Am Mittwoch demonstrieren in Frankreich zahlreiche Gruppen inmitten der Regierungskrise. Die Proteste richten sich in erster Linie gegen die geplante Sparpolitik der Regierung, einige Gruppen setzen offenbar auch auf Sachbeschädigung und Gewalt. Bereits am Vormittag sind knapp 200 Menschen festgenommen worden. Innenminister Bruno Retailleau sprach von Angriffen auf Polizisten, Sabotageaktionen an Stromkabeln und einem abgebrannten Bus. Es habe etwa 50 Einsätze gegeben, um Blockaden aufzulösen. Die Pariser Polizei teilte mit, dass im Großraum der Hauptstadt 132 Menschen festgenommen wurden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Auf Videos waren Ausschreitungen zu sehen. Medien berichteten von mehreren Straßenblockaden sowie Blockaden an Oberschulen und bei Bus- und Straßenbahndepots. Innenminister Retailleau meinte, es handle sich nicht um eine Bürgerbewegung, sondern die Bewegung sei von Linksextremen vereinnahmt worden.

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Proteste in Frankreich: Dezentral und unübersichtlich

Die Proteste unter dem Motto „Lasst uns alles blockieren“ („Bloquons tout“) richten sich vor allem gegen die seit längerem angekündigten Sparpläne. Die Behörden sind in Alarmbereitschaft, rund 80.000 Sicherheitskräfte sind mobilisiert. Welches Ausmaß die Proteste über den Tag noch annehmen werden, ist ungewiss.

French Protest Groups Stage 'Block Everything' National Strike
Bereits in der Nacht zu Mittwoch gingen mehrere Demonstranten auf die Straße© Getty Images | Tom Nicholson

Unklar ist auch, wer genau ursprünglich hinter dem Aufruf steckt. Die Protestaufforderungen erfolgen dezentral, viele verschiedene Seiten wollen ihrem Ärger Luft machen. Unter anderem Linke, Gelbwesten-Gruppierungen und Gewerkschaften wie etwa die der Eisenbahner riefen zum Protest auf. Die Blockaden erfolgen zwei Tage nach dem Fall der bisherigen Mitte-Rechts-Regierung bei einer Vertrauensfrage und kurz nach der Ernennung des bisherigen Verteidigungsministers Sébastien Lecornu zum neuen Premier.

lro/dpa