegriffen.

Seit dem Großangriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober gibt es beinahe täglich militärische Auseinandersetzungen an der israelisch-libanesischen Grenze. Nach Angaben der Hisbollah wurden dabei bislang 47 Mitglieder der mit der Hamas verbündeten und vom Iran unterstützten Miliz getötet. Es gibt Befürchtungen, dass die Hisbollah eine neue Front zur Unterstützung der Hamas eröffnen und so Libanon in den Krieg hineinziehen könnte.

Parlament: Golfemirat Bahrain stellt Beziehungen zu Israel ein

18.30 Uhr: Bahrain hat nach Angaben seines Parlaments seine Wirtschaftsbeziehungen zu Israel eingestellt und seinen Botschafter aus Israel abgezogen. Das Parlament des Golfemirats erklärte am Donnerstag, mit der Entscheidung würden „die legitimen Rechte des palästinensischen Brudervolkes“ unterstützt. Das Parlament bezog sich damit auf den Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas.

Laut der Parlamentserklärung beschloss das Emirat, „den bahrainischen Botschafter aus Israel ins Land zurückzuholen“. Der israelische Botschafter in Bahrain habe „das Land verlassen“, hieß es weiter. Der Vize-Sprecher des Parlaments, Abdulnabi Salman, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass der „andauernde Konflikt im Gazastreifen kein Schweigen dulden“ könne. Die Regierung des Golfemirats betätigte die Parlamentsangaben allerdings zunächst nicht.

Das israelische Außenministerium teilte mit, es sei nicht über derartige Entscheidungen Bahrains informiert worden. „Wir möchten klarstellen, dass es von der Regierung Bahrains und der Regierung Israels keine Ankündigung oder Entscheidung bezüglich der Rückkehr der Botschafter dieser Länder gibt“, erklärte das israelische Außenministerium. „Die Beziehungen zwischen Israel und Bahrain sind stabil.“

Bahrain gehört zu den arabischen Staaten, die seit 2020 unter Vermittlung der USA ihre Beziehungen zu Israel normalisiert hatten. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Marokko nahmen Beziehungen zu Israel auf. Sollten die Parlamentsangaben bestätigt werden, wäre Bahrain der erste dieser arabischen Staaten, der seine Beziehungen zu Israel als Konsequenz aus dem Nahost-Krieg wieder beendet oder zurückfährt.

Die Hamas hatte am 7. Oktober einen Großangriff auf Israel gestartet, bei dem nach israelischen Angaben etwa 1400 Menschen getötet und mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden. Als Reaktion riegelte Israel den Gazastreifen ab und startete massive Luftangriffe. Auch israelische Bodentruppen rückten in das Palästinensergebiet ein. Bei den israelischen Angriffen wurden nach Angaben der Hamas bisher mehr als 9000 Menschen getötet. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Nach Angriffen: Israel attackiert militärische Ziele der Hisbollah

18.08 Uhr: Die militärische Lage an der libanesisch-israelischen Grenze spitzt sich weiter zu. Als Reaktion auf Beschuss aus dem Libanon griff Israels Armee eigenen Angaben zufolge am Donnerstag Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz an. Ziel seien unter anderem Kommando- und Kontrollzentren sowie Waffenlager gewesen, teilte das Militär mit.

Auch ein von der Hisbollah benutztes Militärgelände hätten israelische Streitkräfte attackiert. Die Armee betonte, die Schiitenmiliz Hisbollah sei „für die aktuelle Situation im Libanon verantwortlich“. Die Hisbollah bekannte sich zu 19 Angriffen gegen israelische Posten in Grenznähe.

Umfrage: Dreiviertel der Deutschen verfolgt Nahost-Konflikt mit Sorge

18.00 Uhr: Eine große Mehrheit der Deutschen verfolgt die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten mit Besorgnis. In einer repräsentativen Umfrage für den ARD-Deutschlandtrend erklärten fast drei Viertel der Befragten (74 Prozent), die Geschehnisse im Gaza-Streifen und in Israel würden sie sehr stark oder stark bewegen, wie der WDR am Donnerstag in Köln mitteilte. 22 Prozent gaben an, die Ereignisse bewegten sie weniger stark oder gar nicht.

Acht von zehn Befragten (81 Prozent) machten sich Sorgen um die von der Terror-Organisation Hamas entführten Geiseln. Zwei Drittel (65 Prozent) waren besorgt über die Lage der israelischen Zivilbevölkerung, 72 Prozent über die Situation der Palästinenser. Gleichzeitig fürchteten 78 Prozent der Befragten eine Ausweitung des Konfliktes in der Region.

Die militärische Reaktion Israels auf die Terroranschläge der Hamas bewerteten 35 Prozent als angemessen, 41 Prozent ging der Gegenschlag zu weit. Acht Prozent gaben an, dass die Angriffe Israels nicht weit genug gingen.

Von einer Verantwortung für die aktuelle Lage der Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen wird keine der Konfliktparteien freigesprochen. Rund drei Viertel der Befragten sahen die Terrororganisation Hamas voll und ganz (45 Prozent) oder eher (32) in der Verantwortung für die Zustände. Aber auch Israel wird von fast sechs von zehn Befragten entweder voll und ganz (15 Prozent) oder eher (42) verantwortlich gemacht.

Gut die Hälfte der Bundesbürger (52 Prozent) teilte zudem die Wahrnehmung eines sich in Deutschland ausbreitenden Antisemitismus, 37 Prozent teilten diese Ansicht nicht. Die Empfindung eines zunehmenden Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft war damit nicht so stark ausgeprägt wie vor vier Jahren, unmittelbar nach dem rechtsextremen Anschlag auf die Synagoge von Halle an der Saale mit insgesamt zwei Toten.

Infratest dimap hat die repräsentative Umfrage für den ARD-Deutschlandtrend von Montag bis Mittwoch dieser Woche durchgeführt. 1.314 Wahlberechtigte wurden per Telefon oder online befragt.

Bremen legt Broschüre zu Meinungsfreiheit und Antisemitismus auf

17.59 Uhr: Das Bremer Landesamt für Verfassungsschutz hat eine Broschüre veröffentlicht, die anhand von Beispielen erläutert, ab wann das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung für antisemitische Zwecke missbraucht wird. Im Zuge von Demos in Zusammenhang mit dem aktuellen Konflikt im Nahen Osten sei es auch in Bremen zu antisemitischen Parolen gekommen, teilte die Innenbehörde am Donnerstag mit. „Nicht immer ist es für Außenstehende nachvollziehbar, wo die Grenze zwischen legitimer Kritik an Israel und Antisemitismus verläuft“, sagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Das gelte abseits von Demos auch im pädagogischen Kontext, zum Beispiel an Schulen oder in Jugendfreizeitheimen.

So handelt es sich laut Broschüre nicht mehr um bloße Kritik am Staat Israel, sondern um israelbezogenen Antisemitismus, wenn beispielsweise das Existenzrecht Israels verneint wird, zur Beschreibung Israels oder seiner Bevölkerung Bilder oder Symbole verwendet werden, die mit traditionellem Antisemitismus in Verbindung stehen, Jüdinnen und Juden kollektiv für die Handlungen des Staates Israel verantwortlich gemacht werden oder israelische Politik mit nationalsozialistischer Politik verglichen wird.

Zusätzlich findet sich in der Broschüre eine Übersicht über einige in Deutschland in diesem Kontext auftretende Logos und Symbole von extremistischen Gruppierungen. Die Broschüre steht in deutscher Sprache auf der Homepage des Landesamtes für Verfassungsschutz unter www.verfassungsschutz.bremen.de zum Download bereit. Das Themenheft werde in Kürze auch in türkischer wie in arabischer Sprache verfügbar sein, hieß es.

Nach antisemitischer Tat: Innenministerin besucht Gedenkstätte

17.49 Uhr:Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens hat das Anbringen von antisemitischen, volksverhetzenden Aufklebern in der Gedenkstätte Ahlem scharf verurteilt. Die Parolen seien verächtlich und bezeugten die besonders perfide Gedankenwelt der Täter, sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag bei einem Besuch der Gedenkstätte. „Sie schockieren mich zutiefst. Dieser Ort dient der Erinnerung an die schreckliche und vernichtende Verfolgung von Jüdinnen und Juden durch die Nationalsozialisten - auch hier in Niedersachsen.“

Die ehemalige israelitische Gartenbauschule war von 1941 bis 1945 Sammelstelle für die Deportation von mehr als 3000 Jüdinnen und Juden in Ghettos sowie Konzentrationslagern und wurde von der Gestapo als Außenstelle genutzt. „Unser wichtigstes Anliegen ist, dass sich Jüdinnen und Juden in unserem Land sicher fühlen“, betonte Behrens. Deshalb habe die Polizei Niedersachsen mit Beginn des Terrorangriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober den Schutz von jüdischen Einrichtungen verstärkt. Polizei und Justiz würden gemeinsam jede Form von antisemitischen Äußerungen konsequent verfolgen.

Am vergangenen Wochenende waren die volksverhetzenden Aufkleber von Unbekannten an die „Wand der Namen“ geklebt worden, die an die deportierten und getöteten Holocaust-Opfer erinnert. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Region Hannover, Steffen Krach (SPD), sprach Behrens mit Mitarbeitenden der Gedenkstätte. Begleitet wurden sie dabei vom Präsidenten des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst, und der Geschäftsführerin der Liberalen Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Rebecca Seidler.

WHO: Keine Kenntnis über Hamas-Stellungen in Kliniken

17.47 Uhr: Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegen keine Informationen über Hamas-Stützpunkte in Krankenhäusern im umkämpften Gazastreifen vor. Das sagte der oberste Krisenmanager der UN-Organisation, Mike Ryan, am Donnerstag in Genf. Die WHO stehe in engem Kontakt mit dem medizinischen Personal vor Ort. Was sich eventuell unterhalb dieser Kliniken abspiele, sei der WHO nicht bekannt, schränkte Ryan ein.

Falls Krankenhäuser im Gazastreifen auf Wunsch Israels evakuiert werden sollen, müsse Israel als Besatzungsmacht in Abstimmung mit den palästinensischen Gesundheitsbehörden einen sicheren Abtransport der Patienten in alternative Behandlungszentren ermöglichen, betonte Ryan. „Diese Kriterien sind nicht erfüllt“, sagte er während einer Pressekonferenz.

Die Verwaltung im Gazastreifen steht unter der Kontrolle der islamistischen Hamas, die am 7. Oktober einem Terrorangriff gegen Israel gestartet hatte .

US-Außenminister Blinken erneut zu Gesprächen am Freitag in Israel erwartet

17.10 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken besucht am Freitag erneut Israel. Bei seinen Gesprächen mit israelischen Regierungsvertretern in Tel Aviv will Blinken dem Land nicht nur erneut die Unterstützung der USA im Krieg gegen die radikalislamische Hamas zusichern, sondern sich auch für den Schutz der palästinensischen Zivilbevölkerung im Gazastreifen einsetzen. Dabei dürfte es auch um eine Ausweitung der Hilfslieferungen in das Palästinensergebiet gehen. Von Israel aus wird Blinken nach Jordanien weiterreisen.

Der US-Außenminister war bereits wenige Tage nach dem Angriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel vom 7. Oktober in das Land gereist. Die USA sind ein historischer und enger Verbündeter Israels. Die US-Regierung blickt aber zugleich kritisch auf die massiven Gegenangriffe Israels auf den Gazastreifen als Antwort auf den Hamas-Angriff. Washington befürchtet unter anderem eine Ausweitung des Kriegs.

Israels Armeechef stellt Treibstofflieferungen nach Gaza in Aussicht

16.40 Uhr: Nach Darstellung des israelischen Armeechefs wird Israel Treibstofflieferungen unter Aufsicht in den Gazastreifen zulassen, sofern es dort in den Krankenhäusern keinen mehr gibt. Seit mehr als einer Woche heiße es jedoch, dass den Kliniken der Treibstoff ausgehe, dies sei aber noch nicht passiert, sagte Herzi Halevi am Donnerstag laut einer Erklärung zu Journalisten. „Wir werden sehen, wann dieser Tag kommt.“ Dann werde Treibstoff unter Aufsicht an die Krankenhäuser geliefert. Israel wolle alles tun, damit dieser nicht in die Hände der Hamas gelange. Die Lage im Gazastreifen werde jeden Tag überprüft, sagte Halevi.

Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums können 16 von insgesamt 35 Krankenhäusern in dem Küstengebiet wegen Treibstoffmangels keine Patienten mehr behandeln. Andere Kliniken könnten nur noch sehr eingeschränkte Versorgung leisten. Treibstoff werde „verzweifelt benötigt für den Einsatz lebensrettender Ausrüstung“, teilte auch das UN-Nothilfebüro OCHA mit. Israel erlaubt die Einfuhr von Treibstoff in den Gazastreifen bislang nicht, weil es einen Missbrauch durch die dort herrschende Hamas befürchtet.

Erneut Raketenbeschuss auf Israels Norden und Süden

15.41 Uhr: Extremistische Palästinenser im Gazastreifen haben erneut Raketen auf den Süden Israels abgefeuert. Es habe Alarm in der Wüstenstadt Beerscheva sowie in einem Kibbuz nahe dem Gazastreifen gegeben, teilte die Armee am Donnerstag mit. Zudem sei mehrfach Raketenalarm im Norden ausgelöst worden. Es war unklar, woher der dortige Beschuss kam. Laut Rettungsdienst gab es zunächst keine Berichte über Verletzte.

Sderot: Raketen fliegen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel.
Sderot: Raketen fliegen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel. © DPA Images | Ilia Yefimovich

Offenbar drei Tote bei Militäreinsätzen im Westjordanland

14.28 Uhr: Bei Einsätzen des israelischen Militärs im Westjordanland sind nach palästinensischen Angaben drei Menschen getötet worden. Ein Palästinenser sei in Kalkilia im Norden des von Israel besetzten Palästinensergebietes getötet worden, zwei weitere bei Ramallah, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah am Donnerstag mit. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben derzeit nicht.

Soldaten hatten nach Angaben der israelischen Armee bei zahlreichen Anti-Terroreinsätzen im Westjordanland 49 gesuchte Personen festgenommen und Waffen beschlagnahmt. Von den Festgenommenen seien 21 Mitglieder der islamistischen Hamas gewesen, hieß es. Bei einem der Einsätze in Ramallah seien die Soldaten mit Steinen beworfen worden und hätten daraufhin geschossen. Treffer seien festgestellt worden. In Kalkilia seien die Truppen beschossen worden und hätten zurückgeschossen. Auch dort seinen Treffer festgestellt worden. Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom starb zudem ein Israeli, nachdem sein Auto nahe der Siedlung Einav von palästinensischen Angreifern beschossen worden war.

