• Carsten Linnemann ist designierter Gesundheitsminister und einflussreicher Christdemokrat
  • Frau, privat, Beruf: Was ist über Linnemann bekannt?
  • Die wichtigsten Infos im Steckbrief

„Es geht nicht“, diesen Satz will Carsten Linnemann nicht mehr hören. Als CDU-Generalsekretär hat er viel beigetragen zum Wahlsieg seiner Partei bei der Bundestagswahl 2025. Er will Lösungen finden, beschreibt sich dabei selbst als „stur, aber immer herzlich“. Nun wird er neuer Gesundheitsminister und folgt auf Nina Warken, die ins Kanzleramt wechselt.

Carsten Linnemann: Das Wichtigste zu seinem Werdegang

Carsten Linnemann wurde am 10. August 1977 als Sohn von römisch-katholischen Buchhändlern in Paderborn geboren. Dort legte er 1997 sein Abitur ab. Direkt danach leistete er einen einjährigen Wehrdienst in Augustdorf, einer Gemeinde in Nordrhein-Westfalen. Nach dem Abitur und dem Wehrdienst arbeitete Linnemann zunächst für ein Jahr in der Buchhandlung seiner Eltern, bevor er seine akademische Laufbahn fortsetzte.

  • Ausbildung: Im Jahr 1992 nahm Linnemann ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Fachoberschule der Wirtschaft in seiner Heimat Paderborn auf und schloss es 2002 als Diplom-Kaufmann ab. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Makroökonomie der Technischen Universität Chemnitz tätig, wo er 2006 in Volkswirtschaftslehre promovierte.
  • Beruf: Nach seiner Promotion fing er noch im selben Jahr an, als Volkswirt bei der Deutschen Bank Research sowie als Assistenz des Chefökonomen der Deutschen Bank, Prof. Norbert Walter, zu arbeiten. Von 2007 bis 2009 setzte er seine Karriere als Volkswirt bei der IKB Deutsche Industriebank in Düsseldorf fort, wo er sich auf die Bereiche Konjunktur und Mittelstand spezialisierte.
  • Privatleben: Über Linnemanns Privatleben ist nur wenig bekannt. Er ist zwar verheiratet, hält sein familiäres Umfeld jedoch weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Zu seinen Hobbys gehören Skat, Fußball und Joggen. „In Schwaney und Paderborn bin ich auch heute noch zu Hause. Hier leben meine Familie und Freunde“, betont er auf seiner Website.

Auch interessant

Carsten Linnemanns Weg in die Politik

Linnemann war schon in seiner Jugend politisch aktiv: Von 1997 bis 2001 war er Vorsitzender der Jungen Union Egge. Seit 2009 ist Carsten Linnemann Mitglied des Deutschen Bundestages, wo er den Wahlkreis Paderborn vertritt. Schon früh setzte er seinen politischen Fokus auf den Mittelstand: 2009 trat er dem Parlamentskreis Mittelstand (PKM) der CDU/CSU-Fraktion bei. Von 2009 bis 2013 war er stellvertretender Vorsitzender der Jungen Gruppe der Fraktion.

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann© Getty Images | Maja Hitij

2013 wurde Linnemann Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), die ihn im Oktober 2013 mit 71,1 Prozent zum Vorsitzenden wählte. Seitdem ist er auch Mitglied des CDU-Bundesvorstands. Außerdem war er stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Wirtschaft, Mittelstand und Tourismus (2018–2021).

Zwischen 2022 und 2024 war Linnemann stellvertretender Parteivorsitzender der CDU und übernahm als Leiter der Programm- und Grundsatzkommission eine Schlüsselrolle bei der Ausarbeitung des neuen Grundsatzprogramms. Im Juli 2023 wurde er von Merz zum neuen Generalsekretär der CDU ernannt – ein Amt, das ihm ermöglicht, die Weichen der Partei neu zu stellen und den politischen Kurs maßgeblich mitzugestalten.

