Vor mir liegt die reguläre Erstausgabe der TLZ vom 24. September 1945. Die Titelseite und die Seite 2 widmen sich der Lage in Thüringen, einem Prozess gegen Naziverbrecher, der schwierigen Ernährungslage in Frankreich, der Forderung nach einer Bodenreform und dem verbrecherischen Hermann Göring, der in Nürnberg vor Gericht gestellt wird.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Und dann die Seite 3: Hier kommen die größten Lettern zum Einsatz für die Überschrift, die die Ukraine als großes, schönes und reiches Land würdigt. Der Autor, dessen Name leider nicht überliefert ist, schreibt von einer Ukraine, die von ihren Bürgern voll Sehnsucht und Wehmut geliebt werde.

Von den dortigen Verheerungen ist andeutungsweise als Spuren des Krieges die Rede, es wird nur zwischen den Zeilen klar, was den Menschen dort widerfahren sein muss, wenn etwa die Heimatliebe von jungen Ukrainern gewürdigt wird, die der Autor in ihrer seelischen Not in Konzentrationslagern erlebt hat.

War der Autor selbst dort inhaftiert? Was verbindet ihn mit der Ukraine? All das kann nicht beantwortet werden. Aber es scheint ihm und denen, die diese Erstausgabe gestaltet haben, ganz wichtig gewesen zu sein, die Ukraine hervorzuheben. Denn dann geht es um die „Ungeheuren Verbrechen an der Sowjetunion“, wobei hier die Sowjetunion nicht mit Russland gleichgesetzt wird. Zwei Seiten umfasst das Kommuniqué.

Die Schäden werden deutlich benannt – von der Zerstörungswut der Nazis bis hin zu dem menschlichen Leid, das mit der Wehrmacht in Verbindung stand. Es ist von „faschistischen deutschen Eindringlingen“ die Rede, aber auch davon: „Die deutsche Regierung hat vorsätzlich die niedrigsten und tierischen Instinkte bei den Soldaten und Offizieren der deutschen Wehrmacht entfesselt.“ So deutlich wurde das in der Zwischenzeit selten gesagt …