Bahrain zieht wegen Gaza-Kriegs seinen Botschafter aus Israel ab – Israel dementiert Bericht

13.03 Uhr: Aus Protest gegen die Eskalation im Gaza-Krieg hat der Golfstaat Bahrain seinen Botschafter aus Israel abberufen. Gleichzeitig bestätigte das bahrainische Parlament, dass der israelische Botschafter das Königreich verlassen habe. Alle Wirtschaftsbeziehungen mit Israel wurden demnach eingestellt. Bahrain bekräftigte seine „feste Unterstützung für die palästinensische Sache“, hieß es.

Israel jedoch wies die Berichte wenig später zurück. Ein Sprecher des Außenministeriums in Jerusalem teilte mit, es gebe „keine Mitteilung oder Entscheidung der Regierung in Bahrain und der israelischen Regierung, die Botschafter der Länder abzuberufen“. Die Beziehungen beider Länder seien stabil.

2020 hatten Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) als erste Golfstaaten ein Abkommen zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel unterzeichnet. Die Annäherung richtete sich vor allem gegen den schiitischen Iran, den auch die Emirate als Gefahr betrachten. Bis dahin unterhielten von den arabischen Staaten nur die Nachbarländer Ägypten und Jordanien diplomatische Beziehungen zu Israel.

Israels Militär: Seit Kriegsbeginn 12.000 Ziele in Gaza angegriffen

12.21 Uhr: Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn mehr als 12.000 Ziele im Gazastreifen angegriffen. Darunter seien Waffenlager, Gebäude von führenden Mitgliedern der islamistischen Hamas, Hamas-Terroristen und Raketenarsenale gewesen, teilte Armee-Sprecher Daniel Hagari auf der Plattform X, vormals Twitter, mit. Am Mittwoch hatte das Militär noch von rund 11.000 Zielen gesprochen.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn mehr als 12000 Ziele im Gazastreifen angegriffen. 
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn mehr als 12000 Ziele im Gazastreifen angegriffen.  © AFP | JACK GUEZ

Saudi-Arabien kündigt zwölf Millionen Euro Hilfe für Gaza an

12.00 Uhr: Saudi-Arabien will die notleidende Zivilbevölkerung im Gazastreifen umgerechnet mit weiteren zwölf Millionen Euro unterstützen. Das kündigte das nach König Salman benannte Zentrum für humanitäre Hilfe am Donnerstag an. König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman würden diese Summe selbst spenden. Das 2015 gegründete saudische Zentrum arbeitet mit UN-Organisationen zusammen und hat nach eigenen Angaben Empfänger in fast 100 Ländern der Welt.

Zentralrat der Juden begrüßt Verbot von Samidoun

11.22 Uhr: Der Zentralrat der Juden hat das Verbot der Aktivitäten des propalästinensischen Netzwerks Samidoun begrüßt. «Dieses Verbot ist konsequent und richtig», sagte Zentralratspräsident Josef Schuster in Berlin. «Samidoun steht hinter vielen antisemitischen Ausschreitungen deutschlandweit. Sie verbreiteten viel zu lange ihr islamistisches ideologisches Gift.»

Es habe sich gezeigt, dass Samidoun in Deutschland eine «Vorfeldorganisation der Hamas-Vernichtungsideologie» sei. «Nun muss auch den weiteren Hassorganisationen, die in Deutschland agieren, das Handwerk gelegt werden», forderte Schuster. «Das Samidoun-Netzwerk muss jetzt systematisch aufgelöst und die Hinterleute bestraft werden.»

Josef Schuster, Präsiden des Zentralrats der Juden, brgrüßt Verbot von Samidoun.
Josef Schuster, Präsiden des Zentralrats der Juden, brgrüßt Verbot von Samidoun. © DPA Images | Pia Bayer

Viele Kliniken in Gaza nicht funktionsfähig

10.57 Uhr: Die Krankenhäuser im Gazastreifen können nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums kaum noch arbeiten. 16 von insgesamt 35 Krankenhäusern in dem Küstengebiet könnten wegen Treibstoffmangels keine Patienten mehr behandeln, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit. Sie brauchen für ihre Generatoren Treibstoff, um Strom zu erzeugen. Andere Kliniken könnten nur noch sehr eingeschränkte Versorgung leisten, hieß es weiter.

In den Krankenhäusern haben wegen der heftigen israelischen Angriffe als Reaktion auf das Hamas-Massaker am 7. Oktober auch viele palästinensische Binnenflüchtlinge Zuflucht gesucht. Nach UN-Angaben gibt es inzwischen 1,4 Vertriebene in dem kleinen Küstenstreifen mit mehr als 2,2 Millionen Einwohnern. Treibstoff werde «verzweifelt benötigt für den Einsatz lebensrettender Ausrüstung», teilte das UN-Nothilfebüro OCHA am Donnerstag mit.

Rund 400 Ausländer verlassen Gazastreifen nach Ägypten

10.25 Uhr: Rund 400 Ausländer und Palästinenser mit doppelter Staatsangehörigkeit haben den Gazastreifen in Richtung Ägypten verlassen. Sie kamen am Donnerstag im ägyptischen Teil des Grenzübergangs Rafah an, wie der Ägyptische Rote Halbmond der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zudem sei die Ausreise von 200 weiteren Haltern ausländischer Pässe geplant.

Rund 400 ausländisch Staatsbürger verlassen den Gazastreifen nach Ägypten.
Rund 400 ausländisch Staatsbürger verlassen den Gazastreifen nach Ägypten. © DPA Images | Khaled Omar

Einer Liste zufolge sollten unter anderem um 400 US-Amerikaner sowie Menschen aus der Schweiz, Italien, Griechenland, den Niederlanden, Belgien, Ungarn, Kroatien, Mexiko, Südkorea und weiteren Ländern ausreisen. Im Transitbereich erledigten sie Formalien für die Einreise nach Ägypten, sagte Raed Abdel Nasser, Generalsekretär des Ägyptischen Roten Halbmonds im Nord-Sinai. Die palästinensische Grenzbehörde hatte sie aufgefordert, am Grenzübergang zu warten.

Faeser verbietet Hamas und Netzwerk Samidoun

10.03 Uhr: Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat die islamistische Palästinenserorganisation Hamas und das pro-palästinensische Netzwerk Samidoun verboten. Das teilte sie in Berlin mit. Mehr dazu lesen Sie hier: Nancy Faeser verbietet Hamas und Pro-Palästina-Netzwerk

Auch Emirate wollen Verletzte aus dem Gazastreifen behandeln

09.24 Uhr: Nach Ägypten wollen auch die Vereinigten Arabischen Emirate Verletzte aus dem Gazastreifen behandeln. Der emiratische Präsident Mohammed bin Sajid habe die Behandlung von 1000 palästinensischen Kindern aus Gaza in Begleitung ihrer Familien verfügt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur WAM am Mittwochabend. Ziel sei die ärztliche Behandlung in emiratischen Krankenhäusern vor einer sicheren Heimkehr der Kinder zurück nach Gaza. Der Schritt folge auf ein Telefonat mit der Präsidentin des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), Mirjana Spoljaric.

600 weitere Ausländer sollen Gazastreifen am Donnerstag verlassen

09.17 Uhr: Palästinensischen Angaben zufolge ist an diesem Donnerstag die Ausreise von rund 600 weiteren Ausländern und Palästinensern mit doppelter Staatsbürgerschaft nach Ägypten geplant. Auf einer Liste der palästinensischen Behörde am Grenzübergang Rafah standen unter anderem 400 US-Amerikaner sowie Menschen aus der Schweiz, Italien, Griechenland, den Niederlanden, Belgien, Ungarn, Kroatien, Mexiko, Südkorea und weiteren Ländern. Die Grenzbehörde rief diese Ausreisenden dazu auf, früh am Grenzübergang zu warten.

Weitere 55 Lkw mit Hilfsgütern in Gaza eingetroffen

08.43 Uhr: Im Gazastreifen sind weitere 55 Lastwagen mit dringend benötigten Hilfsgütern eingetroffen. Sie hätten Wasser, Essen und Arzneimittel von Ägypten aus über die Grenze gebracht, teilte der Palästinensische Rote Halbmond am Mittwochabend mit. Damit seien seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas insgesamt 272 Lastwagen in dem abgeriegelten Küstengebiet eingetroffen.

Weitere Hilfsgüter sind in Gaza eingetroffen.
Weitere Hilfsgüter sind in Gaza eingetroffen. © DPA Images | Sayed Hassan

Nach israelischen Angaben fuhren am Mittwoch 61 Lastwagen über Rafah in den Gazastreifen ein. Es war zunächst nicht unmittelbar klar, wieso Israel von sechs Lastern mehr ausging als der Rote Halbmond. UN-Angaben zufolge bräuchte es täglich 100 Lkw-Ladungen, um die mehr als zwei Millionen Menschen im umkämpften Gazastreifen mit dem Nötigsten zu versorgen.

Heftige Kämpfe zwischen israelischen Soldaten und Hamas in Gaza

08:20 Uhr: Im Norden des Gazastreifens ist es in der Nacht zu Donnerstag zu heftigen Gefechten zwischen israelischen Soldaten und Kämpfern der Hamas gekommen. Der bewaffnete Arm der im Gazastreifen herrschenden Islamistenorganisation, die Kassam-Brigaden, berichteten von Konfrontationen im Nordwesten des Küstenstreifens. Die Kassam-Brigaden hätten Soldaten dort und südöstlich von der Stadt Gaza mit Panzerabwehrgranaten angegriffen.

Die israelische Armee teilte mit, im Verlauf der Nacht seien Soldaten auf Terrorzellen gestoßen, die mit Panzerabwehrraketen, Sprengsätzen und Handgranaten angegriffen hätten. Es kam demnach zu langen Kämpfen, bei denen die Soldaten Unterstützung durch Artillerie und Luftwaffe bekamen. «Dutzende Terroristen» seien dabei getötet worden. Es sei auch Infrastruktur der Hamas zerstört worden. Das Militär machte keine Angaben zu möglichen Verletzten oder Opfern in den eigenen Reihen bei den jüngsten Kämpfen.

Etwa 7000 Ausländer aus 60 Ländern wollen Gaza verlassen

07.36 Uhr: Im umkämpften Gazastreifen warten nach Angaben Ägyptens rund 7000 ausländische Staatsangehörige aus 60 Ländern auf die Ausreise. Das teilte das Außenministerium in Kairo am Donnerstag mit. Das Ministerium lud Vertreter ausländischer Botschaften zu einem Treffen in Kairo ein, um über die benötigten Dokumente für die Ausreise sowie die Logistik zu informieren.

Ob es sich bei den 7000 nur um ausländische Staatsangehörige oder auch um Palästinenser mit zweitem Pass handelt, blieb zunächst unklar. Offen ist auch, ob sich darüber hinaus weitere Ausländer in Gaza aufhalten, die nicht ausreisen wollen.

Über welchen Zeitraum die Ausländer ausreisen sollten und ob es für die Öffnung des Grenzübergangs Rafah bereits eine Vereinbarung gebe, teilte das Ministerium nicht mit.

Zentralrat der Juden enttäuscht über bröckelnde Solidarität

04.00 Uhr: Der Zentralrat der Juden fürchtet um den Rückhalt der deutschen Zivilgesellschaft nach dem Angriff der Hamas auf Israel. Aus der Politik habe es viele Solidaritätsbekundungen gegeben, zumal Jüdinnen und Juden wegen der Ereignisse auf deutschen Straßen «gegenwärtig einen psychischen Terror» erlebten, sagte der Zentralratspräsident Josef Schuster der «Augsburger Allgemeinen» (Donnerstag). «Sehr schnell hört man von vielen Seiten der Gesellschaft jedoch bereits das berühmte ‚Ja, aber‘.»

Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Josef Schuster ist enttäuscht über bröckelnde Solidarität.
Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Josef Schuster ist enttäuscht über bröckelnde Solidarität. © DPA Images | Nicolas Armer

Auch habe die Bundesregierung mit ihrer Enthaltung zur UN-Resolution zum Nahen Osten «ein Zeichen des Alleinlassens gesendet», fügte Schuster hinzu. «Das verletzt und enttäuscht viele Jüdinnen und Juden schwer.» Die Resolution der Vereinten Nationen hatte einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen gefordert, ohne den Hamas-Terror zu verurteilen. Deutschland steht in der Kritik, weil es nicht mit Nein stimmte, sondern sich der Stimme enthielt.

UN-Palästinenserhilfswerk fordert humanitäre Feuerpause in Gaza

03.45 Uhr: Das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA hat erneut eine Feuerpause im Gazastreifen gefordert. «Eine humanitäre Feuerpause ist längst überfällig», sagte UNRWA-Generalkommissar Philippe Lazzarini am Mittwoch nach seinem ersten Besuch im Gazastreifen seit Kriegsbeginn. «Ohne sie werden noch mehr Menschen getötet, die Lebenden werden weitere Verluste erleiden, und die einst pulsierende Gesellschaft wird für immer in Trauer versinken.»

Er habe eine von der UNRWA betriebene Schule in Rafah an der Grenze zu Ägypten besucht. «Das Ausmaß der Tragödie ist beispiellos», sagte Lazzarini. Kinder hätten ihn um einem Schluck Wasser und ein Stück Brot gebeten. «Das war einer der traurigsten Tage in meiner Arbeit in der humanitären Hilfe», sagte Lazzarini. Die derzeitige humanitäre Hilfe für die Menschen im Gazastreifen sei bei weitem nicht genug. «Ich fordere erneut dringende Treibstofflieferungen. Seit fast einem Monat ist kein Treibstoff mehr gekommen und das hat verheerende Auswirkungen auf Krankenhäuser, Bäckereien und Wasserwerke», sagte Lazzarini.

Biden fordert „Pause“ im Krieg zwischen Hamas und Israel

03.38 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat sich mit Blick auf den Krieg zwischen Israel und der Hamas für eine „Pause“ ausgeprochen, damit die „Gefangenen“ den Gazastreifen verlassen können. „Ich denke, wir brauchen eine Pause. Eine Pause bedeutet, Zeit zu geben, damit die Gefangenen rauskommen“, sagte Biden am Mittwoch, nachdem er bei einer Veranstaltung auf das Thema angesprochen worden war.

Später erklärte das Weiße Haus, dass Biden mit den „Gefangenen“ die von der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas verschleppten Geiseln meinte.

Das Weiße Haus hatte sich bislang geweigert, von einer Waffenruhe zu sprechen, da eine solche nur der Hamas in die Hände spielen würde. Stattdessen forderte es „humanitäre Pausen“, um Hilfslieferungen oder Evakuierungen zu ermöglichen.

