Susan Monarez, die neue Direktorin der amerikanischen Gesundheitsbehörde, soll nach weniger als einem Monat im Amt wieder gehen. Das hat das Weiße Haus am Mittwoch (Ortszeit) bekannt gegeben und teilte mit, Monarez stimme „nicht mit der Agenda des Präsidenten“ Donald Trump überein.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Zuvor hatte sich die Forscherin für Infektionskrankheiten mit dem US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. überworfen. Kennedy gilt als Impfskeptiker. Berichten der „Washington Post“ zufolge hatte Kennedy die Behördenchefin unter Druck gesetzt, zurückzutreten. Sie hatte sich geweigert, Kennedys Impf-Reformen zu unterstützen.
Zu diesem Zeitpunkt kündigten vier weitere Mitarbeiter des „Centers for Disease Control and Prevention“ (CDC) geschlossen. „Viele fühlten sich gezwungen, ihre Jobs, die sie liebten, aufzugeben, weil die Politik ihnen keine Wahl ließ“, erklärte die Gewerkschaft AFGE, die mehr als 2000 Beschäftigte der Behörde vertritt.
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Chefin der US-Gesundheitsbehörde aktiviert Anwälte
Doch Monarez möchte nicht gehen, wie ihre Anwälte erklärten. Sie werde die Entlassung nicht annehmen. „Als eine vom Präsidenten ernannte, vom Senat bestätigte Beamtin kann sie nur der Präsident selbst entlassen“, erklärten sie. Die Entlassung sei rechtlich deshalb „unzureichend“. Wie die „New York Times“ berichtete, erklärten die Anwälte von Monarez, die Situation der Direktorin stehe symbolisch für größere Probleme.
„Es geht um die systematische Demontage öffentlicher Gesundheitseinrichtungen, das Schweigen von Experten und die gefährliche Politisierung der Wissenschaft“, schrieben zwei von Monarez Anwälte der „New York Times“ zufolge. „Der Angriff auf Dr. Monarez ist eine Warnung an alle Amerikaner: Unsere evidenzbasierten Systeme werden von innen heraus untergraben.“
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Ehemaliger Mitarbeiter: „Genug ist genug“
Kritische Worte fanden auch die ehemaligen Beamten der Behörde, die eigenständig zurückgetreten waren. Einer von ihnen war Demetre Daskalakis, der die Abteilung für Immunisierung und Atemwegserkrankungen leitete. „Genug ist genug“, teilte er im Onlinedienst X mit. Die US-Regierung nutze die Behörde als „Werkzeug für Richtlinien und Maßnahmen, die nicht der wissenschaftlichen Realität entsprechen und der öffentlichen Gesundheit schaden, anstatt sie zu verbessern“.
Außerdem trat US-Medienberichten zufolge die medizinische Chefbeamtin Debra Houry zurück. Das Gleiche galt demnach für den Chef der Abteilung für neu aufkommende Krankheiten und Infektionen, die von Tieren übertragen werden, Daniel Jernigan.
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Gesundheitsminister und Behörde im Clinch
Seit seinem Amtsantritt hat Gesundheitsminister Kennedy unter anderem den Zugang zu Corona-Impfstoffen beschränkt und die Gelder für die Entwicklung neuer Impfstoffe zusammengestrichen. Die Maßnahmen werden innerhalb der US-Gesundheitsbehörden und von unabhängigen Experten scharf kritisiert.
Anfang August hatte ein Mann in der Nähe des Hauptsitzes der CDC-Behörde in Atlanta einen Polizisten erschossen. Der mutmaßliche Angreifer hatte Medienberichten zufolge zuvor seine Corona-Impfung für eine nicht näher beschriebene Krankheit verantwortlich gemacht.
Hunderte Angestellte und ehemalige Beschäftigte der Gesundheitsbehörde hatten Kennedy in einem offenen Brief daraufhin vorgeworfen, die Mitarbeiter mit Falschinformationen über Impfungen in Gefahr zu bringen. Kennedy fiel in der Vergangenheit mit Aussagen auf, in denen er behauptete, Impfungen würden Autismus hervorrufen. Das konnten Wissenschaftler widerlegen.
emi/AFP










