Nach etwa zwei Jahren Krieg zwischen Israel und der Hamas zeichnet sich endlich ein Durchbruch ab. Beide Konfliktparteien haben den sogenannten Gaza-Plan von US-Präsident Donald Trump unterzeichnet. Im Rahmen der Vereinbarung sollen alle Geiseln, die von der terroristischen Organisation Hamas festgehalten werden, an Israel übergeben werden. Man spricht von 48 Geiseln, von denen 20 noch am Leben sein sollen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Im Gegenzug wird Israel rund 250 Palästinenser freilassen, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, sowie etwa 1.700 weitere, die nach den Ereignissen des 7. Oktober 2023 inhaftiert wurden. Schon in der Vergangenheit hat Israel einen hohen Preis gezahlt, um die Freilassung von Geiseln zu erreichen.

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„Wer keine gangbare militärische oder politische Option zur Befreiung der Geiseln hat, muss sich auf Forderungen des Gegners einlassen“, sagt der frühere ranghohe BND-Agent Gerhard Conrad dieser Redaktion. Conrad ist ein Nahost-Experte, der in der Vergangenheit unter anderem den Austausch von Gefangenen zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz verhandelte. Israel habe „immer wieder diesen Kompromiss gegenüber seinen Gegnern eingehen müssen“ – gegenüber der Hamas, der Hisbollah oder palästinensische Gruppierungen wie der PFLP-GC.

Der Tag in Bildern: So wird „Friedenspräsident Donald Trump“ gefeiert

Donald Trump zeigt das unterzeichnete Dokument beim Gaza-Treffen in Scharm el-Scheich. Damit soll die Waffenruhe gefestigt werden.
Donald Trump zeigt das unterzeichnete Dokument beim Gaza-Treffen in Scharm el-Scheich. Damit soll die Waffenruhe gefestigt werden.© AFP | SAUL LOEB
Donald Trump im Gespräch mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi in Scharm El-Scheich.
Donald Trump im Gespräch mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi in Scharm El-Scheich.© AFP | SAUL LOEB
President Trump Visits Israel And Egypt After Gaza Ceasefire Takes Effect
Donald Trump bei seiner Rede in der Knesset.© Getty Images | Pool
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu (2.v.r.) applaudiert bei der Trump-Rede.
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu (2.v.r.) applaudiert bei der Trump-Rede.© AFP | Chip Somodevilla
Donald Trump (l.) bekommt in der Knesset stehende Ovationen. Neben ihm: Parlamentspräsident Amir Ohana. Daneben: Jitzchak Herzog, der Präsident Israels.
Donald Trump (l.) bekommt in der Knesset stehende Ovationen. Neben ihm: Parlamentspräsident Amir Ohana. Daneben: Jitzchak Herzog, der Präsident Israels.© AFP | Chip Somodevilla
President Trump Visits Israel And Egypt After Gaza Ceasefire Takes Effect
Eine Frau trägt eine Mütze mit dem Aufdruck: „Trump The Peace President“. Kurz darauf sollte der US-Präsident in der Knesset, dem Parlament Israels, sprechen.© Getty Images | Pool
Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln
Menschen versammeln sich in Tel Aviv, um eine Live-Übertragung der Freilassung von Geiseln aus dem Gazastreifen auf dem Geiselplatz zu verfolgen. Eine Frau steht vor einem Schild mit der Aufschrift „Trump's List“.© Nir Alon/ZUMA Press Wire/dpa | Nir Alon
Donald Trump kommt in der Knesset an.
Donald Trump kommt in der Knesset an.© AFP | Kenny Holston
Hostages Return To Israel After Ceasefire Agreement Takes Effect
Die Begeisterung über die Rückkehr der Geiseln ist groß.© Getty Images | Chris McGrath
Scharm el Scheich in Ägypten: „Willkommen im Land des Friedens“ steht auf großen Plakaten an den Schnellstraßen im Umfeld des Konferenzzentrums – dazu ein Porträt von Trump und von Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi.
Scharm el Scheich in Ägypten: „Willkommen im Land des Friedens“ steht auf großen Plakaten an den Schnellstraßen im Umfeld des Konferenzzentrums – dazu ein Porträt von Trump und von Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi.© AFP | KHALED DESOUKI
Nahostkonflikt - Trump
Menschen tragen Basecaps mit der Aufschrift „Trump, der Friedenspräsident“ in der Knesset, während sich der US-Präsident Donald Trump auf seine Rede vorbereitet.© Kenny Holston/Pool New York Times/AP/dpa | Kenny Holston
Nahostkonflikt - Trump
Ein Gemälde, das Trump an einem Strand in Tel Aviv dankt, ist von der Air Force One aus zu sehen.© Evan Vucci/AP/dpa | Evan Vucci
President Trump Visits Israel And Egypt After Gaza Ceasefire Takes Effect
Ein Mann trägt eine Kippa, auf der „Trump“ steht.© Getty Images | Pool
Israels Premierminister Benjamin Netanyahu und seine Frau Sara begrüßen Donald Trump bei seiner Ankunft am Flughafen Ben Gurion.
Israels Premierminister Benjamin Netanyahu und seine Frau Sara begrüßen Donald Trump bei seiner Ankunft am Flughafen Ben Gurion.© AFP | SAUL LOEB
President Trump Visits Israel And Egypt After Gaza Ceasefire Takes Effect
Ivanka Trump, die Tochter des Präsidenten, und Dan Scavino (2.v.r.), der stellvertretende Stabschef des Weißen Hauses.© Getty Images | Pool
Hostages Return To Israel After Ceasefire Agreement Takes Effect
Tränen fließen bei den Menschen, die sich die Geiselfreilassung live anschauen.© Getty Images | Chris McGrath
Palästinenser fotografieren einen Flugzettel, den israelische Streitkräfte abgeworfen haben, um die Einheimischen zu warnen, dass sie beobachtet werden und sich in keiner Weise für „terroristische Organisationen“ in der Nähe des Militärgefängnisses Ofer zwischen Ramallah und Beitunia im besetzten Westjordanland einsetzen sollen.
Palästinenser fotografieren einen Flugzettel, den israelische Streitkräfte abgeworfen haben, um die Einheimischen zu warnen, dass sie beobachtet werden und sich in keiner Weise für „terroristische Organisationen“ in der Nähe des Militärgefängnisses Ofer zwischen Ramallah und Beitunia im besetzten Westjordanland einsetzen sollen.© AFP | HAZEM BADER