US-Präsident Joe Biden bei seinem Besuch in Tel Aviv am 18. Oktober. Die USA sind der wichtigste Verbündetete Israels.
US-Präsident Joe Biden bei seinem Besuch in Tel Aviv am 18. Oktober. Die USA sind der wichtigste Verbündetete Israels. © Miriam Alster/Pool Flash 90/AP/dpa | Unbekannt

Am Mittwoch hat Ägypten erstmals den Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten für Menschen geöffnet. Es ist der einzige nicht von Israel kontrollierte Grenzübergang zum Gazastreifen. Mehr als 400 Menschen haben den Gazastreifen bisher verlassen können, darunter auch Deutsche.

US-Präsident will gezielt gegen Islamophobie in Amerika vorgehen

02.22 Uhr: US-Präsident Joe Biden will gezielt gegen Islamophobie in Amerika vorgehen. Das Weiße Haus kündigte am Mittwochabend (Ortszeit) an, gemeinsam mit Vertretern muslimischer Verbände, Interessenvertretern, Kongressmitgliedern und anderen eine nationale Strategie zur Bekämpfung von Islamophobie zu entwickeln, um «die Geißel der Islamophobie und des Hasses in all ihren Formen zu bekämpfen».

Viel zu lange hätten Muslime in Amerika «eine unverhältnismäßig hohe Zahl von hasserfüllten Angriffen und anderen diskriminierenden Vorfällen ertragen müssen». Als Beispiel nannte die US-Regierung die «barbarische Ermordung» eines sechs Jahre alten muslimischen Jungen in der Nähe von Chicago.

Israels Botschafter lobt Scholz, UN-Enthaltung sei aber „verstörend“

00.53 Uhr: Der Israelische Botschafter Ron Prosor hat die deutsche Unterstützung für Israel im Kampf gegen die Hamas gewürdigt, gleichzeitig aber erneut die deutsche Enthaltung bei der UN-Abstimmung zum Gaza-Krieg scharf kritisiert. „Kanzler Scholz stand klar nach dem Terrorangriff der Hamas sofort an Israels Seite. Und dort steht er bis heute“, sagte Prosor der Deutschen Presse-Agentur.

Das deutsche Abstimmungsverhalten in der UN-Vollversammlung sei aber „bereits seit Jahren verstörend und in diesem letzten Fall sogar mehr als enttäuschend“. In der am vergangenen Freitag verabschiedeten Resolution sei weder der Terrorangriff der Hamas verurteilt worden noch sei das Selbstverteidigungsrecht Israels oder ein Aufruf zur Befreiung der Geiseln enthalten.

Der Resolution, in der zu einer „sofortigen dauerhaften und nachhaltigen humanitären Waffenruhe“ im Gazastreifen aufgerufen wird, hatten 120 Länder zugestimmt. Deutschland zählte zu den 45 Staaten, die sich enthielten. Die USA stimmten mit 13 weiteren Staaten dagegen.

Diplomat Ron Prosor, Israels Botschafter kritisiert Enthaltung Deutschlands bei UN-Resolution.
Diplomat Ron Prosor, Israels Botschafter kritisiert Enthaltung Deutschlands bei UN-Resolution. © action press | Christoph Hardt

Prosor würdigte trotzdem die deutsche Solidarität. „Wir wissen die Unterstützung Deutschlands seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober sehr zu schätzen“, sagte er. „Der Kanzler hat die Dinge von Anfang an beim Namen genannt, spricht von der menschenverachtenden Brutalität der Terrororganisation Hamas und betont immer wieder, dass Israels Sicherheit deutsche Staatsräson sei.“

Israel-News vom 1. November: Papst wirbt für eine Verhandlungslösung

22.29 Uhr: Papst Franziskus hat Israelis und Palästinenser zu einer Lösung am Verhandlungstisch aufgefordert. „Jeder Krieg ist eine Niederlage. Mit Krieg wird nichts gelöst. Nichts. Alles wird mit Frieden, mit Dialog gewonnen“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche dem italienischen Fernsehsenders Rai.

Der 86-Jährige warb für eine Zwei-Staaten-Lösung für Israelis und Palästinenser. „Im Krieg provoziert eine Ohrfeige die andere. Eine starke und dann noch eine stärkere, und so geht es weiter“, so der Papst. Es gehe jedoch um „zwei Völker, die miteinander zusammenleben müssen“. Dafür gebe es eine „kluge Lösung“: „Zwei Völker, zwei Staaten.“ Er verwies auf das Osloer Abkommen und empfahl für Jerusalem einen „besonderen Status.“

Habeck besorgt über Antisemitismus auch bei Teilen der Linken

21.59 Uhr: Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ist beunruhigt über den wachsenden Antisemitismus in Deutschland. Das gilt auch für den Antisemitismus „in Teilen der politischen Linken“. Dies mache ihm Sorge, sagte der Grünen-Politiker in einem Video auf der Online-Plattform X (vormals Twitter). Dies sei „leider auch bei jungen Aktivistinnen und Aktivisten“ der Fall.

„Antikolonialismus darf nicht zu Antisemitismus führen“, sagte Habeck. „Insofern sollte dieser Teil der politischen Linken seine Argumente überprüfen.“ Der Grünen-Politiker begrüßte, dass sich die deutsche Vertretung der Klimabewegung Fridays for Future klar von Äußerungen aus der internationalen Sektion zum Nahost-Konflikt abgegrenzt habe. Dies sei „mehr als respektabel“.

In einem Post im Netzwerk Instagram hatte die internationale Organisation von Fridays for Future behauptet, weltweit seien Medien „von imperialistischen Regierungen finanziert, die hinter Israel stehen“. Die Gruppierung sprach von einer „Gehirnwäsche“ und bezeichnete Israel als „Apartheids-System“. Die von der radikalislamischen Hamas ermordeten Israelis wurden mit keinem Wort erwähnt. Die Aktivistin Greta Thunberg hatte in sozialen Netzwerken zu einem Streik für Solidarität mit den Palästinensern aufgerufen.

Wirtschaftsminister Robert Habeck ist besorgt über den Antisemitismus..
Wirtschaftsminister Robert Habeck ist besorgt über den Antisemitismus.. © DPA Images | Hannes P Albert

UN-Hilfswerk über israelischen Luftangriff: womöglich „Kriegsverbrechen“

21.35 Uhr: Die israelischen Luftangriffe auf das Flüchtlingslager Dschabalia im Gazastreifen mit vielen Toten könnten nach Einschätzung der Vereinten Nationen „Kriegsverbrechen“ darstellen. Auf (ehemals Twitter) schrieb das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte, „angesichts der hohen Zahl von Opfern und des Ausmaßes der Zerstörung nach den israelischen Luftangriffen auf das Dschabalia-Flüchtlingslager haben wir ernsthafte Bedenken, dass es sich um unverhältnismäßige Angriffe handelt“. Es könnte sich um „Kriegsverbrechen“ handeln.

Der Leiter des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), Philippe Lazzarini, betonte derweil bei einem Besuch des Gazastreifens, dass seine Organisation sich in dem Palästinensergebiet weiter für die Bewohner einsetzen werde. „UNRWA wird an der Seite der palästinensischen Flüchtlinge in Gaza, an der Seite der Palästinenser hier in Gaza bleiben.“

„Ich war schockiert von der Tatsache, dass alle um Essen und Wasser baten, sagte Lazzarini weiter. Der bislang höchste UN-Vertreter, der den Gazastreifen seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas besuchte, sagte, er habe so etwas “noch nie gesehen“.

Menschen warten am Grenzübergang zwischen dem Gazastreifen und Ägypten. Verletzte Palästinenser und Inhaber ausländischer Pässe können über den Grenzübergang Rafah evakuiert werden.
Menschen warten am Grenzübergang zwischen dem Gazastreifen und Ägypten. Verletzte Palästinenser und Inhaber ausländischer Pässe können über den Grenzübergang Rafah evakuiert werden. © DPA Images | Fatima Shbair

Baerbock: Deutschland hat die Stimme für Israel erhoben

21.29 Uhr: Außenministerin Annalena Baerbock hat die deutsche Enthaltung bei der Abstimmung über die Gaza-Resolution in der UN-Vollversammlung erneut gegen Kritik verteidigt. Deutschland falle die besondere Rolle zu, die Gesprächskanäle zu anderen Akteuren in der Region wie Ägypten oder Jordanien offen zu halten, sagte die Grünen-Politikerin am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Was, nun...?“

Deutschland habe durch Gespräche mit anderen Ländern erreicht, dass der Text nicht einseitig Israel verurteile. Zuvor hatten unter anderem der israelische Botschafter in Deutschland und der Zentralrat der Juden die Enthaltung kritisiert und die Bundesrepublik aufgefordert, Israel bei den Vereinten Nationen klar den Rücken zu stärken.

Die am Freitag vergangener Woche mit Zwei-Drittel-Mehrheit angenommene UN-Resolution verurteilt jegliche Gewalt gegen die israelische und palästinensische Zivilbevölkerung. Eine eindeutige Verurteilung des Terrors der Hamas als Auslöser des Krieges ist nicht enthalten.

Außenministerin Annalena Baerbock wehrt sich gegen Kritik. Deutschland hatte sich in der UNO bei einer Gaza-Resolution enthalten. UN-Generalsekretär António Guterres (rechts) hat mehrfach Israel kritisiert
Außenministerin Annalena Baerbock wehrt sich gegen Kritik. Deutschland hatte sich in der UNO bei einer Gaza-Resolution enthalten. UN-Generalsekretär António Guterres (rechts) hat mehrfach Israel kritisiert © DPA Images | Seth Wenig

Angesprochen auf die Kritik sagte Baerbock, dass Deutschland die Stimme für Israel erhoben habe. Die USA seien die stärkste Militärmacht und Deutschland einer der engsten Verbündeten Israels.

Es gebe nicht die eine Sichtweise „in dieser furchtbaren Situation“, sagte Baerbock. „Wenn wir dafür sorgen wollen, dass Israel endlich in Frieden und Sicherheit leben kann, wie jedes Land auf der Welt, wenn wir dafür sorgen wollen, dass Palästinenser endlich auch in Sicherheit und Frieden frei von Hamas leben können, dann müssen wir bereit sein, uns immer wieder in die Schuhe des anderen zu stellen.“ Deutschland helfe dabei, einen Flächenbrand in der Region zu verhindern.

Israelische Verluste: 16 tote Soldaten in zwei Tagen

20.49 Uhr: Bei der israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen sind am Dienstag und Mittwoch 16 Soldaten ums Leben gekommen. Das gab die Armeeführung bekannt.

Elf starben in einem Transporter, der von einer Panzerabwehrrakete getroffen wurde. Jeweils zwei kamen ums Leben in einem Panzer, der über einen Sprengsatz fuhr, sowie in einem Gebäude, das von einer Granate getroffen wurde. Das 16. Opfer, ein Sanitäter, kam im Mörserfeuer um. Das sind auf israelischer Seite bereits mehr Opfer als jeweils in den Gaza-Kriegen 2008, 2012 und 2021.

Israels Militär tötet Hamas-Kommandeur im Gazastreifen

19.36 Uhr: Israel hat nach eigenen Angaben den Chef der Panzerabwehrraketen-Einheit der Hamas im Gazastreifen getötet. Der hochrangige Kommandeur der in dem abgeriegelten Küstenstreifen herrschenden islamistischen Hamas sei bei einem Angriff eines Kampfflugzeuges getötet worden, teilte Israels Militär am Mittwoch mit. Die israelische Armee veröffentlichte dazu ein Video, das die Explosion eines Gebäudes aus der Luft zeigte.

Mohammed Asar sei für alle Panzerabwehrraketen-Einheiten der Hamas im gesamten Gazastreifen zuständig gewesen. Die durch ihn in Auftrag gegebenen Einsätze zielten auf israelische Zivilisten sowie Soldaten.

Scholz mahnt den Schutz der Zivilisten an

19.13 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat in einem Telefonat mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Bedeutung des Schutzes von Zivilisten und der humanitären Versorgung der Bevölkerung im Gazastreifen betont. Zugleich habe er die „unverbrüchliche Solidarität Deutschlands mit Israel“ versichert, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Mittwoch mit.

Netanjahu habe den Kanzler über die aktuelle Lage in Israel nach den Terrorangriffen der Hamas sowie über das weitere Vorgehen der israelischen Armee gegen die Islamistenorganisation im Gazastreifen informiert, erklärte Hebestreit weiter.

Scholz begrüßte demnach, dass nun erstmals Verletzte über den Grenzübergang Rafah zur Behandlung nach Ägypten gebracht wurden. Die Bundesregierung leiste humanitäre Hilfe für die Bevölkerung in Gaza und in der Region, die auch den Verletzten aus dem Gazastreifen zugute komme, hieß es in der Mitteilung.

Im Gespräch mit Israels Regierungschef Netanjahu betonte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): Der Schutz von Zivilisten sei. wichtig.
Im Gespräch mit Israels Regierungschef Netanjahu betonte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): Der Schutz von Zivilisten sei. wichtig. © DPA Images | Michael Kappeler

Erste Deutsche können Gazastreifen verlassen

18.19 Uhr: Die ersten Deutschen haben den Gazastreifen nach Angaben des Auswärtigen Amts verlassen können. „Nach intensiven Bemühungen konnte ein Team unserer Botschaft Kairo soeben die ersten ausgereisten Deutschen am Grenzübergang in Rafah in Empfang nehmen“, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch im Onlinedienst X, vormals Twitter, mit. Es handele sich dabei um Mitarbeiterinnen internationaler Hilfsorganisationen.

Berlin arbeite „mit Hochdruck weiter an der Ausreise der verbliebenen Deutschen in Gaza“, erklärte das Auswärtige Amt weiter. Auch Deutschlands Bemühungen um die von der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas verschleppten deutschen Geiseln gingen „intensiv weiter“. „Wir arbeiten zudem an der Aufstockung der dringend benötigten Hilfslieferungen für die Menschen in Gaza.“

Der Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten war am Mittwoch erstmals seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hamas für Menschen geöffnet worden. Es ist der einzige nicht von Israel kontrollierte Grenzübergang zum Gazastreifen. In den vergangenen Wochen war lediglich Hilfskonvois die Durchfahrt genehmigt worden. Die erstmalige Öffnung für Menschen ging auf eine vom Golfemirat Katar vermittelte Vereinbarung zwischen Ägypten, der Hamas und Israel zurück.

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Israelischer Kommandeur: „Wir stehen vor den Toren von Gaza-Stadt“

18. 14 Uhr: Die israelische Armee kommt nach Angaben eines ranghohen Kommandeurs bei ihren Bodenangriffen im Gazastreifen voran. „Wir stehen vor den Toren von Gaza-Stadt“, sagte der Befehlshaber der 162. Division, Itzik Cohen, am Mittwoch. Die Soldaten seiner Einheit befänden sich mitten im Einsatz und seien tief in den Gazastreifen vorgedrungen.

