• Philipp Amthor ist eines der bekanntesten Gesichter seiner Partei
  • Der CDU‑Politiker ist mittlerweile Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit
  • Was sind die wichtigsten Stationen seiner Karriere? Der Überblick im Steckbrief

Philipp Amthor zählt zu den bekanntesten Gesichtern einer jungen Generation in der CDU. Mit pointierten Reden, konservativen Positionen und einem steilen Aufstieg in der Partei machte Amthor schnell auf sich aufmerksam. 2017 zog er als einer der jüngsten Abgeordneten in den Bundestag ein.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Doch der Höhenflug geriet bald ins Stocken: Ein Lobbyismus-Skandal rund um ein US-Start-up brachte Philipp Amthor politisch erheblich unter Druck. Inzwischen bekleidet er wieder mehrere wichtige Funktionen: Seit dem 29. Juli 2026 ist er Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit beim Bundeskanzler.

Auch in seiner Heimat Mecklenburg-Vorpommern hat Amthor eine neue Rolle übernommen. Zuletzt sorgte sein Auftritt in der ZDF‑Doku-Serie „Inside CDU“ für Aufsehen, in dem er sich auf der Terrasse seines neuen Büros einen Strandkorb aufstellen ließ. Was gibt es über den CDU-Politiker zu wissen?

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Philipp Amthor: Die wichtigsten Infos zum CDU-Politiker im Steckbrief

NamePhilipp Amthor
Geburtsdatum10. November 1992
AmtBundestagsabgeordneter, Staatsminister für die Bund-Länder-Zusammenarbeit im Kanzleramt
ParteiCDU
Parteimitglied seit2008
Ausbildung/BerufJurist
FamilienstandLedig
WohnortUeckermünde (Mecklenburg-Vorpommern)

Philipp Amthor: Herkunft, Freundin, Wohnort – das Wichtigste zu seinem Privatleben

Philipp Amthor wurde am 10. November 1992 in Ueckermünde, Mecklenburg-Vorpommern, geboren. Da sein Vater die Familie schon früh verließ, wuchs Amthor in Torgelow bei seiner alleinerziehenden Mutter auf, die als Coach in einem Callcenter arbeitete. In seiner Kindheit verbrachte Amthor viel Zeit bei seinen Großeltern. 2011 machte er das Abitur am Greifen-Gymnasium in seinem Geburtsort.

  • Ausbildung: Philipp Amthor studierte von 2012 bis 2017 Rechtswissenschaften an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, gefördert durch ein Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung. Das Studium schloss er mit Prädikat ab. Seither ist er als Jurist tätig. Aktuell promoviert er im Bereich Rechtswissenschaft.
  • Freundin: Im Sommer 2024 machte Amthor die Beziehung zu seiner Freundin Carlotta Voß öffentlich. Die promovierte Althistorikerin ist ebenfalls CDU-Mitglied.
  • Beruf: Während und nach seinem Studium arbeitete Amthor für verschiedene Abgeordnete im Bundestag und im Landtag Mecklenburg-Vorpommern. 2017 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Greifswald sowie Mitarbeiter einer Wirtschaftskanzlei in Berlin.
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Philipp Amthor in der CDU: Die wichtigsten Stationen seiner Karriere

Seit 2008 ist Philipp Amthor Mitglied der CDU. Er engagierte sich früh in der Jungen Union, war von 2012 bis 2018 Kreisvorsitzender der Jungen Union Vorpommern-Greifswald und anschließend Bundesschatzmeister der Jungen Union Deutschlands (2018–2022). In der CDU Mecklenburg-Vorpommern war Amthor von 2017 bis 2022 Vorsitzender des Stadtverbandes Ueckermünde und von 2022 bis 2025 Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Vorpommern-Greifswald. Zwischen 2024 und 2025 war er Generalsekretär der CDU Mecklenburg-Vorpommern. Seit 2024 gehört er dem CDU-Bundesvorstand an und ist Mitgliederbeauftragter der Bundespartei. 2026 wurde er in diesem Amt bestätigt.