Gilad Shalit: Für den von der Hamas entführten Soldaten ließ Israel 1027 Häftlinge frei

Conrad erinnert an den sogenannten Ahmad-Jibril-Deal von 1985: Damals entließ Israel rund 1100 palästinensische Häftlinge aus dem Gefängnis für die Freilassung von drei israelischen Soldaten, die während des Libanonkriegs 1982 in Gefangenschaft geraten waren. Ein weiteres Beispiel für die Bereitschaft Israels, sehr viele Häftlinge freizulassen, wenn dafür israelische Staatsbürger freikommen, ist der Fall Gilad Shalit.

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#26 Karin Prien über ihre jüdischen Wurzeln - und die Gedanken an eine Flucht nach Israel
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Der israelische Soldat wurde 2006 von der Hamas in Israel entführt und in den Gaza-Streifen verschleppt. Nach fünf Jahren kam Shalit wieder frei: Damals erklärte sich Israel bereit, den Soldaten gegen 1027 palästinensische Häftlinge auszutauschen. „Aufgrund der hohen Zahlen palästinensischer Häftlinge in Israel ergeben sich disproportionale Forderungen nach ihrer Freilassung im Austausch gegen die stets deutlich wenigeren israelischen Geiseln“, analysiert Conrad das Muster.

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Ex-Verhandler: Leidenszeit wird auch nach einer Freilassung nicht vorbei sein

Shalit habe seine fünfjährige Gefangenschaft „unter überwiegend erträglichen Umständen“ verbracht. „Die am 7. Oktober 2023 gewaltsam entführten Geiseln haben vielfach neben einem entbehrungsreichen Leben im Untergrund ein wesentlich brutaleres und menschenverachtendes Verhalten ihrer Entführer erleiden müssen, wie ja aus vielfachen Zeugenaussagen Betroffener bereits offenkundig geworden ist“, sagt der Ex-BND-Agent. „Die schreckliche Leidenszeit der Geiseln wird auch nach ihrer zu erhoffenden Befreiung daher noch lange nicht vorbei sein.“

Dieser Artikel erschien erstmals im Januar 2025 und wurde zuletzt am 13. Oktober 2025 aktualisiert.

fmg