Der Gillamoos in Abensberg ist mehr als ein Volksfest. Seit Generationen gilt er als Bühne für politische Schlagabtausche – ein Ort, an dem Spitzenpolitiker im Festzelt vor Publikum auftreten, um ihre Anhänger zu mobilisieren und Gegner anzugreifen. Der „politische Frühschoppen“ am Montagvormittag ist dabei der Höhepunkt: Bierkrüge klirren, Blasmusik spielt, und Redner aller großen Parteien liefern kernige Parolen.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Auch an diesem Montag war das nicht anders. CSU, SPD, Grüne, FDP und Freie Wähler schickten ihre prominentesten Vertreter ins Rennen. Im Mittelpunkt stand einmal mehr Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, dessen Auftritt stets mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt wird.
Markus Söder beim Gillamoos: Darth-Vader-Musik sorgt für Aufsehen
Söder versteht es, das Gillamoos zu nutzen. Mit markigen Formulierungen, Schlagabtausch und ironischen Seitenhieben inszeniert er sich gerne als Landesvater im direkten Gespräch mit „seinem“ Volk. Doch in diesem Jahr war es nicht seine Rhetorik, die zunächst für Gesprächsstoff sorgte, sondern die Musik, die seinen Einzug begleitete.
Als der CSU-Chef die Bühne betrat, erklang im Festzelt der „Imperial March“ – die Erkennungsmelodie aus „Star Wars“, die untrennbar mit dem Bösewicht Darth Vader verbunden ist. In den Filmen kündigt sie stets den Auftritt der „dunklen Seite der Macht“ an.
Ein symbolträchtiger, aber unfreiwilliger Fehlgriff: Ausgerechnet der Parteichef der CSU, begleitet von der Hymne eines der wohl bekanntesten Schurken der Filmgeschichte. Viele Besucher bemerkten den Widerspruch im Festzelt zunächst gar nicht, doch ganz konnte er nicht überhört werden.
Exklusive Politik-Hintergründe – für Sie recherchiert
Söder ist großer „Star Wars“-Fan: Ministerpräsident macht Panne zur Pointe
Söder selbst griff das Missgeschick am Ende seiner Rede auf – und verwandelte es in eine Pointe. „Diese Musik gehört zur dunklen Seite der Macht“, sagte er schmunzelnd, „wir sind aber die gute Seite.“
Dass Söder die Anspielung aufgriff, passt zu seiner persönlichen Vorliebe für die Filmreihe. Nach eigenen Angaben ist der Ministerpräsident seit Jahren ein großer „Star Wars“-Fan. Immer wieder hat er in der Vergangenheit öffentlich Bezug auf die Saga genommen. Dass ihm die Musik im Festzelt sofort auffiel, überrascht daher kaum.
mit dpa