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Philipp Amthor zog 2017 im Alter von 24 Jahren erstmals in den Bundestag ein. Bei den Bundestagswahlen 2021 und 2025 gelangte er über die CDU-Landesliste Mecklenburg-Vorpommern ins Parlament. Seit 2021 ist er Vorsitzender der CDU-Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern und Mitglied des Fraktionsvorstandes der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von 2021 bis 2025 war er Fachsprecher der Fraktion für Staatsorganisation und Staatsmodernisierung.

Im Mai 2025 wurde Amthor Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung. Im Juni 2026 wurde er zu einem der stellvertretenden Landesvorsitzenden der CDU Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Sein Amt als Parlamentarischer Staatssekretär übte Amthor bis Juli 2026 aus. Seit dem 29. Juli 2026 ist er Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit beim Bundeskanzler und damit im Kanzleramt für die Zusammenarbeit zwischen Bundesregierung und Ländern zuständig.

Sein exaktes Gehalt ist nicht öffentlich einsehbar. Eine Aufschlüsselung aus dem Jahr 2023 gibt aber einen groben Anhaltspunkt: Demnach bezogen Staatsminister bzw. Parlamentarische Staatssekretäre inklusive Zuschlägen und Dienstwagenentschädigung gut 13.000 Euro monatlich. Hinzu kommt seine Diät als Abgeordneter in Höhe von 11.833,47 Euro, die aber aufgrund seines neuen Amtes anteilig gekürzt wird.

Im September 2026 übernahm Amthor eine weitere wichtige Rolle in seiner Heimat: Nach dem Rücktritt des bisherigen CDU-Landesvorsitzenden Daniel Peters infolge des verpassten Wiedereinzugs der Partei in den Schweriner Landtag führt Amthor die CDU Mecklenburg-Vorpommern kommissarisch. Er soll die Landespartei bis zu einem für Anfang 2027 geplanten Landesparteitag führen.

Philipp Amthor: Für welche Themen setzt sich der Politiker ein?

Amthor zählt sich zum konservativen Flügel der CDU. Er setzt sich besonders für eine Modernisierung des Staates und eine Vereinfachung der Bürokratie ein. Als Fachsprecher für Staatsorganisation der CDU/CSU-Bundestagsfraktion fordert er, die Verwaltung effizienter zu gestalten und bürokratische Hürden abzubauen. Dazu sagte er in einem Interview: „Wir wollen den Staat nicht als Lehrmeister, der meint, uns bevormunden zu müssen. Im Gegenteil: Wir wollen den Staat als modernen Dienstleister.“ Zu seinen weiteren politischen Schwerpunkten gehören:

  • Innenpolitik: Amthor setzt sich für einen starken, handlungsfähigen Staat ein und fordert eine konsequente Sicherheitspolitik. Beispielsweise befürwortet er einen Nationalen Sicherheitsrat: „Deutschland steht derzeit vor einer beispiellosen Gleichzeitigkeit von Krisen und zunehmender Ressourcenkonkurrenz. Um diesen Herausforderungen effektiv zu begegnen, benötigen wir einen Nationalen Sicherheitsrat.“
  • Umgang mit der AfD: Amthor fordert eine stärkere inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD statt einer rein taktischen Abgrenzung. Den Begriff der „Brandmauer“ hält er für missverständlich. Zugleich betont er, dass für die CDU keine Zusammenarbeit und keine gemeinsamen Anträge mit der AfD infrage kämen. Auch die CDU Mecklenburg-Vorpommern schloss im Landtagswahlkampf 2026 eine Zusammenarbeit mit der AfD aus.
  • Klimaschutz: In Bezug auf die Klimapolitik verteidigte Amthor den Kurs der Union und kritisierte staatliche Eingriffe in private Lebensbereiche. In einer Debatte mit Luisa Neubauer betonte Amthor die Bedeutung marktwirtschaftlicher Lösungen und warnte davor, den wirtschaftlichen Wohlstand bei der Umsetzung von Klimazielen zu gefährden: „Es kann nicht sein, dass der Staat in private Lebensbereiche eingreift und der Wirtschaft ihre Zukunftsperspektiven wegnimmt.“
Philipp Amthor beim Requiem für Papst Franziskus
Philipp Amthor hat in den vergangenen Jahren mehrere politische Spitzenämter übernommen. Seit Juli 2026 ist er Staatsminister im Kanzleramt.© Michael Kappeler/dpa-pool/dpa | Michael Kappeler

