In Berlin wurde am Samstag ein syrischer Staatsbürger festgenommen, der im Verdacht steht, einen Anschlag vorbereitet zu haben. Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft wird ihm die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat vorgeworfen. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Der 22-Jährige sitzt nun in Untersuchungshaft. Ein Haftrichter des Amtsgerichts Tiergarten erließ nach einer Vorführung Haftbefehl gegen den Mann, wie die Strafverfolgungsbehörden am Abend mitteilten.
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Bei dem in Neukölln festgenommenen Mann handelt es sich um den 22 Jahre alten Syrer Abdalla R. „Der Mann hat drei Anschriften in Berlin“, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Michael Petzold. „Wie diese zusammenhängen, ist Gegenstand der Ermittlungen.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, der Ideologie des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) folgend die Begehung eines jihadistisch motivierten Anschlags mittels einer selbstgebauten Spreng- oder Brandvorrichtung geplant zu haben, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Zu diesem Zweck soll sich der Beschuldigte bereits mehrere Gegenstände verschafft haben, die für den Bau einer derartigen Vorrichtung geeignet sind, heißt es weiter. Diese Utensilien sowie elektronische Speichermedien konnten im Rahmen von gestern durchgeführten Durchsuchungen an drei Anschriften in Neukölln und Köpenick durch die Einsatzkräfte sichergestellt werden.

An dem Einsatz waren Staatsschutzbeamte und ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Berliner Polizei beteiligt. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Die Ermittlungen zu den Plänen dauern an. Als Nächstes würden die elektronischen Speichermedien und die übrigen Beweismittel, die sichergestellt wurden, ausgewertet, sagte Petzold.
Abdalla R. lebt nach Informationen dieser Redaktion seit 2023 in Deutschland. Wer den ersten Hinweis auf seine mutmaßlichen Anschlagspläne gab, ist zur Stunde noch unklar, die deutschen Nachrichtendienste waren jedoch in den Fall eingebunden. Für die Ermittler war es nach Recherchen dieser Redaktion schwer, Abdalla R. überhaupt zu identifizieren. Bei ähnlichen Fällen in der Vergangenheit hatten die deutschen Sicherheitsbehörden einen Hinweis von ausländischen Geheimdiensten bekommen, oftmals aus den USA, denen durch Internetüberwachungen Bestellungen mutmaßlich für Sprengsätze aufgefallen waren.
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„Dem Mann wird die Vorbereitung einer schweren und staatsgefährdenden Straftat mit dschihadistischen Motiven vorgeworfen“, sagte Petzold. „Er wird noch am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt.“ Weitere Informationen über ein konkretes mögliches Ziel sind derzeit noch nicht bekannt gegeben worden.
Der Mann soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf einer Social-Media-Plattform mehrfach Propaganda der Terrororganisation Islamischer Staat geteilt haben. Dabei gehe es um Lieder oder Hymnen mit dschihadistischem Kontext, die häufig selbst vom „Islamischen Staat“ veröffentlicht würden mit der Aufforderung, sie zu teilen.
Die Festnahme am Samstag erfolgte kurz nach Eröffnung der Winterwelt am Potsdamer Platz am Freitag. Dass ein Weihnachtsmarkt ein Anschlagziel gewesen sei, sei Spekulation, sagte Petzold. „Natürlich gehen die Ermittlungen in alle Richtungen. Und das Ziel muss natürlich rausgefunden werden, aber das ist alles Gegenstand der Ermittlungen.“
Wegner lobt Berlins Polizei – Bundesinnenminister betont hohe Gefährdungslage
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte, der Sachverhalt zeige erneut, „dass wir für die Sicherheit der Menschen in der Hauptstadt im Zusammenwirken der Sicherheitsbehörden sehr wachsam sind“.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner zog nach der Festnahme des Terrorverdächtigen ein erstes positives Fazit der Polizeiarbeit. „Dieser Erfolg zeigt: Unsere Sicherheitsbehörden arbeiten eng und effektiv zusammen, um die Menschen in unserer Stadt zu schützen“, teilte der CDU-Politiker mit. „Die gute länderübergreifende Kooperation hat entscheidend dazu beigetragen, eine ernste Gefahr abzuwenden. Bund und Land handeln entschlossen, um die Sicherheit der Menschen in Berlin zu gewährleisten“, sagte Wegner. „Ich danke der Berliner Polizei für ihren schnellen, professionellen und mutigen Einsatz.“
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt warnte am Sonntagabend vor der Gefahr durch Terrorismus in Deutschland. „Die Festnahme in Berlin zeigt erneut, dass die Gefährdungslage in Deutschland durch den Terrorismus zwar abstrakt, aber dennoch hoch ist. Die Aktivitäten des sich seit 2023 in Deutschland befindlichen Syrers, die auf Anschlagsvorbereitungen hindeuten, wurden rechtzeitig erkannt“, sagte der CSU-Politiker.
mit dpa






