Es ist bereits das zweite Mal, dass das einstige Fridays for Future-Gesicht, Greta Thunberg, gen Gazastreifen aufgebrochen ist. Das Ziel: Mit der „Global Sumud Flotilla“ die israelisch-ägyptische Seeblockade durchbrechen und der hungernden Zivilbevölkerung Hilfsgüter bringen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Doch wie erwartet worden war, scheiterte die Mission. Am Mittwoch hatte die israelische Marine damit angefangen, die selbsternannte Hilfsflotte zu stoppen und die 400-köpfige Besatzung ans israelische Festland zu bringen. Nun wurden duzende pro-palästinensischen Aktivisten aus Israel abgeschoben.

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Wie das israelische Außenministerium am Samstag im Onlinedienst X mitteilte, wurden 137 weitere Aktivisten in die Türkei abgeschoben. Darunter seien Staatsangehörige aus den USA, Italien, Großbritannien, der Schweiz, Jordanien und mehreren anderen Ländern gewesen. Aus türkischen Diplomatenkreisen hieß es, es sollten am Samstag 36 Türken sowie Staatsangehörige aus zwölf weiteren Ländern per Sonderflug in Istanbul eintreffen. 

Nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt befanden sich 14 Deutsche von der „Global Sumud Flotilla“ in Israel in Gewahrsam. Die deutsche Botschaft Tel Aviv stehe mit den deutschen Staatsangehörigen und ihren Angehörigen in Kontakt und betreue sie konsularisch, hieß es aus dem Auswärtigen Amt auf AFP-Nachfrage weiter. Der deutsche Konsul habe sie am Freitag „im Ketsiot Gefängnis im Süden Israels“ besucht.

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Den Angaben zufolge sollen diejenigen, die eine freiwillige Abschiebung abgelehnt haben, innerhalb von 96 Stunden einem Richter vorgeführt werden. „Es ist davon auszugehen, dass diese Personen dann auch nach Deutschland abgeschoben werden“, verlautete aus dem Auswärtigen Amt.

Italiens Außenminister Antonio Tajani hatte zuvor mitgeteilt, dass „eine erste Gruppe von 26 Italienern“ Israel in Richtung Istanbul verlassen werde. Sie seien zum israelischen Luftwaffenstützpunkt Ramon gebracht worden und würden vom südisraelischen Flughafen Eilat starten. Weitere 15 Italiener sollen demnach in den kommenden Tagen einem israelischen Richter vorgeführt und per Zwang abgeschoben werden.

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Die Besatzung der „Global Sumud Flotilla“ war im September mit rund 45 Schiffen von mehreren europäischen Häfen aus in See gestochen. Mitgereist waren neben der schwedischen Klimaaktivistin auch ein Enkel des verstorbenen früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela, Mandla Mandela, und die französisch-palästinensische Europaabgeordnete Rima Hassan von der Linksaußenpartei LFI.

Israel hatte wiederholt deutlich gemacht, dass ein Anlegen der Boote im Gazastreifen nicht erlaubt werde. Ein Angebot Israels, die Hilfsgüter über den israelischen Hafen Aschdod in den Gazastreifen zu bringen, hatten die Organisatoren der Flotte abgelehnt, auch ein ähnliches Angebot Italiens schlugen sie aus. 

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Gemischte Reaktion auf die Aktion

International löste das Vorgehen Israels geteilte Reaktionen aus: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete das Vorgehen der israelischen Marine als „erneuten Beweis für die Brutalität Israels“. Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni kritisierte den Versuch der Aktivisten, den Gazastreifen zu erreichen.

Israel riegelt das Palästinensergebiet vom Meer aus strikt ab. Dies war 2007 nach der Machtübernahme der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas eingeführt worden und wird auch von Ägypten mitgetragen, das im Süden an den Küstenstreifen grenzt. Die Blockade dient auch dazu, Waffenlieferungen an die Hamas zu unterbinden.

daw, afp