Laut Hamas Tote bei erneutem Angriff auf Flüchtlingslager

17.00 Uhr: Bei einem erneuten Angriff der israelischen Armee auf das Flüchtlingslager Dschabalia im Gazastreifen sollen nach Hamas-Angaben „Dutzende“ Menschen getötet und verletzt worden sein. Israelische Kampfflugzeuge hätten das Flüchtlingslager am Mittwoch bombardiert, erklärte das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium im Gazastreifen. Rettungskräfte sagten, es seien „ganze Familien“ getötet worden.

Aufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigten große Zerstörungen durch den erneuten Angriff. Die Angaben des Gesundheitsministeriums zur Zahl der Toten und Verletzten konnten aber zunächst nicht unabhängig bestätigt werden.

Ausländische Staatsangehörige verlassen Gazastreifen nach Ägypten

16.27 Uhr: Erstmals seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober hat eine Gruppe ausländischer Staatsangehöriger und Palästinenser mit Zweitpass die Grenze nach Ägypten überquert und den Gazastreifen verlassen. Der Ägyptische Rote Halbmond bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Einreise von 285 Personen am Mittwoch.

Menschen warten am Grenzübergang zwischen dem Gazastreifen und Ägypten. Verletzte Palästinenser und Inhaber ausländischer Pässe können über den Grenzübergang Rafah evakuiert werden.
Menschen warten am Grenzübergang zwischen dem Gazastreifen und Ägypten. Verletzte Palästinenser und Inhaber ausländischer Pässe können über den Grenzübergang Rafah evakuiert werden. © DPA Images | Fatima Shbair

Israelische Armee: 13 Soldaten im Norden des Gazastreifens getötet

16.06 Uhr: Bei Kämpfen mit der islamistischen Hamas im Gazastreifen sind nach Angaben der Armee 13 israelische Soldaten getötet worden. Sie seien am Mittwoch im Norden des abgeriegelten Küstenstreifens ums Leben gekommen, teilte das Militär mit. Bereits am Dienstag waren zwei Soldaten bei Kämpfen ums Leben gekommen. Seitdem die Armee den Einsatz von Bodentruppen im Gazastreifen vorangetrieben hat, wurden demnach insgesamt 15 Soldaten getötet.

Bundesregierung mahnt „Verhältnismäßigkeit“ an

15.58 Uhr: Die Bundesregierung hat nach der israelischen Bombardierung eines Flüchtlingslagers im Gazastreifen ein verhältnismäßiges Vorgehen der israelischen Armee im Krieg gegen die radikalislamische Hamas angemahnt. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte am Mittwoch in Berlin, es sei „essenziell“, dass beim Kampf gegen die Hamas „mit der notwendigen Verhältnismäßigkeit“ vorgegangen werde.

Palästinensische Gebiete, Dschabalia: Palästinenser inspizieren die Schäden an Gebäuden, die bei israelischen Luftangriffen getroffen wurden, im Flüchtlingslager Dschabalia im nördlichen Gazastreifen.
Palästinensische Gebiete, Dschabalia: Palästinenser inspizieren die Schäden an Gebäuden, die bei israelischen Luftangriffen getroffen wurden, im Flüchtlingslager Dschabalia im nördlichen Gazastreifen. © DPA Images | Fadi Wael Alwhidi

Zugleich sei „wieder einmal eingetreten“, dass die Hamas sich mit ihren Militärstrukturen und Führungsstrukturen „hinter der Zivilbevölkerung versteckt, diese als menschliche Schutzschilde nutzt und im Zweifelsfall opfert“, sagte der Sprecher weiter. Auch Regierungssprecher Steffen Hebestreit sagte, die Hamas missbrauche die Zivilbevölkerung im Gazastreifen als „menschliche Schutzschilde“.

Zahl der Toten in Gaza steigt laut Hamas offenbar auf fast 8.800

15.35 Uhr: Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen ist seit Beginn des Krieges am 7. Oktober laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde auf 8.796 gestiegen. Unter den Toten seien 3.648 Kinder und Jugendliche im Alter unter 18 Jahren, berichtete die Behörde in Gaza. Insgesamt seien seit Kriegsbeginn 22.219 Menschen verletzt worden.

Anmerkung: Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch Stellen der palästinensischen und der israelischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage zum Teil nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Verletzte aus Gazastreifen kommen zur Behandlung nach Ägypten

14.14 Uhr: Erstmals seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober haben palästinensische Verletzte die Grenze nach Ägypten zur Behandlung in dortigen Krankenhäusern überquert. Erste Krankenwagen verließen am Mittwoch den Grenzübergang Rafah und brachten Patienten zum Krankenhaus im Ort Al-Arisch, wie auf Bildern des staatsnahen Fernsehsenders Al-Kahira News zu sehen war. Der Ägyptische Rote Halbmond bestätigte die Ankunft von drei Patienten in Al-Arisch.

Ein palästinensischer Krankenwagen kommt am Grenzübergang zwischen Gaza und Ägypten an. Verletzte Palästinenser und Inhaber ausländischer Pässe können über den Grenzübergang Rafah evakuiert werden.
Ein palästinensischer Krankenwagen kommt am Grenzübergang zwischen Gaza und Ägypten an. Verletzte Palästinenser und Inhaber ausländischer Pässe können über den Grenzübergang Rafah evakuiert werden. © DPA Images | Fatima Shbair

Erdogan-Besuch in Deutschland? Politiker äußert Bedenken

13.58 Uhr:FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai hat schwere Bedenken gegen einen möglichen Besuch des türkischen PräsidentenRecep Tayyip Erdogan in Deutschland angemeldet. „Erdogans permanente Hassreden gegen Israel und seine Solidarität mit der Terrororganisation Hamas sind unerträglich. Das muss Konsequenzen haben und darf von der Bundesregierung nicht ignoriert werden“, sagte Djir-Sarai am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Eine für November geplante Reise sei „in diesem Zusammenhang außerordentlich problematisch“. „Es ist mehr als fraglich, ob wir den türkischen Staatspräsidenten vor diesem Hintergrund in Deutschland empfangen sollten“, sagte der FDP-Politiker.

Ein Termin für eine Reise Erdogans ist bislang offiziell nicht bestätigt. In Berlin kursieren Planungen für einen Zeitraum in der zweiten Novemberhälfte.

Der türkische Präsident Erdogan könnte im November nach Deutschland kommen.
Der türkische Präsident Erdogan könnte im November nach Deutschland kommen. © AFP | Yasin Akgul

Erdogan hat das Vorgehen des israelischen Militärs im Gazastreifen, das eine Reaktion auf das Massaker der islamistischen Hamas am 7. Oktober in israelischen Grenzorten ist, mehrfach scharf kritisiert. „Westlichen Regierungen“ warf er vor, hauptsächlich für die „Massaker“ im Gazastreifen verantwortlich zu sein. In der vergangenen Woche sagte er vor Anhängern seiner islamisch-konservativen Partei AKP in Ankara auch: „Hamas ist keine Terrororganisation, sondern eine Befreiungs- und Mudschahedin-Gruppe, die für den Schutz ihres Landes und ihrer Bürger kämpft.“

Von deutscher Seite gab es in früheren Jahren schon die Befürchtung, Erdogan könne mit aggressiver Rhetorik auch zu Spannungen innerhalb Deutschlands beitragen – teils im Rahmen des eigenen Wahlkampfes. Am 18. November spielen im Berliner Olympiastadion die Fußballnationalmannschaften von Deutschland und der Türkei gegeneinander.

Nach Angriff auf Flüchtlingslager: Was über die Dschabalia-Brigaden bekannt ist

13.12 Uhr: Nach Angaben der israelischen Armee wurden beim Angriff auf das Flüchtlingslager Dschabalia im nördlichen Gazastreifen der Hamas-Kommandeur Ibrahim Biari sowie insgesamt 50 Terroristen getötet. Biari habe die „Zentrale Dschabalia-Brigade“ geleitet, die im Flüchtlingslager stationiert gewesen sei, betonten die israelischen Streitkräfte. Die Brigade sei der Hamas angegliedert. Ein Sprecher der islamistischen Terrororganisation dementierte hingegen, dass einer ihrer Kommandeure im Flüchtlingslager gewesen sei.

Die israelische Armee erklärte: „Biari wurde als Teil eines groß angelegten Einsatzes gegen Mitglieder der Hamas liquidiert. Die terroristische Infrastruktur, die zur ‚Zentralen Dschabalia-Brigade‘ gehörte und die Kontrolle über zivile Gebäude in Gaza-Stadt hatte, wurde zerstört. Nach dem Einsatz brach die terroristische Infrastruktur unter den Gebäuden zusammen.“

Über die „Zentrale Dschabalia-Brigade“ ist wenig bekannt. Biari sei „maßgeblich an der Planung und Ausführung der Terrorangriffe auf Israel am 7. Oktober gewesen“, sagte ein israelischer Armeesprecher. Seit Beginn der israelischen Bodenoffensive am Wochenende sei er der Drahtzieher der Hamas-Angriffe im nördlichen Gazastreifen gewesen.

Biari habe in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Terrorattacken auf Ziele in Israel koordiniert, so die israelische Armee. So habe Biari 2004 Hamas-Kämpfer zu einem Terroranschlag im Hafen der israelischen Stadt Ashdod nördlich des Gazastreifens geschickt, bei dem 13 Menschen getötet wurden.

Anführer des politischen Arms der Hamas im Gazastreifen: Yahya Sinwar (Archivbild). (Photo by MAHMUD HAMS / AFP)
Anführer des politischen Arms der Hamas im Gazastreifen: Yahya Sinwar (Archivbild). (Photo by MAHMUD HAMS / AFP) © AFP | MAHMUD HAMS

Hilfsorganisationen beklagen Kontaktabbruch zu Mitarbeitern im Gazastreifen

10.44 Uhr: Im Gazastreifen ringen Hilfsorganisationen mit dem erneuten Totalausfall der Kommunikations- und Internetdienste. „Wir haben seit etwa fünf Stunden überhaupt keinen Kontakt zu unseren Mitarbeitern in Gaza“, teilte der Palästinensische Rote Halbmond am Mittwoch mit. Kommunikation und Internet seien „komplett abgeschnitten“. Zu dem Post bei Facebook setzte der Rote Halbmond den Hashtag #NotATarget im Verweis auf die Forderung, dass Retter, humanitäre Helfer und Freiwillige im Gaza-Krieg nicht zur Zielscheibe werden dürften.

Grenzübergang geöffnet – erste Ausländer verlassen Gazastreifen bei Rafah

10.12 Uhr: Erstmals seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober steht eine Gruppe ausländischer Staatsangehöriger und Palästinenser mit Zweitpass wohl kurz vor der Ausreise aus dem Gazastreifen nach Ägypten. Eine erste Gruppe von ihnen befinde sich im Transitbereich des Grenzübergangs Rafah, sagte Raed Abdel Nasser, Generalsekretär des Ägyptischen Roten Halbmonds im Nord-Sinai, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Sie warteten im palästinensischen Teil des Übergangs darauf, ihre Formalien für die Einreise nach Ägypten zu erledigen.

Geplant sei die Ausreise von mehr als 500 Ausländern und Palästinensern mit weiterer Staatsangehörigkeit. Unter den ausreisenden Menschen sind keine Geiseln, die beim Terrorüberfall der Hamas am 7. Oktober nach israelischen Armeeangaben aus Israel in den Gazastreifen verschleppt wurden.

Palästinenser warten am Grenzübergang Rafah auf die Einreise nach Ägypten.
Palästinenser warten am Grenzübergang Rafah auf die Einreise nach Ägypten. © Fatima Shbair/AP/dpa | Unbekannt

Internet und Mobilfunk fallen im Gazastreifen erneut aus

7.20 Uhr: Im Gazastreifen ist nach palästinensischen Angaben am Mittwoch erneut die gesamte Internet- und Mobilfunkkommunikation ausgefallen. „Wir bedauern, (...) mitteilen zu müssen, dass die Kommunikations- und Internetdienste im Gazastreifen vollständig unterbrochen sind“, teilte die palästinensische Telekommunikationsgesellschaft Paltel auf X, ehemals Twitter, mit.

Es ist bereits der zweite Ausfall dieser Art im Gazastreifen binnen weniger als einer Woche. Ende vergangener Woche war das Netz bereits vollständig unterbrochen, am Wochenende jedoch wiederhergestellt worden.

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hatte Israel beschuldigt, den Ausfall bewusst verursacht zu haben, um „Massaker“ im Gazastreifen zu verüben. Der palästinensische Telekommunikationsanbieter Jawwal hatte Israels „massive Bombardierung“ im Gazastreifen für den Stromausfall verantwortlich gemacht.

Internationale Organisationen hatten durch den Kommunikationsausfall den Kontakt zu ihren Mitarbeitern verloren und Sorge angesichts möglicher unentdeckt bleibender „Gräueltaten“ geäußert.

US-Außenminister Blinken reist erneut in die Konfliktregion

6.36 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken wird am Freitag erneut in den Nahen Osten reisen. „Außenminister Blinken wird am Freitag zu Gesprächen mit Vertretern der israelischen Regierung nach Israel reisen und anschließend weitere Stationen in der Region ansteuern“, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Matthew Miller, am Dienstag (Ortszeit) vor Journalisten. Zuvor hatten bereits israelische Medien unter Berufung auf israelische Beamte über den geplanten Besuch berichtet.

Es ist der zweite Besuch Blinkens in der Region seit dem Beginn des Kriegs zwischen der Hamas und Israel. Der US-Außenminister war bereits wenige Tage nach dem Großangriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation nach Israel gereist, um dem Land die Unterstützung der USA zu signalisieren. Blinken besuchte zehn Tage lang weitere Länder der Region, darunter Jordanien, Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Israel besuchte er zweimal: Am 18. Oktober begleitete Blinken US-Präsident Joe Biden bei dessen Solidaritätsbesuch in Tel Aviv.

US-Außenminister Antony Blinken steht zurzeit im Zentrum der Aufmerksamkeit: Nach Besuchen in Israel, Katar, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten reist der amerikanische Chefdiplomat am Freitag erneut nach Israel.
US-Außenminister Antony Blinken steht zurzeit im Zentrum der Aufmerksamkeit: Nach Besuchen in Israel, Katar, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten reist der amerikanische Chefdiplomat am Freitag erneut nach Israel. © Jacquelyn Martin/AP/dpa | Unbekannt

USA ernennen neuen Botschafter für Israel – nach langer Vakanz

6.33 Uhr: Der US-Senat hat nach monatelanger Vakanz den von Präsident Joe Biden nominierten neuen Botschafter in Israel, Jack Lew, bestätigt. Mit 53 zu 43 Stimmen bestätigte die Kongresskammer am Dienstag die Nominierung Lews. Aus den Reihen der Republikaner hatte der frühere Finanzminister zuvor wegen seiner Rolle beim 2015 getätigten Abschluss des umstrittenen Iran-Atomabkommens unter Präsident Barack Obama viel Kritik erfahren. Der Botschafterposten in Israel war zuvor monatelang unbesetzt gewesen.

