Karen Farisai Mukwasi aus Simbabwe erhält den diesjährigen Menschenrechtspreis der Stadt Weimar. Der Stadtrat hatte dem Vorschlag des Vergabebeirats zugestimmt.

Schutz vor Gewalt und Dokumentation von Gewalt an Frauen

Karen Farisai Mukwasi arbeitet seit 15 Jahren für die Rechte simbabwischer Frauen. So will sie besonders jüngere Frauen zum Thema Belästigung im Internet und in digitaler Sicherheit aufklären. 2018 gründete sie mit Kollegen die Plattform „PADA“. Dort werden nach Angaben der Stadt Weimar digitale Kampagnen zur Sicherheit von Frauen entwickelt und veröffentlicht, Schulungen und Lehrgänge zur Verbesserung der Wirksamkeit von Interessenskampagnen zu Frauenrechten durchgeführt.

Preisträgerin kämpft auch für Arbeitsrechte

Ihre Erfahrungen in der Filmbranche nutzt Karen Farisai Mukwasi, um Fälle von Gewalt gegen Frauen zu dokumentieren. Außerdem arbeitet sie als Koordinatorin in der Lehrergewerkschaft Amalgamated Rural Teacher’s Union of Zimbabwe. Diese setze sich vor allem für die Arbeitsrechte von Lehrern und Lehrerinnen und eine höhere Bildung im ländlichen Raum ein, wofür die Mitglieder regelmäßig unter dem Verdacht des Regimesturzes verklagt werden.

Seit vier Jahren im Fokus der Staatssicherheit

Karen Farisai Mukwasi geriet 2020 erstmals in den Fokus der Staatssicherheit, weil sie Opfer der sogenannten Treibstoff-Unruhen aus Harare interviewte und deren Berichte über Vergewaltigungen, körperliche Gewalt und Zerstörung ihres Eigentums mit der Kamera dokumentierte. Sie startete ein Hilfsprogramm für die Überlebenden und organisierte medizinische Unterstützung und Rechtsberatung. Sie und ihre Mitstreiter wurden nach Informationen der Stadt festgenommen und unter Druck gesetzt, die Namen der Opfer preiszugeben, was die Anwälte verhindern konnten. Seitdem werde Weimars nächste Menschenrechtspreisträgerin immer wieder schikaniert, bedroht und überwacht. Trotz ständiger Bedrohung führe sie ihren Kampf um soziale Gerechtigkeit bei „PADA“ und in der Lehrergewerkschaft weiter.

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Der Weimarer Menschenrechtspreis würdigt das herausragende Engagement der 43-jährigen Mutter zweier Kinder und soll zu ihrer persönlichen Sicherheit beitragen. Der Vorschlag wurde von der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte eingereicht.

Die Geschäftsführerin der Stiftung, Martina Bäuerle, überbrachte die freudige Nachricht aus Weimar persönlich, worauf Karen Farisai Mukwasi mit folgenden Worten reagierte: „Ich fühle mich geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten. Sie zeigt mir, wie wichtig meine Arbeit als Aktivistin für Arbeitsrechte ist. Ich widme diese Auszeichnung jeder simbabwischen Frau, die für ihre Freiheit und die anderer simbabwischer Frauen kämpft. Ich bin der Stadt Weimar und der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte dankbar, dass sie meinen Weg unterstützen.“

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Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Außerdem erhält die Preisträgerin als künstlerische Beigabe einen Pokal des Weimarer Künstlers und Weimar-Preisträgers Walter Sachs.

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Die 31. Verleihung des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar steht unter der Schirmherrschaft von Gundula Gause und wird am 6. Dezember stattfinden.

Insgesamt wurden 15 Nominierungen für den diesjährigen Menschenrechtspreis eingereicht. Die Vorgeschlagenen kommen aus Deutschland, Polen, Russland, Belarus, der Ukraine, Ecuador, Kuba, Kolumbien, den Philippinen, dem Sudan, Pakistan, Iran, Palästina und Israel. red