Die Forderungen aus Polen sind gigantisch: 1,3 Billionen Euro an Reparationszahlungen verlangt Polens Präsident Nawrocki von Deutschland als Wiedergutmachung für die Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Zu seinem Besuch in Berlin bekräftigte das rechtskonservative Staatsoberhaupt den Billionen-Anspruch – in der Gewissheit, dass er zuhause dafür viel Zustimmung erntet. Genauso gewiss war die Antwort in Berlin: Deutschland kann die Forderung nicht akzeptieren.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Völkerrechtlich ist die Reparationsfrage längst geklärt. Polen hat verzichtet. Zahlt Berlin dennoch, würde eine Lawine weiterer Ansprüche losgetreten. Juristisch ist dieses düstere Kapitel abgeschlossen, moralisch nicht. Bei der Anerkennung der polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges hat Deutschland lange gezögert. Erst jetzt wird es ein Denkmal in Berlin geben, ein Haus der Erinnerung und hoffentlich auch eine Wiedergutmachung für die letzten noch lebenden Opfer der Verbrechen.

Polen: Deutschland sollte nach gemeinsamen Projekten suchen
Bei diesen in die Vergangenheit gerichteten Gesten sollte es aber nicht bleiben, wenn die Bundesregierung das gestörte Verhältnis zu Polen verbessern will: Berlin sollte mit Warschau schnell nach gemeinsamen Projekten in der Zukunft suchen. Die gibt es vor allem angesichts der russischen Bedrohung.
Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert
Das Sicherheitsinteresse verbindet Polen und Deutschland auf neue Weise. Berlin kann bei der militärischen Zusammenarbeit deutlich mehr tun, um Polens Rolle an der Nato-Ostflanke zu stärken. Warschau braucht solche Signale gerade jetzt, da US-Präsident Trump Putins Drohnen-Provokationen kleinredet und die Gefahr für Polen ignoriert. Nun ist Berlin gefragt: Polens Sicherheit ist auch unsere Sicherheit.