Der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, nannte das Votum „eines der wichtigsten und folgenreichsten“ seit Langem. Angesichts des Kriegs zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas könnten sich die USA „keine weitere Verzögerung“ bei der Besetzung des Botschafterpostens erlauben, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Senat, der Demokrat Ben Cardin.

Palästinenser melden zwei Tote bei Konfrontationen im Westjordanland

6.17 Uhr: Bei Zusammenstößen mit dem israelischen Militär sind im Westjordanland am Dienstag palästinensischen Angaben zufolge zwei Menschen getötet worden. Einem 70-Jährigen sei bei einem Armeeeinsatz in dem Ort Tubas nördlich von Nablus ins Gesicht geschossen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah mit. Sechs weitere Menschen seien bei der Razzia verletzt worden, eine Person davon lebensgefährlich. Ein 16 Jahre alter Jugendlicher soll den Angaben zufolge bei Konfrontationen mit Soldaten in der Stadt Beit Ummar nördlich von Hebron getötet worden sein. Die Armee sagte, sie prüfe die Berichte.

Fahrzeuge des israelischen Militärs in Nur Shams. Hier haben israelische Soldaten eine Razzia durchgeführt.
Fahrzeuge des israelischen Militärs in Nur Shams. Hier haben israelische Soldaten eine Razzia durchgeführt. © Majdi Mohammed/AP/dpa | Unbekannt

Solidaritätskonzert mit Iris Berben in Hamburg

6.02 Uhr: Mit einem Solidaritätskonzert für Israel haben zahlreiche Menschen am Dienstagabend in der Hamburger Laeiszhalle an die Opfer desTerrorangriffs vom 7. Oktober erinnert. Gleichzeitig sei das Konzert ein klares Bekenntnis zur Vielfalt, zum Schutz jüdischen Lebens und gegen Antisemitismus, Rassismus und Menschenhass, teilten die Veranstalter mit.

Auf dem Programm standen neue Bearbeitungen israelischer Chansons, Choräle aus dem 17. Jahrhundert und eigens für den Abend geschriebene Musik. Schauspielerin Iris Berben las Gedichte der jüdischen Schriftstellerin Selma Meerbaum, die 1942 im Alter von 18 Jahren in einem SS-Arbeitslager in Rumänien starb.

„Der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober hat sich tief in unser Bewusstsein gebohrt. Und dort schmerzt er uns noch immer“, sagte Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD). „Antisemitismus und Menschenhass geschehen. Auch heute, jeden Tag. Deshalb muss aus dem Bekenntnis „Nie wieder“ ganz praktische Solidarität werden. Diese Aussage ist nichts wert, wenn wir nicht begreifen, vor welcher Aufgabe wir nicht erst seit dem furchtbaren Verbrechen des 7. Oktober stehen. „Nie wieder“ ist jetzt“, betonte Brosda. Die Terroristen der Hamas wollten offene Gesellschaften auseinandertreiben. „Deshalb sind wir alle gefordert, für ein Miteinander in Vielfalt und Freiheit einzustehen“, sagte Brosda.

Alle Künstler verzichteten auf eine Gage zugunsten der Initiative „Keren Hayesod Berlin – Notfallkampagne Oktober 2023“, die Spenden für medizinische Ausrüstung und Medikamente, geschützte Unterkünfte und psychologische Betreuung für die Betroffenen der Terrorangriffe des 7. Oktober sammelt.

31.10.2023, Hamburg: Die Schauspielerin Iris Berben steht beim Solidaritätskonzert für Israel auf der Bühne der Laeiszhalle. Die Veranstalter wollen an die Opfer des Terrorangriffs vom 7. Oktober gedenken und ein Zeichen für Freiheit und Menschlichkeit setzen. Foto: Axel Heimken/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
31.10.2023, Hamburg: Die Schauspielerin Iris Berben steht beim Solidaritätskonzert für Israel auf der Bühne der Laeiszhalle. Die Veranstalter wollen an die Opfer des Terrorangriffs vom 7. Oktober gedenken und ein Zeichen für Freiheit und Menschlichkeit setzen. Foto: Axel Heimken/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ © DPA Images | Axel Heimken

Bolivien bricht diplomatische Beziehungen zu Israel ab

5.30 Uhr: Bolivien hat die diplomatischen Beziehungen zu Israel wegen dessen Angriffen auf den Gazastreifen abgebrochen. Das südamerikanische Land habe die Entscheidung „in Ablehnung und Verurteilung der aggressiven und unverhältnismäßigen israelischen Militäroffensive im Gazastreifen und der Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit“ getroffen, erklärte das bolivianische Außenministerium am Dienstag. Gleichzeitig wurde ein Ende der Angriffe auf den Gazastreifen gefordert.

Die Mitteilung wurde nach dem Treffen von Präsident Luis Arce mit dem palästinensischen Botschafter veröffentlicht. Davor hatte der ehemalige Präsident Evo Morales die Position der Regierung kritisiert und den Abbruch der Beziehungen zu Israel verlangt.

Israel und Bolivien hatten erst im Jahr 2020 die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen und den Ausbau der Zusammenarbeit der beiden Länder beschlossen. Morales hatte die Beziehungen davor 2009 wegen des israelischen Militäreinsatzes im Gazastreifen abgebrochen.

Gleichzeitig beorderten Chile und Kolumbien ihre Botschafter für Konsultationen zurück. „Chile verurteilt die Militäroperation im Gazastreifen auf das Schärfste und stellt mit großer Besorgnis fest, dass dieser Einsatz, der eine kollektive Bestrafung der palästinensischen Zivilbevölkerung darstellt, die grundlegenden Normen des Völkerrechts nicht einhält“, hieß es in einer Mitteilung des chilenischen Außenministeriums.

Israel-News vom 31. Oktober: FBI: Stärkste Terror-Bedrohung seit dem IS

21. 24 Uhr: Die US-Bundespolizei FBI hat vor einer wachsenden Terrorgefahr gewarnt. Seit Beginn des Gaza-Kriegs Anfang Oktober hätten mehrere ausländische Terrororganisationen zu Angriffen auf Amerikaner und den Westen aufgerufen, sagte FBI-Chef Christopher Wray bei einer Kongressanhörung.

Es handele sich um die stärkste Bedrohung seit dem Aufstieg des „Islamischen Staates“ (IS) vor fast einem Jahrzehnt. „Die Aktionen der Hamas und ihrer Verbündeten werden in einem Maße zur Inspiration dienen, wie wir es seit der Errichtung des sogenannten Kalifats durch den IS vor einigen Jahren nicht mehr gesehen haben.“ Dies gelte vor allem für Extremisten, die sich in den USA radikalisierten.

Wray erklärte, Angriffe auf US-Militärstützpunkte von Milizen, hinter denen der Iran stehe, hätten sich im Oktober verstärkt. Wenn der Konflikt sich ausweite, werde auch mit mehr Cyber-Angriffen durch den Iran und andere, nicht-staatliche Akteure gerechnet.

Der Antisemitismus hat nach seinen Worten in den USA „ein historisches Ausmaß erreicht“. Dies liege zum Teil daran, dass „die jüdische Gemeinschaft von Terroristen aus dem gesamten Spektrum angegriffen wird“, darunter einheimische gewalttätige Extremisten sowie ausländische Terrororganisationen. „Tatsächlich würden unsere Statistiken darauf hinweisen, dass eine Gruppe, die nur etwa 2,4 Prozent der amerikanischen Öffentlichkeit ausmacht, etwa 60 Prozent aller religiös motivierten Hassverbrechen ausmacht“, sagte Wray über die jüdisch-amerikanische Bevölkerung.

Hochrangiger Hamas-Kommandeur getötet

20.58 Uhr: Israel meldet den Tod eines hochrangigen Hamas-Kommandeurs. Armeesprecher Daniel Hagari erklärte, Ibrahim Biari, Kommandeur der Dschabalia-Brigade der Hamas und einer der Anführer des Massakers vom 7. Oktober, sei bei einem israelischen Luftangriff getötet worden. Während des Angriffs auf das Haus, in dem sich Biari versteckte, seien mehrere Gebäude in der Nähe eingestürzt.

Israel übernimmt Verantwortung für Angriff auf Flüchtlingslager

20.53 Uhr: Die israelische Armee hat die Verantwortung für den Angriff im Flüchtlingslager Dschabalia im Norden des Gazastreifens übernommen. Nach Angaben des von der militant-islamistischen Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums wurden bei dem Angriff mindestens 50 Menschen getötet und 150 verletzt. Ein Arzt des Kamal-Adwan-Krankenhauses im nördlichen Gazastreifen gab die Zahl der Toten mit mindestens 35 an, auch Frauen und Kinder seien getötet worden.

Die Bodenoffensive gewinnt an Intensität.  Es kommt zu Gefechten nahe Gaza-Stadt.
Die Bodenoffensive gewinnt an Intensität. Es kommt zu Gefechten nahe Gaza-Stadt. © AFP | MENAHEM KAHANA

Zwei israelische Soldaten getötet

18.26 Uhr: Zwei israelische Soldaten sind nach Angaben der Armee bei Kämpfen mit der islamistischen Hamas im Gazastreifen getötet worden. Die beiden 20 Jahre alten Männer seien am Dienstag im Norden des Küstengebiets ums Leben gekommen, teilte das Militär mit.

Die Armee hatte zuvor erklärt, dass Israel den Einsatz mit Bodentruppen im Gazastreifen vorantreibe. Innerhalb von 24 Stunden seien rund 300 Ziele angegriffen und Dutzende Terroristen getötet worden.

Der militärische Arm der islamistischen Hamas, die Kassam-Brigaden, behauptete, Fahrzeuge der israelischen Armee unter anderem mit Raketen sowie Soldaten mit Mörsergranten angegriffen zu haben. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

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UN-Generalsekretär: Völkerrecht kein „à la carte Menü“

18.19 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres ist „zutiefst beunruhigt“, weil sich Konflikt zwischen Israel und der Hamas verschärft hat. Er forderte nach Angaben der Vereinten Nationen erneut einen humanitären Waffenstillstand und ungehinderten Zugang von Hilfskräften in den Gazastreifen.

Der UN-Chef verurteilte den Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober scharf und sagte, die Attacken seien durch nichts zu rechtfertigen. Guterres zeigte sich aber auch bestürzt, dass zwei Drittel der Getöteten im Gazastreifen Frauen und Kinder sind. Er beklagte auch viele gestorbene UN-Mitarbeiter. „Das humanitäre Völkerrecht legt klare Regeln fest, die nicht ignoriert werden dürfen. Es handelt sich nicht um ein à la carte Menü und kann nicht selektiv angewendet werden“, so Guterres.

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Laut dem UN-Kinderhilfswerk Unicef ist der Gatastreifen zu einem „Friedhof für Kinder“ geworden. Künftig könnte sich die Lage weiter verschlimmern, erklärte Unicef-Sprecher James Elder am Dienstag. Seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas seien „Berichten zufolge“ mehr als 3.450 Kinder getötet worden.

Ohne Lieferungen von Wasser, Medikamenten und Lebensmitteln und ohne „die Freilassung entführter Kinder“ werde der Horror weiter zunehmen. Ohne besseren Zugang zu humanitärer Hilfe könnten die aktuellen Opferzahlen bald „nur die Spitze eines Eisbergs sein“.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wies darauf hin, dass die Menschen im Gazastreifen nicht nur durch direkte Angriffe stürben. Derzeit gebe es dort „130 Frühgeborene, die auf Brutkästen angewiesen sind, davon etwa 61 Prozent im Norden“, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier. Durch „Massenvertreibung, Überfüllung und den Schäden an der Wasser- und Sanitärinfrastruktur“ drohe schon bald eine „Katastrophe für die öffentliche Gesundheit“.

Heftige Kämpfe nahe Gaza-Stadt

16.08 Uhr: Israels Armee meldet „heftige Kämpfe“ im Gazastreifen. Die Hamas bestätigte Gefechte an mehreren Punkten rund um die Stadt Gaza. Sie habe Fahrzeuge der israelischen Armee mit Panzerabwehrraketen und Sprengsätzen angegriffen.

Nach israelischen Angaben finden die Kämpfe „tief im Palästinensergebiet“ statt. Dutzende Hamas-Kämpfer seien getötet worden. Zudem habe man zahlreiche Waffen sowie Sprengstoff beschlagnahmt. Die Essedin-al-Kassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der Hamas, berichteten ihrerseits, israelische Truppen im Gebiet Al-Tawam im Norden des Palästinensergebiets in einen Hinterhalt gelockt zu haben.

Auschwitz-Komitee: Dies ist kein Krieg, sondern „ein neues Auschwitz“

15.41 Uhr: Das Internationale Auschwitz Komitee hat die Bundesregierung dazu aufgerufen, Israel nach dem Terrorangriff der Hamas intensiv zu unterstützen. Der Präsident des Komitees, Marian Turski, sagte am Dienstag im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst in Berlin, der Kampf Israels sei auch ein Kampf für die zivilisierte Welt. Es sei darüber hinaus wichtig, zu den Bemühungen um eine Befreiung der in der Hand der Hamas befindlichen Geiseln beizutragen, betonte der 97-Jährige nach einem Gespräch mit dem Chef des Bundeskanzleramts, Wolfgang Schmidt (SPD).

Die Attacken der Hamas und die Verschleppung der Geiseln seien „kein Krieg, dies ist ein Pogrom, ein neues Auschwitz“. Die Hamas versuche nicht nur Israel, sondern die gesamte Zivilisation zu zerstören: „All das erfüllt uns mit großer Sorge, weil wir aus eigener Erfahrung wissen, dass antisemitischer Hass und Verschwörungstheorien nicht nur das Leben jüdischer Menschen bedrohen, sondern auch die Demokratie zerreißen.“

Laut Hamas 8.525 Tote im Gazastreifen

13.05 Uhr: Die Terrormiliz Hamas beziffert die Zahl der Toten durch israelische Angriffe im Gazastreifen auf inzwischen 8.525. Das gab das von der Hamas geleitete Gesundheitsministeriums bekannt. Allein am Vortag seien 219 Tote registriert worden, so ein Sprecher.

Israel fliegt seit einer beispiellosen Welle von Terrorangriffen der Hamas am 7. Oktober massive Angriffe auf Ziele der Hamas im Gazastreifen. Außerdem hat Israel den Gazastreifen blockiert und lässt nur die Einfuhr weniger Hilfsgüter zu. Treibstoff ist nicht darunter.

