Die neueste Erntebilanz lässt aufatmen: In diesem Jahr konnte deutlich mehr Weizen und Gerste angebaut werden als in den Vorjahren. Auch die Erntequalität fiel überdurchschnittlich gut aus. Betrachtet man die Branche jedoch genauer, fällt auf: Von dem hohen Ertrag in diesem Jahr sollte man sich nicht täuschen lassen. Im Gegenteil, der Schein trügt.

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Grund ist ein Widerspruch, der sprachlos macht: Obwohl weltweit so viel Getreide wie nie zuvor geerntet wird, bangen unsere Bauern um ihre Betriebe. Im Mittelpunkt des Problems: Auf dem Markt herrscht ein Überangebot, das die Preise fallen lässt. Die Folge: gnadenlos niedrige Preise für Qualitätsweizen.

EU-Subventionspläne: Todesurteil für Thüringer Bauern

Damit wird klar: Nicht nur regionale Extremwetterereignisse können für Landwirte existenzbedrohend werden, sondern auch die Weltmarktpreise. Hinzu kommt die ohnehin prekäre Lage der Bauern. Die Folgen des Klimawandels werden immer härter, ebenso wie die Unsicherheiten bei den Weltmarktpreisen und die Unterstützung durch die Politik.

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Das beste Beispiel sind die Pläne der EU-Kommission, die vorsehen, die jährlichen Subventionen für landwirtschaftliche Betriebe ab einer bestimmten Größe zu deckeln. Für viele Thüringer Betriebe wäre das das Todesurteil. Dass sich die Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) auf der Erntebilanzpressekonferenz in der Erzeugergenossenschaft Neumark in Berlstedt im Weimarer Land dagegen ausgesprochen hat, ist daher ein überlebenswichtiges Zeichen.