Er kommt in schickem Blau-Schwarz daher und soll – im militärischen Bereich – fast alles können: der Condor. Das Konzept stammt vom norddeutschen Panzerbauer Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FGG) und soll kommende Woche die Besucher der Rüstungsmesser DSEi in London überzeugen. Nicht mit Äußerlichkeiten, sondern Fähigkeiten. Denn der Condor vereint in einem System gleich zwei davon: die Flugabwehr und die Feuerunterstützung. Das Branchenmagazin „hardpunkt“ berichtete Ende August zuerst über den neuen Panzer aus Deutschland.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Demnach verfügt der Condor über einen neu entwickelten, unbemannten Turm aus tschechischer Entwicklung, der mit einer 30-Millimeter-Maschinenkanone ausgestattet ist. Das Besondere daran ist die sogenannte Doppelgurtzuführung. Zwei verschiedene Munitionstypen können innerhalb kurzer Zeit geladen werden – ideal, wenn es darum geht, sich schnell auf neue Schlachtfeldbedingungen einzustellen.

Auch interessant

So soll der Condor in einem Moment etwa anfliegende Drohnen mittels „Airburst-Munition“ bekämpfen können und dann schnell wechseln, um mit anderer Munition auf Infanterie oder leicht gepanzerte Fahrzeuge zu schießen. Der Condor ist „Flugabwehrkanonenpanzer“ und „Feuerunterstützungspanzer“ in einem, komplett mit modernen Zielerfassungssystemen. Im Turm stecken außerdem ein Raketenwerfer und ein Maschinengewehr, dazu eine Reihe von Aufklärungssystemen, etwa gegen Raketenbeschuss oder das Feuer von Scharfschützen.

Auch interessant

Leopard I: Neuer Turm auf alter Raubkatze

Nicht nur der Turm macht den Condor aber besonders. Die Wanne, also der Teil des Panzers, in dem Motor und Besatzung untergebracht sind, ist ein modernisiertes Leopard-I-Chassis – Recycling alter Bundeswehrpanzer. Das hat mehrere Vorteile.

Auch interessant

Einmal ist der Leopard I eine weitverbreitete Plattform, Ersatzteile für das Fahrgestell sind also schnell verfügbar. Der „Leo“ gilt außerdem als flinker Panzer, der schnell über das Schlachtfeld fährt und dabei ausreichend Schutz bietet. In seiner Ursprungsversion ist er seit Jahren in der Ukraine im Einsatz – also gefechtserprobt.

FFG-Geschäftsführer Jörg Kamper bei „hartpunkt“: „Mit dem Condor konnten wir ein leistungsstarkes und effizientes Flugabwehrsystem auf Basis der einsatzerprobten und verfügbaren Leopard-1-Platform entwickeln. Unser Ziel war es, ein schnell verfügbares System zum notwendigen schnellen Ausbau der Luftverteidigungsfähigkeiten zu realisieren.“

210372_569_210372_cover.jpg
Bundeswehr in Litauen – NATO-Brigade an der Front
Im Krisenmodus
 

Die etwas in die Jahre gekommene Panzerung des Leopard I hat der Hersteller offenbar ausgebaut, vor allem an den Seiten und der – besonders im Drohnenkrieg – verwundbaren Oberseite des Condors. Dazu hat FGG auch das Antriebssystem überarbeitet und eine neue Bremsanlage eingebaut. So ist der Panzer auch nach den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung „uneingeschränkt zulassungsfähig“.

pcl