Palästinensische Gebiete, Rafah: Palästinenser suchen in dem nach einem israelischen Luftangriff zerstörten Haus der Familie Al-Zahar nach Überlebenden.
Palästinensische Gebiete, Rafah: Palästinenser suchen in dem nach einem israelischen Luftangriff zerstörten Haus der Familie Al-Zahar nach Überlebenden. © DPA Images | Abed Rahim Khatib

Anmerkung: Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch Stellen der palästinensischen und der israelischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage zum Teil nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Israel: 240 Menschen von der Hamas entführt

12.57 Uhr: Israel hat die Zahl der von der Terror-Miliz Hamas entführten Menschen erneut nach oben korrigiert. Laut einem Armeesprecher wurden 240 Personen verschleppt. Das Militär gehe davon aus, dass die meisten von ihnen noch am Leben seien. Unter den Verschleppten befinden sich auch mehrere Deutsche. Gestern war bekanntgeworden, dass die junge Deutsche Shani Louk bei dem Hamas-Angriff getötet worden war.

Friedensbewegung fordert Bundesregierung zum Schutz von Palästinensern im Westjordanland auf

11.48 Uhr: Die katholische Friedensbewegung Pax Christi hat die Bundesregierung aufgefordert, sich für den Schutz von Palästinensern im Westjordanland gegen die Gewalt extremistischer Siedler stark zu machen. „Im Windschatten des menschenverachtenden Massakers der Hamas und des islamischen Dschihad in Israel und der Bombardierung des Gazastreifens haben radikale Siedler und die israelische Armee ihre Aktionen zur Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung im Westjordanland verstärkt“, beklagte die Friedensbewegung am Dienstag in Berlin.

Wiltrud Rösch-Metzler, Sprecherin der Nahostkommission von Pax Christi, verlangte von der Bundesregierung, „allein und im Verbund mit anderen EU-Staaten, der israelischen Regierung bei der völkerrechtswidrigen Vertreibung der ländlichen Bevölkerung im Westjordanland Einhalt zu gebieten“. Die Posten der Siedler müssten geräumt, die vertriebenen palästinensischen Bauern und ihre Familien entschädigt werden. Zudem müsse die israelische Regierung dafür sorgen, dass die Ackerbauern und Viehhalter wieder auf ihre Felder, Weiden und Olivenhaine zurückkehren könnten.

Hamas hält mindestens 240 Geiseln gefangen

10.54 Uhr: Laut der israelischen Armee befinden sich mindestens 240 Geiseln in den Händen der Hamas. Eine Soldatin konnte am Montag aus der Gewalt der Terroristen befreit werden. Vereinzelte Geiseln wurden zudem durch die radikal-palästinensische Gruppe freigelassen.

Ex-Geheimdienstchef der Palästinenser fordert freie Wahlen

10.20 Uhr: Einst war Mohammed Dahlan einer der mächtigsten Männer im Gazastreifen. Unter Jassir Arafat war er Sicherheitschef der Palästinensischen Autonomiebehörde und damit Chef des palästinensischen Geheimdienstes. Doch das Erstarken der Hamas, die er 2007 zu stürzen versuchte, musste er ins Exil fliehen.

Mohammed Dahlan, einst Sicherheitschef der Palästinensischen Autonomiebehörde, auf einem Bild aus dem Jahr 2011.
Mohammed Dahlan, einst Sicherheitschef der Palästinensischen Autonomiebehörde, auf einem Bild aus dem Jahr 2011. © imago stock&people | imago stock&people

Nun hat der umstrittene Politiker, dem von Widersachern vorgeworfen wird, an mehreren Morden beteiligt gewesen zu sein und der der CIA nahestehen soll, dem „Economist“ ein seltenes Interview gegeben. Darin beschreibt er seine Vision für die Palästinenser für eine Zeit nach dem Krieg – und fordert freie Wahlen in den Palästinensergebieten.

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Sowohl der Gazastreifen als auch das Westjordanland sollten von einem gewählten Parlament regiert werden, so Dahlan. Derzeit herrscht in der Enklave die radikal-islamische Hamas. Im Westjordanland hat die gemäßigtere Palästinensische Autonomiebehörde die Macht – auch sie allerdings ohne demokratische Legitimation.

Nach Dahlans Vorstellung sollte der Gazastreifen nach dem Krieg für zwei Jahre von einer technokratischen Regierung, also einer Art Expertengremium, kontrolliert werden. Diese könnte eine demokratische Abstimmung vorbereiten, an der auch die Hamas, mit der Dahlan verfeindet ist, teilnehmen. Bei der bisher letzten palästinensischen Parlamentswahl ging die Terror-Gruppe als Sieger hervor.

Wassermangel im Gazastreifen – Nur noch eine Entsalzungsanlage aktiv

9.12 Uhr: Nach Angaben der Vereinten Nationen führt der Treibstoffmangel im Gazastreifen zunehmend zu Problemen bei der Wasserversorgung. „Nur eine Entsalzungsanlage arbeitet mit lediglich einer Kapazität von fünf Prozent, während alle sechs Abwasseraufbereitungsanlagen im Gazastreifen aufgrund von Treibstoff- oder Strommangel derzeit außer Betrieb sind“, sagte Catherine Russel, Direktorin des UN-Kinderhilfswerks Unicef. Der Mangel an sauberem Wasser und sicheren sanitären Anlagen drohe zu einer Katastrophe zu werden.

Derweil suchen die Menschen im Gazastreifen nach Möglichkeiten, mit dem Wassermangel klarzukommen. Immer mehr Menschen kommen etwa an die Strände, um sich im Mittelmeer zu waschen. Auch Kleidung wird im Salzwasser gereinigt und an den Stränden getrocknet.

Die Wasserknappheit im Gazastreifen führt dazu, dass Menschen ihre Wäsche im Mittelmeer waschen.
Die Wasserknappheit im Gazastreifen führt dazu, dass Menschen ihre Wäsche im Mittelmeer waschen. © AFP | MAHMUD HAMS

Yad-Vashem-Vorsitzender kritisiert Israel-Botschafter für Tragen des Davidsterns

8.31 Uhr: Dani Dayan, Vorsitzender der internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel, hat deutliche Kritik an Gilad Erdan geübt. Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen hatte bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates einen gelben Davidstern auf dem Sakko getragen. Das Symbol erinnerte an die Sterne, die Jüdinnen und Juden während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland tragen mussten.

Dayan schrieb auf X, vormals Twitter, das Tragen des Sterns verunglimpfe die Opfer des Holocausts und den Staat Israel. „Der gelbe Fleck symbolisiert die Hilflosigkeit des jüdischen Volkes und seine Ausgeliefertheit gegenüber anderen“, heißt es dort weiter. „Heute haben wir ein unabhängiges Land und eine starke Armee. Wir sind Meister unseres Schicksals.“

Gilad Erdan, israelischer Botschafter bei den Vereinten Nationen, mit einem Davidstern auf dem Sakko.
Gilad Erdan, israelischer Botschafter bei den Vereinten Nationen, mit einem Davidstern auf dem Sakko. © DPA Images | Eduardo Munoz Alvarez

Israelische Armee in verschiedenen Teilen des nördlichen Gazastreifens

8.05 Uhr: Die israelische Armee ist Angaben eines Militärsprechers zufolge mit Bodentruppen in verschiedenen Teilen des nördlichen Gazastreifens aktiv. Schwer gepanzerte Fahrzeuge, Panzer, gepanzerte Kampffahrzeuge und Bulldozer seien in die umkämpfte Region bewegt worden. Armeesprecher Conricus sagte, er verstehe, dass die humanitäre Situation in dem dichtbesiedelten Küstenstreifen schwierig sei. Dies sei jedoch nicht die Schuld der israelischen Armee.

Roter Halbmond meldet Angriffe nahe Krankenhaus in Gaza

6.31 Uhr: In der Nacht soll Israel Angriffe in der Nähe eines Krankenhauses im Norden des Gazastreifens durchgeführt haben. Das berichtet der palästinensische Rote Halbmond. Ihm zufolge sollen sich in der Klinik rund 14.000 Zivilistinnen und Zivilisten aufgehalten haben, die dort Schutz vor israelischen Bombenangriffen gesucht hätten. Das Krankenhausgebäude sei erschüttert und die geflüchteten Zivilisten und das Personal seien in Panik versetzt worden, hieß es weiter.

Tausende haben im Gazastreifen Zuflucht in Krankenhäusern gesucht. Nun meldet der Rote Halbmond Angriffe in der Nähe einer seiner Kliniken.
Tausende haben im Gazastreifen Zuflucht in Krankenhäusern gesucht. Nun meldet der Rote Halbmond Angriffe in der Nähe einer seiner Kliniken. © AFP | SAID KHATIB

Der Leiter des Krankenhauses sagte der Nachrichtenagentur AFP, die israelische Armee habe ihm einen Befehl zur Evakuierung des Gebäudes erteilt. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bezeichnete den Aufruf als „zutiefst besorgniserregend“ und erklärte, es sei unmöglich, ein Krankenhaus zu evakuieren, ohne das Leben der Patienten zu gefährden.

Bei den Vereinten Nationen: UN-Botschafter trägt gelben Davidstern

1.47 Uhr: Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen hat mit dem Tragen eines gelben Sterns an seinem Sakko vor dem Weltsicherheitsrat für Aufsehen gesorgt. Gilad Erdan und seine Mitarbeitenden steckten sich am Montag (Ortszeit) vor dem mächtigsten UN-Gremium gelbe Davidsterne mit der Aufschrift „Never Again“ („Nie Wieder“) ans Revers. Sie erinnerten an jene Sterne, die Nazis im Dritten Reich Juden als Kennzeichen aufgezwungen hatten.

Er werde den Stern tragen, so wie seine Großeltern und die Großeltern von Millionen Juden, sagte Erdan weiter an den Sicherheitsrat gewandt. „Wir werden den Stern tragen, bis Sie die Gräueltaten der Hamas verurteilen und Sie die sofortige Freilassung unserer Geiseln fordern“.

Erdan verglich Israels Bodenoffensive im Gazastreifen in seiner Rede mit der Landung der Alliierten 1944 in der Normandie. Hätte es den Weltsicherheitsrat am 6. Juni 1944, auch als D-Day bekannt, gegeben, hätte es vermutlich auch eine heftige Debatte darüber gegeben, wie viel Strom und Treibstoff die Münchner Bürger noch hätten, spottete er vor dem Rat.

Israel-News vom 30. Oktober: USA derzeit gegen Waffenruhe in Israel

23.12 Uhr: Die USA unterstützen die international immer lauter werdenden Forderungen nach einer Waffenruhe im Krieg zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas derzeit nicht. „Wir glauben nicht, dass eine Waffenruhe im Moment die richtige Antwort ist“, sagte John Kirby, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses. Entsprechende Forderungen würde man „bewusst nicht“ unterstützen. Stattdessen sollte über „Pausen“ nachgedacht werden, um Hilfe für die Zivilbevölkerung in den Gazastreifen zu bringen.

Zugleich zeigte sich Kirby überzeugt, dass es „in den kommenden Tagen“ gelingen könne, „täglich hundert Lastwagen“ mit Hilfsgütern in das von der Hamas beherrschte Palästinensergebiet zu bringen. Eine solche Menge an Hilfslieferungen ist nach Ansicht der Vereinten Nationen mindestens notwendig, um die notleidende Bevölkerung im Gazastreifen mit dem Nötigsten zu versorgen. Diese Zahl wird bisher nicht ansatzweise erreicht.

Täglich fliegt die israelische Luftwaffe derzeit Luftangriffe auf den Gazastreifen. Eine Waffenruhe lehnen Israel und die USA als wichtigster Verbündeter des Landes derzeit ab.
Täglich fliegt die israelische Luftwaffe derzeit Luftangriffe auf den Gazastreifen. Eine Waffenruhe lehnen Israel und die USA als wichtigster Verbündeter des Landes derzeit ab. © AFP | MAHMUD HAMS

Netanjahu: Waffenruhe wäre eine Kapitulation

20.56 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine Waffenruhe im Kampf gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas abgelehnt. „So wie die USA nach der Bombardierung von Pearl Harbor oder dem Terroranschlag vom 11. September keiner Waffenruhe zugestimmt hätten, wird Israel einem Stopp der Kämpfe mit der Hamas nach den schrecklichen Angriffen des 7. Oktobers nicht zustimmen“, sagte Netanjahu am Montag vor Journalisten. „Aufrufe an Israel, einer Waffenruhe zuzustimmen, sind Aufrufe, gegenüber der Hamas, gegenüber Terrorismus, gegenüber der Barbarei zu kapitulieren. Das wird nicht passieren.“

Netanjahu sagte weiter: „Jede zivilisierte Nation sollte an Israels Seite stehen und die sofortige und bedingungslose Freilassung der Geiseln fordern.“ Man ziehe nun eine Linie „zwischen den Kräften der Zivilisation und den Kräften der Barbarei“.

Er hoffe dabei auf die Unterstützung zivilisierter Länder. „Weil Israels Kampf euer Kampf ist. Weil ihr das nächste Ziel seid, wenn die Achse des Bösen von Hamas und dem Iran siegt. Deshalb wird Israels Sieg euer Sieg sein.“ Man werde die Hamas in den „Mülleimer der Geschichte“ werfen.

Netanjahu sagte, Militärvertreter teilten die Einschätzung, dass der Bodeneinsatz Israels im Gazastreifen eine Freilassung der Geiseln wahrscheinlicher machen könne. „Die Hamas wird es nicht tun, außer sie ist unter Druck.“

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Israelische Soldatin von Bodentruppen aus Geiselhaft befreit

17.50 Uhr: Eine israelische Soldatin ist nach Militärangaben bei den Bodeneinsätzen im Gazastreifen befreit worden. Die am 7. Oktober von der Hamas entführte Frau sei in gutem Zustand und habe ihre Familie bereits getroffen, teilte die Armee am Montag in einem Post auf der Plattform X (früher Twitter) mit. Demnach fand die Befreiung in der Nacht statt. Auf einem vom Militär verbreiteten Bild war sie in den Armen ihrer Familie zu sehen.

Die Frau heißt Ori Megidish und konnte nach Armeeangaben viele Einzelheiten ihrer Gefangenschaft mitteilen. Megidish habe ein großartiges Gedächtnis.

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Israels Armee hatte am Wochenende eine neue Phase im Krieg gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas eingeläutet. Neben massiven Luftangriffen weiteten die israelischen Truppen auch am Boden die Einsätze aus. Medienberichten zufolge sollen sie etwa drei Kilometer in den Gazastreifen vorgestoßen sein.

