Sein ehemaliger Leibarzt Ronny Jackson, der heute ein Kongressabgeordneter aus Texas ist, bescheinigte Donald Trump (79) während dessen ersten Amtszeit „perfekte Gesundheit“. Laut Jackson „könnte der Präsident 200 Jahre alt werden, wenn er sich gesund ernährt“. Doch ist Trumps Gesundheitszustand wirklich so einmalig, wie das Weiße Haus der Öffentlichkeit weismachen will?

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Nachdem der Präsident mehrere Tage lang aus dem Rampenlicht verschwunden war, gingen im Internet wilde Gerüchte um, wonach Trump tot sei. Er reagierte mit einer Runde Golf und erklärte, „noch nie im Leben habe ich mich besser gefühlt“. Doch Bilder seiner blau angelaufenen Hände und geschwollenen Knöchel deuten auf Beschwerden hin, die der Präsident und seine Berater offenbar um jeden Preis kaschieren wollen.

Dazu kommen Symptome, die bei Medizinern schon seit geraumer Zeit Misstrauen wecken: Seine Schwerhörigkeit, unerklärliche Versprecher und Probleme beim Entsteigen der Regierungsmaschine Air Force One.

Donald Trump: Razzia in Arztpraxis  

Für Klarheit sorgte kürzlich Trumps ehemaliger Arzt Harold Bornstein. Er erklärte in einem Interview, dass wenige Wochen nach Beginn seiner ersten Amtszeit Mitarbeiter des Präsidenten in seine Praxis eingedrungen seien. Anlässlich des „Razzia-artigen“ Überfalls hätten sie die Akte des Patienten Trump entwendet und darauf bestanden, dass weitere Informationen, die auf einer Festplatte gespeichert sind, gelöscht werden. Erstmals gab Bornstein nun öffentlich bekannt, wie es damals um die Gesundheit des Präsidenten bestellt war.

Demnach habe Trump Antibiotika genommen, um Rosacea zu kontrollieren. Die Hautkrankheit führt zu Rötungen auf der Wange, Nase und Stirn. Zudem hatte er dem Präsidenten Statine verschrieben, um seinen Cholesterinspiegel zu senken. Dazu kam Finasterid, mit dem er Haarausfall verhindern wollte. Auch haben andere Mitarbeiter in der ersten Trump-Administration verraten, dass seine Mitarbeiter während der Corona-Pandemie die Erkrankung des Präsidenten verharmlost hatten.

Offenbar ging es ihm so schlecht, dass Ärzte Trump das starke Steroid Dexamethason verschrieben, das zu Wahnvorstellungen und Aggressivität führen kann.

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Viele kranke Vorgänger  

Unterdessen weisen Trumps Berater durchaus zu Recht darauf hin, dass zahlreiche seiner Vorgänger ihre gesundheitlichen Schwächen unter den Teppich kehrten. So wussten nur die wenigsten von Woodrow Wilsons Schlaganfall. In der Öffentlichkeit war er danach praktisch nie mehr zu sehen.

Bei Präsident Franklin Delano Roosevelt diagnostizierten Ärzte kurz vor seinem 40. Geburtstag eine Polio-Erkrankung. Trotz ausführlicher Behandlung und gründlicher Physiotherapie war er von der Taille bis in die Zehenspitzen gelähmt.

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Roosevelt konnte sich nur in seinem Rollstuhl fortbewegen. Deswegen war er bei öffentlichen Auftritten nur hinter einem Tisch sitzend zu sehen. Und die Rückenschmerzen des 35. Präsidenten John F. Kennedy waren so extrem, dass er ständig unter dem Einfluss von Schmerzmitteln stand. 

Das aktuellste Beispiel ist natürlich Trumps Vorgänger Joe Biden. Er hat während des letzten Jahres im Amt stark abgebaut, was sein Stab ebenfalls lange Zeit verschwieg.

Bei Donald Trump kommt noch das fortgeschrittene Alter hinzu. Zwar behauptete Jackson nach den Spekulationen um Trumps angeblichen Tod, dass dieser „der gesündeste Mensch in der Geschichte der Nation“ sei. Tatsache ist aber, dass es am Ende von Trumps zweiter Amtszeit nur wenige Monate bis zu seinem 83. Geburtstag sein werden. Er wird damit der älteste Präsident in der Geschichte sein. 

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Trumps Altersbeschwerden häufen sich

Dass gesundheitliche Beschwerden sich in dem Alter häufen, ist nach Ansicht von Medizinern nicht nur zu erwarten. Bei einem fast 80-Jährigen mit den Lebensgewohnheiten des Präsidenten sind die Chancen einer ernsthaften Erkrankung deutlich größer als bei älteren Menschen, die einen gesunden Lebensstil pflegen.

Schließlich zählen Big Macs, eine große Tüte Pommes Frites und andere fetthaltige Angebote US-amerikanischer Burgerketten zu den Leibgerichten des Präsidenten.

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Hinzu kommt, dass seine körperlichen Aktivitäten sich auf das Schwingen eines Golfschlägers beschränken. Nach Ansicht von Experten könnte angesichts der ungesunden Diät und dem Mangel an physischer Betätigung sein Zustand deutlich schlechter sein, als seine privaten Ärzte und das Weiße Haus behaupten. 

Kein Bezug zur Realität

Eine andere Frage gilt seiner geistigen und psychischen Verfassung. Zweifel daran begannen während Trumps erster Amtszeit, als er am späten Abend auf Twitter plötzlich das nicht existierende Wort „Covfefe“ stammelte. Seit seinem zweiten Amtsantritt häufen sich aber unerklärliche ebenso wie unverständliche Versprecher. Harry Segal, Assistenzprofessor für Psychiatrie an der Cornell Universität, glaubt, einen rapiden Verfall zu beobachten. 

„Der Hang des Präsidenten zu sogenannter Konfabulation wird immer auffälliger“, sagt Segal. Bei Konfabulation handelt es sich um das unbewusste Erfinden falscher Erzählungen, um zunehmende Gedächtnislücken zu füllen. Der Psychiatrieprofessor Richard Friedman geht deutlich weiter. Er ist fest überzeugt, dass Trumps Geistesschwäche weder von den Medien noch der breiten Öffentlichkeit in vollem Umfang wahrgenommen wird. „Jeder vernünftige und fachkundige Mediziner würde sehr besorgt sein über seine Auftritte und seinen Zustand“, so Friedman.