War „Bullshit“ schon der Tiefpunkt – oder geht das jetzt noch tagelang so weiter? Und wenn ja, was kommt als Nächstes? Schlammschlacht am Kabinettstisch? Bewerfen sich der Kanzler und seine Minister demnächst mit faulen Eiern? Oder mit Farbbeuteln?

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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„Bullshit“ nennt SPD-Arbeitsministerin Bärbel Bas die Position von Kanzler Friedrich Merz, Deutschland könne sich das Sozialsystem von heute nicht mehr leisten. Merz hatte beim CDU-Landesparteitag in Bonn erklärt: „Wir leben seit Jahren über unsere Verhältnisse.“ Bas konterte das bei einer Juso-Konferenz in Gelsenkirchen mit einem beherzten Griff in den verbalen Mistkübel. Die Debatte, dass wir uns „diesen Sozialstaat finanziell nicht mehr leisten können“, sei Bullshit.

Friedrich Merz und Bärbel Bas: Was soll diese künstliche Eskalation?
Mal ehrlich, muss das sein? Natürlich kann sich ein Land wie Deutschland einen Sozialstaat leisten. Aber um zukunftsfest zu werden, muss es Reformen geben. Das sehen Union und SPD im Prinzip beide so. Und haben das auch in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten. Was soll also diese künstliche Eskalation, diese bewusste Polarisierung, diese platte Niveaulosigkeit?
Fällt Ihnen was auf? Merz bei CDU-Basis in Bonn, Bas bei den Jusos in Gelsenkirchen. Zweimal Nordrhein-Westfalen. Es ist Wahlkampf an Rhein und Ruhr. Die NRW-Kommunalwahl am 14. September ist der erste Stimmungstest für die Regierung. Und es sieht nicht gut aus.

Doch jede Wette: Ende September, wenn auch die Stichwahlen um die Rathäuser entschieden sind, wird der Puls wieder runtergehen. Dann eröffnet sich hoffentlich ein kurzes Zeitfenster für maßvolle Töne und lösungsorientierte Politik. Zumindest bis Anfang März, wenn die nächsten Wahlen anstehen – und der Bullshit-Pegel wieder steigt.





