Der ehemalige thüringische Ministerpräsident und aktuelle Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (69/Die Linke) hat sich für eine neue deutsche Nationalhymne und eine Abstimmung über die Farben der schwarz-rot-goldenen Landesflagge ausgesprochen. Er kenne viele Ostdeutsche, die „die Nationalhymne aus vielerlei Gründen nicht mitsingen. Ich würde daher tatsächlich gerne die Kinderhymne von Bertolt Brecht zur Abstimmung stellen“, sagte Ramelow der „Rheinischen Post“ (Freitag). 

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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„Die Kinderhymne hat einen wunderbaren Text. Über die Passage, dass ein besseres Deutschland blühe, könnten wir Zugang zu einer gesamtdeutschen Hymne finden, die wir alle zusammen mit Freude singen könnten“, betonte der Linken-Politiker. Er selbst singe die aktuelle Hymne allerdings „mit Begeisterung“ mit, weil er sie einordnen könne.

Die Kinderhymne ist ein Gedicht Brechts aus dem Jahr 1950. Hanns Eisler hat es im Herbst desselben Jahres vertont. Der einflussreiche Dramatiker und Lyriker hatte die Hymne bewusst als Gegenstück zum Deutschlandlied verfasst. Die Nationalsozialisten hatten davon nur die erste Strophe singen lassen, gefolgt vom Horst-Wessel-Lied. Brecht betrachtete das Deutschlandlied durch den Ersten Weltkrieg und das Dritte Reich als korrumpiert. Die dritte Strophe des Lieds ist aktuell die deutsche Nationalhymne („Einigkeit und Recht und Freiheit“).

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Ramelow fordert auch Abstimmung über Flagge

Ramelow forderte gleichzeitig auch eine Abstimmung über die Flagge der Bundesrepublik Deutschland. „Ich weiß, dass Schwarz-Rot-Gold die Absage an totalitäre Strukturen ist. Viele fremdeln aber auch mit der Nationalfahne“, sagte er. 

„Ich würde das alles mit Artikel 146 zur Abstimmung stellen wollen, der ja besagt, dass das Grundgesetz seine Gültigkeit verliert, sobald eine neue Verfassung in Kraft tritt, die vom deutschen Volk in freier Entscheidung beschlossen wurde“, erklärte Ramelow.

AFP/dw