Menschen mit Migrationserfahrung in Europa stehen klar hinter den Grundwerten der Demokratie. Das zeigt eine Untersuchung eines Forschungsteams um Marc Helbling, Soziologe an der Universität Mannheim. Helbling erklärte am Montag, Zugewanderte befürworten zentrale demokratische Prinzipien genauso stark wie Menschen ohne Migrationserfahrung.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Laut Studie schätzen Migrantinnen und Migranten freie Wahlen, gleiche Rechte, Schutz von Minderheiten und unabhängige Gerichte – unabhängig davon, ob sie aus demokratischen oder autoritären Herkunftsstaaten kommen.
Für die Untersuchung nutzten die Forschenden zwei große Datensätze: den „European Social Survey“ mit mehreren zehntausend Befragten aus 30 europäischen Ländern, darunter mehr als 2000 Zugewanderte der ersten Generation, und das deutsche „Integrationsbarometer“ mit rund 15000 Teilnehmenden.
Auch interessant
Studie zeigt: Erfahrung mit Demokratie stärkt Vertrauen in demokratische Werte
Das Team fand nur kleine Unterschiede zwischen Menschen aus stark autoritären Staaten wie Eritrea, Saudi-Arabien oder dem Iran und Zugewanderten aus demokratischeren Ländern wie Indien, der Türkei oder Rumänien. Wer lange in einem autoritären System lebt, zeigt etwas geringere Zustimmung zur Demokratie. Umgekehrt stärkt ein längerer Aufenthalt in demokratischen Ländern das Vertrauen in demokratische Werte. Helbling betonte jedoch, dass diese Unterschiede kaum ins Gewicht fallen.
Eine kleine Minderheit unter den Befragten lehnt die Demokratie ab. Ihr Anteil liegt laut Studie im mittleren einstelligen Prozentbereich – ähnlich wie bei Menschen ohne Migrationserfahrung. Für Helbling zeigt das: Ablehnung demokratischer Werte hängt nicht an der Herkunftsgeschichte. Solche Einstellungen gibt es in allen Teilen der Bevölkerung.
nfz/kna