Auch interessant

Carsten Linnemann: Für diese Themen setzt er sich ein

Carsten Linnemann ist seit vielen Jahren in der Politik aktiv und vertritt konservative, wirtschaftsliberale Positionen.

  • Wirtschaft: Linnemann stellt sich klar gegen neue Schulden und fordert stattdessen Wirtschaftsimpulse. „Neue Schulden, die die Inflation anheizen, sind mit der CDU nicht zu machen“, sagte er 2024 im „Bericht aus Berlin“. Bereits im Sommer 2023 sprach sich Linnemann dafür aus, Überstunden steuerlich zu begünstigen.
  • Aktiv-Rente: Angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland stellte Linnemann 2024 ein neues Konzept der Aktiv-Rente vor, das die älteren Menschen in das Arbeitsleben zurückholen sollte. Mit einem steuerfreien Einkommen von bis zu 2000 Euro pro Monat möchte er das Arbeiten im Rentenalter attraktiver machen.
  • Migration: Beim Thema Migration setzt der CDU-Generalsekretär sich für einen härteren Kurs ein. Linnemann plädiert für eine Verschärfung des deutschen Asyl- und Aufenthaltsrechts und forderte Ende 2024 die Abschaffung des Aufenthaltsrechts für Asylbewerber, die wiederholt straffällig geworden sind. Darüber hinaus spricht er sich für Abkommen mit Drittstaaten aus, in die Straftäter abgeschoben werden sollen, falls eine Rückführung in ihr Herkunftsland nicht möglich ist.
  • Bürgergeld: 2024 plädierte Linnemann für die Streichung des Bürgergeldes für diejenigen, die nicht bereit sind, eine Arbeit anzunehmen. Kürzungen beim Bürgergeld hält der Politiker für unzureichend. „Leistungskürzungen um zehn, 20 oder 30 Prozent reichen da nicht. Dann muss die Grundsicherung komplett gestrichen werden“, sagte er im Interview mit unserer Redaktion. Besonders kritisch sieht er das Bürgergeld im Zusammenhang mit ukrainischen Geflüchteten: „Es fehlen ganz klar Anreize für eine rasche Arbeitsaufnahme.“
CDU Winterklausur
Carsten Linnemann während der Klausurtagung des CDU-Bundesvorstandes am 10.01.2025 in Hamburg.© FUNKE Foto Services | Roland Magunia

Carsten Linnemann: Kritik an seinen Äußerungen

Linnemanns Forderungen nach der Abschaffung des Bürgergeldes stießen immer wieder auf heftige Kritik – auch aus den Reihen des Sozialflügels seiner eigenen Partei. Ebenso wurde seine zunehmende Fokussierung auf die Migrationspolitik als zu einseitig betrachtet. Der stellvertretende Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Dennis Radtke, sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „Wir dürfen uns als Union thematisch nicht eindimensional aufstellen.“

Auch das Buch „Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland“ von Linnemann rief hitzige Debatten hervor. 2019 stellte die NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler in der „Rheinischen Post“ viele der Thesen infrage, die der CDU-Generalsekretär in seinem Werk vertritt. Sie kritisierte, dass seine Argumentation schwach sei und der Begriff „politischer Islam“ nicht ausreichend definiert werde.

Auch interessant

Kritik folgte auch auf Linnemanns Forderung nach einem neuen „Register für psychisch kranke Gewalttäter In einem Interview mit dem „Deutschlandfunk“ vom 30. Dezember 2024 sagte er im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt: „Wir haben große Raster angelegt für Rechtsextremisten, für Islamisten, aber offenkundig nicht für psychisch kranke Gewalttäter.“ Wie das ZDF berichtet, sorgte diese Äußerung für erhebliche Aufregung bei Verbänden und Betroffenen. Die Depressionsliga kritisierte Linnemann scharf und warf ihm vor, mit seiner Forderung psychisch Kranke pauschal zu stigmatisieren.

An die Adresse der gesetzlichen Krankenversicherung, für die er künftig zuständig ist, sagte Linnemann einmal: «Ich finde, zehn Krankenkassen in Deutschland reichen.»