Immer mehr israelische Bodentruppen im Gazastreifen
Immer mehr israelische Bodentruppen im Gazastreifen © Unbekannt | Unbekannt

Holocaustüberlebende Friedländer lehnt NS-Vergleiche ab: „Nicht dasselbe“

17.20 Uhr: Die Holocaustüberlebende Margot Friedländer will für den Terrorismus der Hamas nicht die gleichen Worte verwenden wie für die Taten der Nationalsozialisten. „Wir brauchen andere Begriffe. Es ist nicht dasselbe“, sagte Friedländer der „Zeit Online“. Nach dem Massaker von Terroristen der islamistischen Hamas in Israel am 7. Oktober hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Hamas als „die neuen Nazis“ bezeichnet.

Die Holocaustüberlebende Margot Friedländer will für den Terrorismus der Hamas nicht die gleichen Worte verwenden wie für die Taten der Nationalsozialisten.
Die Holocaustüberlebende Margot Friedländer will für den Terrorismus der Hamas nicht die gleichen Worte verwenden wie für die Taten der Nationalsozialisten. © DPA Images | Annette Riedl

Weiter sagte Friedländer, der Holocaust und ihre Erlebnisse seien ihr immer präsent. „Ich werde die Sache nicht los, als ob es gestern wäre. Und natürlich sehe ich nach diesen Morden die Bilder von damals wieder vor mir.“

Israel friert millionenschwere Zahlungen an Westjordanland ein

16.30 Uhr: Israel friert vorübergehend millionenschwere Zahlungen an die Palästinensische Autonomiebehörde im Westjordanland wegen angeblicher Unterstützung des Hamas-Terrorüberfalls am 7. Oktober ein. „Aufgrund der Unterstützung der Behörde der Hamas-Massaker“ habe er Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gebeten, kurzfristig im Kabinett die Fortsetzung der Zahlungen zu prüfen, teilte der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich am Montag auf der Plattform X, vormals Twitter, mit. „Bis eine Entscheidung getroffen wird – stoppen wir die Zahlungen“, schrieb er.

In seinem Post verwies Smotrich auf einen Zusammenschnitt mit Aussagen von Vertretern der Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Darin wird der Terror-Überfall als Teil des „bewaffneten Widerstandes“ gegen die israelische Besatzung bezeichnet.

Israel sammelt im Auftrag der Palästinenserbehörde Steuern und Zölle ein. Zuletzt wurden rund 160 Millionen Dollar (rund 151 Millionen Euro) monatlich an die Behörde weitergeleitet. Von der Palästinenserbehörde gab es zu der Entscheidung Smotrichs zunächst keine Reaktion .Abbas hatte nach den Massakern gesagt, die Taten und die Politik der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas repräsentierten nicht das palästinensische Volk. Er lehne die Tötung von Zivilisten auf beiden Seiten ab, betonte Abbas. Er forderte alle Beteiligten auf, Gefangene freizulassen.

Weiterer Vorstoß israelischer Einheiten in Süd-Gaza

16.00 Uhr: Israelische Bodentruppen sind am Montag tiefer in den Gazastreifen vorgedrungen. Die Kassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der in dem Küstenstreifen herrschenden islamistischen Hamas, teilten mit, sie hätten israelische Verbände im Bezirk Seitun südöstlich von Gaza mit Panzerabwehrraketen beschossen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Über Verluste wurde zunächst nichts mitgeteilt. Auch aus dem Nordwesten des nur 40 Kilometer langen und zwischen 6 und 12 Kilometer breiten Küstenstreifen wurden Kämpfe gemeldet.

Auf einem im Internet verbreiteten Video war ein Panzer auf der Hauptverbindungsstraße vom Norden in den Süden des Küstenstreifens zu sehen, der einen Schuss in der Nähe eines weißen Autos abgibt, danach ist eine Explosion zu sehen. Das war nach Angaben eines „dpa“-Mitarbeiters vor Ort etwa drei Kilometer westlich des Grenzzaunes zu Israel. Augenzeugen hätten auch von einem gepanzerten Bulldozer dort berichtet. Ein Armeesprecher betonte auf Anfrage, man äußere sich nicht zum Standort der eigenen Verbände.

Hamas veröffentlicht Video von Geiseln – Gefangene wirft Netanjahu Versagen vor

15.30 Uhr: Die im Gazastreifen herrschende Terrororganisation Hamas hat am Montag ein neues Video von mutmaßlichen israelischen Geiseln veröffentlicht. Darin sind drei Frauen zu sehen. Die in der Mitte sitzende Frau äußert sehr heftige Kritik an dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Sie sagt mit wütender Stimme: „Bibi Netanjahu, Schalom. Wir befinden uns seit 23 Tagen in Gefangenschaft der Hamas.“ Israelische Medien stuften das Video als „Psychoterror“ der Hamas gegen Israel ein. Vermutlich habe die Hamas der Frau den Text diktiert.

In einem neuen Geisel-Video verlangen israelische Entführungsopfer von Ministerpräsident einen sofortigen Gefangenenaustausch.
In einem neuen Geisel-Video verlangen israelische Entführungsopfer von Ministerpräsident einen sofortigen Gefangenenaustausch. © Screenshot X @marionawfal

Die Geisel spricht in dem Video, das auf zahlreichen X-Konten geteilt wurde, von einer Pressekonferenz mit den Familien der Entführten am Vortag. „Wir wissen, dass es eine Waffenruhe geben sollte, du hättest uns alle befreien sollen, du hast dich verpflichtet, uns alle freizulassen“, sagte die Frau auf Hebräisch an Netanjahu gerichtet. „Stattdessen tragen wir die Last deines politischen, sicherheitspolitischen, militärischen und diplomatischen Versagens. Wegen dieses Mists, den du angerichtet hast am 7. Oktober, weil die Armee nicht da war, niemand ist gekommen, niemand hat uns beschützt und wir - unschuldige Zivilisten - Bürger, die dem Staat Israel Steuern zahlen, sind in Gefangenschaft, unter schlimmen Bedingungen.“

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Sie warf Netanjahu vor, er wolle „uns alle töten“. Die Aussage könnte sich auf die israelischen Angriffe im Gazastreifen beziehen. Die Frau fragt: „Sind nicht schon genug israelische Bürger getötet worden?“ und fordert entschieden einen Deal zur Freilassung der Geiseln und palästinensischer Häftlinge. „Lass uns zu unseren Familien zurückkehren - jetzt!“, schrie sie am Ende des Videos. Es ist bereits das zweite Video, das die Hamas veröffentlicht. Vor zwei Wochen waren Aufnahmen einer jungen Frau verbreitet worden, die auch die französische Staatsbürgerschaft hat.

Gewalteskalation in Westjordanland: Israelische Siedler vertreiben Palästinenser

15.00 Uhr: Seit Beginn des Gaza-Krieges haben sich die Angriffe von israelischen Siedlern auf Palästinenser mehr als verdoppelt. Habe es zuvor durchschnittlich drei Vorfälle pro Tag gegeben, seien es jetzt acht, teilte das UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten (Ocha) mit. Es berichtet von Einschüchterungen, Diebstählen und Übergriffen. Seit dem 7. Oktober wurden demnach 607 Palästinenser, mehr als die Hälfte von ihnen Kinder, im Westjordanland vertrieben.

Rauch steigt auf nach einem israelischen Angriff mit Kampfhubschraubern auf ein Dorf im Südlibanon.
Rauch steigt auf nach einem israelischen Angriff mit Kampfhubschraubern auf ein Dorf im Südlibanon. © Marwan Naamani/dpa | Unbekannt

So berichten Bewohner mehrerer palästinensischer Dörfer in Westjordanland über Vertreibungen und gewalttätige Übergriffe. Der Ortsvorsteher von Wadi al Seek berichtete der Nachrichtenagentur „Associated Foreign Press“ (AFP), dass israelische Siedler, Polizisten und Soldaten in ihrem Dorf zehn Kilometer östlich der Hauptstadt Ramallah aufgetaucht seien und sie vertrieben hatten. Mit 200 Bewohnern, den Ziegen und Schafen hatten sie zu Fuß die Flucht antreten müssen. „Wir müssen für das zahlen, was ihnen passiert ist“, sagt Abu Baschar, einer der Anführer der kleinen Gemeinde, mit Verweis auf den Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober.

Eine Woche nach der Vertreibung erlaubte die Armee den Dorfbewohnern, ihre Habseligkeiten abzuholen. „Aber alles war zerstört. Die Säcke mit dem Futter für die Tiere wurden auf dem Boden ausgekippt“, schildert Abu Baschar. Sein Bericht deckt sich mit dem, was AFP-Reporter sahen: durchsuchte Häuser mit ausgeräumten Schränken, kaputten Kinderbetten, zerrissenen Vorhängen und auf dem Boden verstreuten Dokumenten, Sandalen und Spielzeug. Das israelische Militär verweigerte eine Antwort auf mehrere Anfragen der Nachrichtenagentur.

Jordanien um Sicherheit besorgt – Bitten um US-Luftverteidigung

14.25 Uhr: Als Reaktion auf den Gaza-Krieg hat Jordanien die USA um Hilfe bei der Sicherung seiner Grenzen gefragt. „Wir haben die amerikanische Seite gebeten, das jordanische Luftverteidigungssystem mit Patriot-Raketen zu verstärken“, sagte ein Sprecher der jordanischen Armee am Sonntagabend im staatlichen Fernsehen. „Es ist ein teures System, das nicht mit lokalen Ressourcen bereitgestellt werden kann, daher brauchen wir einen strategischen Partner.“

Das Königreich hatte zuvor bereits gewarnt, dass sich der Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas auf die umliegende Region ausweiten könnte. Seit dem Beginn des Gaza-Kriegs besteht die Sorge, dass vor allem proiranische Milizen aus arabischen Nachbarstaaten stärker in den Konflikt einsteigen könnten. Jordanien ist seit langem ein enger Verbündeter der USA.

Neue Raketenangriffe auf Jerusalem und Südisrael

14.15 Uhr: Terroristen der Hamas im Gazastreifen haben Israel auch während der heftigen Luftangriffe auf das Palästinensergebiet weiter mit Raketen angegriffen. In Jerusalem, im Zentrum des Landes und im Süden heulten am Montag die Warnsirenen, wie die Armee mitteilte. Es gab zunächst keine Berichte über Opfer.

Mehr als 100 Tote im Westjordanland – Bundesregierung ruft Israel zum Zivilschutz auf

13.30 Uhr: Die Bundesregierung hat Israel aufgefordert, palästinensische Zivilisten im besetzten Westjordanland vor Übergriffen jüdischer Siedler zu schützen. „Wir rufen Israel dazu auf, alles zu unternehmen, um die Palästinenserinnen und Palästinenser vor den Aktivitäten extremistischer Siedler zu schützen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin.

13.10.2023, Palästinensische Gebiete, Nablus: Palästinensische Demonstranten stoßen nach einer Demonstration zur Unterstützung des Gazastreifens in der Stadt Nablus im Westjordanland mit israelischen Streitkräften zusammen. Foto: Majdi Mohammed/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
13.10.2023, Palästinensische Gebiete, Nablus: Palästinensische Demonstranten stoßen nach einer Demonstration zur Unterstützung des Gazastreifens in der Stadt Nablus im Westjordanland mit israelischen Streitkräften zusammen. Foto: Majdi Mohammed/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ © DPA Images | Majdi Mohammed

Die Bundesregierung verurteile „klar die Angriffe und die Gewalt von Siedlern auf palästinensische Gemeinden, die sogar zum Tod mehrerer Zivilisten geführt hat“, sagte der Außenamtssprecher. Es sei dabei „zu schrecklichen Szenen gekommen“, sagte er weiter. „Israel als Besatzungsmacht im Westjordanland obliegt es, die Sicherheit und Unversehrtheit der palästinensischen Bevölkerung im Westjordanland sicherzustellen.“ Es gebe Palästinenser, „die aus Angst um Leib und Leben ihre angestammten Wohnorte verlassen haben“, fügte der Außenamtssprecher hinzu.

Nach Angaben der palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah wurden seit dem Großangriff der radikalislamischen Hamas aus dem Gazastreifen auf Israel am 7. Oktober mehr als 100 Palästinenser im Westjordanland getötet – bei Einsätzen der israelischen Armee, aber auch durch Übergriffe jüdischer Siedler.

UN-Nothilfe-Koordinator entgegen Ankündigung vor Einreise nach Israel

13.10 Uhr: Israel lässt trotz des Konflikts mit den Vereinten Nationen UN-Nothilfe-Koordinator Martin Griffith einreisen. Dies bestätigte ein Sprecher des Außenministeriums in Jerusalem am Montag. Griffith‘ Einreise sei „auf Bitte anderer Staaten, um die Ausreise ausländischer Staatsbürger aus dem Gazastreifen voranzutreiben“, genehmigt worden.

Israel hatte vergangene Woche nach israelkritischen Äußerungen von UN-Generalsekretär António Guterres mitgeteilt, UN-Vertretern die Einreise zu verweigern – wie bereits schon in der Vergangenheit.

Guterres hatte israelische Gegenangriffe im Gazastreifen kritisiert und von „eindeutigen Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht“ gesprochen. Er verurteilte den Hamas-Terroranschlag am 7. Oktober zwar, sagte aber, dieser habe „nicht im luftleeren Raum“ stattgefunden. In dem Zusammenhang sprach Guterres von der israelischen Besatzung palästinensischer Gebiete.

Reporter ohne Grenzen werfen Israel Tötung von Journalist im Libanon vor

12.40 Uhr: Der Tod eines Reuters-Journalisten im Südlibanon vor gut zwei Wochen war nach Einschätzung der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) Folge von gezieltem Beschuss aus Israel. Die Gruppe aus mehreren Journalisten sei am 13. Oktober im Abstand weniger Sekunden zwei Mal aus derselben Richtung von Israel aus beschossen worden, berichtete die Journalistenorganisation am Montag. Dies habe die Auswertung von Videoaufnahmen ergeben. Die israelische Armee teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, der Vorfall werde weiter untersucht.

Bei dem Beschuss war der Reuters-Journalist Issam Abullah getötet worden, vier weitere Medienschaffende wurden verletzt. RSF betonte, die Reporter hätten nicht mit Kämpfern verwechselt werden können, weil sie im Augenblick des Beschusses schon rund eine Stunde offen mit ihren Kameras im Gelände gestanden hätten. Zudem seien sie durch die Aufschrift „Press“ auf Schutzwesten und Helmen sowie dem Dach ihres Autos klar als Journalisten gekennzeichnet gewesen.

Die israelische Armee betonte, am Freitag vor zwei Wochen habe die Schiitenmiliz Hisbollah in der Nähe der Ortschaft Hanita unter anderem Panzerabwehrraketen auf israelisches Gebiet gefeuert. Israelische Soldaten seien davon ausgegangen, dass Terroristen versuchten könnten, nach Israel einzudringen, schrieb die Armee in einer schriftlichen Stellungnahme. Dies habe mit Panzer- und Artillerie-Beschuss verhindert werden sollen.

