Weht bald die Taliban-Flagge in der deutschen Hauptstadt? Das kündigte jedenfalls ein hoher Regierungsbeamter der Afghanen an und verriet Pläne, wonach das Banner des „Islamischen Emirat Afghanistan“ in allen internationalen Vertretungen gehisst werden soll.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Diesen Staat hat bislang nur Russland offiziell anerkannt und nicht nur für Diplomaten und Menschenrechtler ist dieser Gedanke schwer erträglich. Die Taliban sind schließlich ein demokratiefreies, frauenfeindliches Regime, das unter dem Deckmantel der Sharia schwerste Menschenrechtsverletzungen begeht.

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Abschiebungen nach Afghanistan: Es geht um Gefährder und Schwerstkriminelle

Aber bevor die Welle der Empörung ganz hochschlägt, muss eines bedacht werden: Bundesinnenminister Dobrindt verhandelt gerade intensiv mit den Machthabern in Kabul, um afghanische Intensivtäter aus Deutschland abzuschieben. In diesen Verhandlungen geht es nicht um normale Flüchtlinge, sondern um Gefährder und Menschen, die in Deutschland schwerste Verbrechen begangen haben und die als Tätergruppe bei Sexual- und Messerdelikten aus den Statistiken herausragen.

Jörg Quoos ist Chef der Zentralredaktion
Jörg Quoos ist Chef der Zentralredaktion© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Hier wägt der Staat zu Recht ab, was höher zu gewichten ist: Das Risiko für die Straftäter, wenn sie in die Heimat abgeschoben gegen das Risiko der eigenen Bevölkerung, wenn Straftäter in Deutschland bleiben.

In dieser Risikoabwägung ist es ein vergleichsweise kleiner Preis, wenn die Taliban-Flagge über der afghanischen Botschaft weht, aber im Gegenzug die Abschiebung von Schwerkriminellen gelingt.

Internationale Politik ist oft ein Geschäft und wenn ein solcher Deal Deutschland sicherer macht, darf man ihn abschließen. Fahne hin oder her.