Philipp Amthor: Erfolge und Kontroversen

Philipp Amthor hat sich im Bundestag unter anderem für die Einführung des „Digitale-Versorgung-Gesetzes“ (DVG) stark gemacht. Dieses wurde 2019 verabschiedet. Ziel dieses Gesetzes war es, die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben und den Zugang zu digitalen Gesundheitsdiensten zu erleichtern. Das Gesetz ermöglicht unter anderem, dass Patientinnen und Patienten digitale Gesundheitsanwendungen wie Apps auf Rezept erhalten können, um ihre Gesundheit zu überwachen und zu verbessern.

2020 geriet Amthor bundesweit in die Kritik, als bekannt wurde, dass er für das US-Start-up Augustus Intelligence Lobbyarbeit betrieben hatte – unter anderem mit einem Brief auf Bundestagspapier an den damaligen Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Im Gegenzug ließ er sich Reisen finanzieren und erhielt einen Posten sowie Aktienoptionen im Unternehmen. Nach öffentlichem Druck und parteiinterner Kritik erklärte Amthor seine Tätigkeit für beendet und verzichtete sowohl auf seine Kandidatur für den CDU-Landesvorsitz als auch auf sein Engagement in einem Bundestagsausschuss.

Im Sommer 2021 wurde zudem bekannt, dass TikTok auf Amthors Vermittlung hin ein Musikfestival in seinem Wahlkreis mit 2.500 Euro unterstützen sollte – über Kontakte zum damaligen TikTok-Cheflobbyisten Gunnar Bender. Die finanzielle Zuwendung zahlte TikTok im Herbst 2020 an die Organisatoren des Festivals. Zudem wurde eine geplante Sponsoringvereinbarung zwischen TikTok und der Jungen Union bekannt, bei der die Technikkosten für ein Livestreaming-Event erstattet werden sollten. Diese Transaktion kam jedoch nicht zustande. Amthor, der zu dem Zeitpunkt JU-Bundesschatzmeister war, betonte, er habe von der Transaktion nichts gewusst.

Im Juli 2021 geriet Amthor zudem in die Kritik, als ein Foto publik wurde, das ihn bei einem Pferdefestival in Mecklenburg-Vorpommern neben einem Mann zeigte, der ein T-Shirt mit der Aufschrift „Solidarität mit Ursula Haverbeck“ trug – einer verurteilten Holocaustleugnerin. Amthor distanzierte sich umgehend und erklärte über Instagram, er hätte für das Bild keinesfalls posiert, wenn er die Aufschrift gesehen hätte.

Eine weitere Kontroverse entstand während der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD im Frühjahr 2025. In der von Amthor für die Union mitgeleiteten Arbeitsgruppe wurde vorgeschlagen, das Informationsfreiheitsgesetz in seiner bisherigen Form abzuschaffen – jenes Gesetz, das zur Aufdeckung seiner Augustus-Verbindungen beigetragen hatte. Im endgültigen Koalitionsvertrag setzte sich die ursprüngliche Forderung nach einer Abschaffung allerdings nicht durch: Vereinbart wurde stattdessen, das Informationsfreiheitsgesetz in seiner bisherigen Form zu reformieren.