Südafrika fordert Untersuchung gegen Israel wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit

11.30 Uhr: Südafrika will die israelischen Streitkräfte wegen der Tötung von Kindern im Gazastreifen für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Rechenschaft ziehen lassen. Die Todesfälle seien „eine direkte Folge der rechtswidrigen Handlungen Israels gegen die Menschen in Gaza“, hieß es in einer Mitteilung des südafrikanischen Außenministeriums am Montag.

Außenministerin Naledi Pandor forderte einen „sofortigen Waffenstillstand“ sowie die „sofortige Eröffnung eines humanitären Korridors“. Südafrika forderte zudem die Vereinten Nationen auf, eine Spezialtruppe zum Schutz der palästinensischen Zivilbevölkerung vor weiteren Bombardierungen einzusetzen.

Als eines der wirtschaftsstärksten und modernsten Länder Afrikas gilt Südafrika als Vorbild und Sprachrohr für viele Staaten des Kontinents. Auch durch seine langjährige Mitgliedschaft in der Brics-Gruppe wichtiger Schwellenländer - zusammen mit Brasilien, Russland, Indien und China - genießt Südafrika Einfluss auf dem Kontinent.

Vier Tote bei israelischem Militäreinsatz in Westjordanland

10.30 Uhr: Bei einem israelischen Militäreinsatz im besetzten Westjordanland sind palästinensischen Angaben zufolge vier Palästinenser getötet worden. Neun weitere Menschen seien bei dem Vorfall in Dschenin im Norden des Westjordanlands am Montag verletzt worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht.

Mehr als 100 Militärfahrzeuge und zwei Bulldozer waren der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa zufolge an dem Einsatz in der Stadt Dschenin und dem dort gelegenen Flüchtlingslager beteiligt, einer Hochburg bewaffneter palästinensischer Gruppen. Wafa zufolge flogen Militärdrohnen über das Gebiet, während Scharfschützen auf Gebäuden rund um ein Krankenhaus postiert waren.

Am Sonntag waren nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums fünf Palästinenser bei Einsätzen der israelischen Armee im Westjordanland getötet worden. Den Angaben zufolge wurden seit Beginn des Krieges zwischen der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen und Israel am 7. Oktober fast 120 Palästinenser im Westjordanland getötet.

Deutsche Hamas-Geisel Shani Louk laut Mutter tot

09.26 Uhr: Die von der radikal-islamischen Hamas entführte Deutsche Shani Louk ist offenbar tot. Das sagte ihre Mutter dem TV-Sender „RTL“: „Leider haben wir gestern die Nachricht bekommen, dass meine Tochter nicht mehr am Leben ist“, so die Mutter. Eine offizielle Bestätigung gibt es bisher nicht.

Die von der Hamas aus Israel entführte Shani Louk ist laut ihrer Mutter tot.
Die von der Hamas aus Israel entführte Shani Louk ist laut ihrer Mutter tot. © DPA Images | Christoph Soeder

Louk war wie über 200 weitere Personen am 7. Oktober von der Hamas entführt und mutmaßlich als Geisel gehalten worden. Ein Video, das die 22-Jährige zeigt, wie sie regungslos und halbnackt auf einem Pickup liegt und weggefahren wird, ging um die Welt. Ob Louk zu diesem Zeitpunkt noch lebte, ist unklar.

Israel will Hilfslieferungen in den Gaza-Streifen erleichtern

06.50 Uhr: Israel will die Lieferung humanitärer Hilfsgüter in den Gaza-streifen nach eigenen Angaben erleichtern. Elad Goren von der zuständigen Behörde sagte Journalisten am Sonntag, die Hilfslieferungen sollten in den kommenden Wochen „dramatisch erhöht“ werden. Die Wasserversorgung im Gazastreifen sei „nicht auf dem normalen Level“, aber ausreichend für humanitäre Bedürfnisse. Nach israelischen Erkenntnissen gebe es keinen Mangel an Lebensmitteln im Gazastreifen.

Lkw mit Hilfsgütern für den Gazastreifen stauen sich vor der ägyptischen Grenze.
Lkw mit Hilfsgütern für den Gazastreifen stauen sich vor der ägyptischen Grenze. © DPA Images | Sayed Hassan

US-PräsidentJoe Biden telefonierte wegen der katastrophalen Lage am Sonntag mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Gegenüber Netanjahu habe er deutlich gemacht, dass „unverzüglich“ deutlich mehr humanitäre Hilfe nach Gaza gelangen müsse, teilte die Regierungszentrale in Washington mit. Im Gespräch mit Al-Sisi hätten sich die beiden Staatsoberhäupter unter anderem dazu verpflichtet, die Hilfslieferungen nach Gaza „von heute an erheblich zu beschleunigen und kontinuierlich zu erhöhen“.

Ankläger des Strafgerichtshofs warnt Hamas und Israel vor Verstößen gegen das Völkerrecht

4.34 Uhr: Karim Khan, Chefankläger am Internationalen Strafgerichtshof, hat im Gaza-Krieg die islamistische Hamas, aber auch Israel vor Verstößen gegen das Völkerrecht gewarnt. „Ich möchte Israel gegenüber klar betonen, dass es ohne weitere Verzögerung erkennbare Anstrengungen unternehmen muss, um sicherzustellen, dass die Zivilbevölkerung Grundnahrungsmittel erhält, Medizin, Narkosemittel“, sagte er mit Blick auf die katastrophale humanitäre Lage im Gazastreifen. Und an die Adresse der in Gaza herrschenden Hamas und aller, „die dort die Kontrolle haben“: Die Hilfe müsse die Zivilbevölkerung erreichen „und nicht missbraucht oder von ihr abgezweigt“ werden, warnte der Chefankläger.

Anstehen für ein bisschen Wasser? Für viele Menschen im Gazastreifen ist das Realität.
Anstehen für ein bisschen Wasser? Für viele Menschen im Gazastreifen ist das Realität. © AFP | SAID KHATIB

Khan deutete an, dass der Strafgerichtshof bereits wegen möglicher Verbrechen auf palästinensischer wie auch auf israelischer Seite ermittelt. Die „Behinderung von Hilfslieferungen“ gemäß den Genfer Konventionen könne ein Verbrechen darstellen, das in die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichts falle, warnte Khan. Er hatte am Wochenende den Grenzübergang Rafah in Ägypten besucht. „Die Zivilbevölkerung muss mit Grundnahrungsmitteln, Wasser und der dringend benötigten medizinischen Hilfe versorgt werden“, forderte Khan. Mit Blick auf die von der Hamas in den Gazastreifen verschleppten Geiseln sagte der Chefankläger, Geiselnahmen stellten „einen schweren Verstoß gegen die Genfer Konventionen“ dar.

Israel beschießt erneut Stellungen in Syrien

03.45 Uhr: Israel hat in der Nacht erneut Ziele in Syrien beschossen – nach eigenen Angaben als Reaktion auf Raketenangriffe aus dem Land. Wie das Militär mitteilte, habe ein Kampfflugzeug „militärische Infrastruktur“ auf syrischem Boden getroffen. Stunden zuvor hatte die Armee mitgeteilt, den Ort angegriffen zu haben, von wo aus auf Israel geschossen worden sei. Die aus Syrien abgefeuerten Raketen waren demnach auf offenem Gelände gelandet. Welche Gruppierung für den Abschuss aus Syrien verantwortlich war, war zunächst unklar.

Israel-News vom 29. Oktober: Israel wirft Hamas „Psychospiele“ bei Geiseln vor

22.40 Uhr: Israel hat der radikalen Palästinenserorganisation Hamas im Zusammenhang mit den von ihr verschleppten Geiseln „Psychospiele“ vorgeworfen. „Die Hamas nutzt zynisch diejenigen aus, die uns lieb sind“, sagte Verteidigungsminister Joav Gallant am Sonntag zu Angehörigen der Entführten. Die Armee gab derweil bekannt, dass neuen Erkenntnissen zufolge 239 Menschen von der Hamas in den Gazastreifen verschleppt wurden.

„Die von der Hamas verbreiteten Geschichten sind Teil ihrer Psychospiele“, sagte Gallant laut einer von seinem Büro veröffentlichten Erklärung. Er bezog sich damit offensichtlich auf eine Hamas-Erklärung vom Samstag, wonach die radikale Organisation alle Geiseln freilassen werde, wenn im Gegenzug alle palästinensischen Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen werden.

Menschen in Israel demonstrieren für die Freilassung der von den Hamas verschleppten Geiseln.
Menschen in Israel demonstrieren für die Freilassung der von den Hamas verschleppten Geiseln. © AFP | Ahmad GHARABLI

Mob in Dagestan stürmt wegen Ankunft von israelischer Maschine Flughafen

21.46 Uhr: Wegen der Nachricht von der Ankunft eines Flugzeugs aus Israel haben dutzende Männer den Hauptstadtflughafen der russischen Republik Dagestan gestürmt. Lesen Sie dazu: Dagestan – Menschenmenge stürmt Flughafen und sucht Juden

Biden ruft zu deutlich mehr humanitärer Hilfe für den Gazastreifen auf

21.33 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat zu einer deutlichen Erhöhung der humanitären Hilfe für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen aufgerufen. In einem Telefonat mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu forderte er am Sonntag, dass die Versorgung des Gazastreifens mit Hilfsgütern „deutlich und sofort“ erhöht werden müsse. Nur so könne der Bedarf der Zivilbevölkerung gedeckt werden, sagte der Präsident laut einer Erklärung des Weißen Hauses.

Zudem telefonierte Biden mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Dabei kamen die beiden Staatschefs den Angaben zufolge überein, „die Lieferung von Hilfe in den Gazastreifen von heute an und auf kontinuierliche Art zu beschleunigen und zu erhöhen“. Zudem betonten sie „die Wichtigkeit, das Leben von Zivilisten zu schützen und das humanitäre Völkerrecht einzuhalten“.

Offensichtlich mit Blick auf Befürchtungen Kairos vor einer Massenflucht von Palästinensern aus dem Gazastreifen betonten Biden und al-Sisi den Angaben zufolge zudem, dass sichergestellt werden müsse, „dass die Palästinenser aus dem Gazastreifen nicht nach Ägypten oder in andere Staaten“ kommen.

Als Reaktion auf den Großangriff der radikalen Palästinenserorganisation Hamas am 7. Oktober hat Israel den Gazastreifen komplett abgeriegelt und greift diesen nahezu unterbrochen an. Die Bevölkerung in dem Palästinensergebiet lebt laut UNO unter katastrophalen Umständen, das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) warnt bereits vor einem Zusammenbruch der zivilen Ordnung.

Scholz verteidigt deutsche Enthaltung bei UN-Abstimmung über Gaza

21.15 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die von Israel kritisierte deutsche Enthaltung bei der Abstimmung über die Gaza-Resolution in der UN-Vollversammlung verteidigt. Deutschland habe „hart daran gearbeitet, einen Beschluss der Vollversammlung der Vereinten Nationen zu erreichen, der der Situation gerecht wird“, sagte Scholz am Sonntag bei seinem Besuch in Nigeria. „Als uns das nicht gelungen ist, haben wir uns der Stimme enthalten.“

Es sei in den Verhandlungen vor allem darum gegangen, nicht außer Acht zu lassen, „dass es sich um eine Aggression handelte, eine brutale mörderische Aggression der Hamas, die viele Menschen, Kinder, Babys, Großväter und Großmütter getötet hat“, betonte Scholz. „Das kann nicht akzeptiert werden, und wir werden Israel ganz deutlich dabei unterstützen, seine eigene Sicherheit zu verteidigen.“

Scholz verteidigt deutsche Enthaltung bei UN-Abstimmung über Gaza
Scholz verteidigt deutsche Enthaltung bei UN-Abstimmung über Gaza © Michael Kappeler/dpa | Unbekannt

Die am Freitag mit Zwei-Drittel-Mehrheit angenommene UN-Resolution verurteilt jegliche Gewalt gegen die israelische und palästinensische Zivilbevölkerung, fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung aller „illegal festgehaltenen“ Zivilisten und verlangt ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe in den Gazastreifen. Außerdem wird zu einer „sofortigen dauerhaften und nachhaltigen humanitären Waffenruhe“ aufgerufen, die zur „Einstellung der Feindseligkeiten“ führen solle. Eine eindeutige Verurteilung des Terrors der Hamas als Auslöser des Krieges ist nicht enthalten.

120 Länder stimmten für die Resolution, 45 enthielten sich, 14 waren dagegen. Die westlichen Staaten der EU und der G7 fanden keine gemeinsame Linie. Während Frankreich und Spanien dafür stimmten, enthielten sich Deutschland, Großbritannien und Italien. Die USA stimmten zusammen mit mehreren kleineren EU-Staaten wie Österreich, Tschechien und Ungarn mit Nein.

Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, hatte sich enttäuscht zum deutschen Abstimmungsverhalten geäußert und die Bundesrepublik aufgefordert, seinem Land bei den Vereinten Nationen klar den Rücken zu stärken. „Wir brauchen Deutschlands Unterstützung bei der UNO“, sagte Prosor am Samstag. Sich bei einer Abstimmung zu enthalten, „weil man nicht direkt sagen kann, dass Hamas für dieses grausame Massaker verantwortlich ist, ist nicht genug“, kritisierte er.

Armeesprecher: Familien von 239 Geiseln der Hamas benachrichtigt

21.05 Uhr: Die Zahl der bekannten im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln steigt weiter. Man habe bis Sonntag die Familien von 239 Entführten informiert, sagte der israelische Armeesprecher Daniel Hagari am Abend. Das sind neun mehr als am Vortag. Es werde erwartet, dass die Zahl noch weiter nach oben gehen könnte.

Unter den Geiseln seien auch ausländische Arbeiter, sagte Hagari. Es brauche Zeit, alle Familien zu erreichen. Laut israelischen Angaben wird davon ausgegangen, dass Dutzende Arbeiter aus Thailand unter den Entführten sind. Das thailändische Außenministerium sprach am Sonntag von 19 Entführten mit thailändischer Staatsbürgerschaft. Insgesamt sind Bürger von 25 Staaten unter den Entführten. Mindestens zwölf haben laut israelischen Angaben die deutsche Staatsbürgerschaft.

Die vier von der Terrororganisation Hamas bereits freigelassenen Geiseln sind nach Militärangaben bei den jetzt genannten 239 nicht mit eingerechnet.

Nach Militärangaben gelten 40 Menschen seit dem Terroranschlag der Hamas weiter als vermisst. Wegen des schlimmen Zustands vieler Leichen ist auch die Identifikation noch nicht abgeschlossen. Unter den Getöteten und Vermissten sind nach israelischen Angaben Bürger von mehr als 40 Ländern.

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