In Russland ist ein neues Atom-U-Boot vom Stapel gelaufen, das nach den Wünschen Wladimir Putins das atomare Kräfteverhältnis auf den Kopf stellen soll. Laut dem russischen Verteidigungsministerium wurde die 2018 von Putin angekündigte „Chabarowsk“ am letzten Samstag in der russischen Hafenstadt Sewerodwinsk am Weißen Meer eingeweiht. Die Chabarowsk soll vor allem mit einer zerstörerischen Waffe an Bord den Westen verunsichern: der Unterwasserdrohne Poseidon.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Poseidon wird in russischen Medien sowohl als Torpedo als auch als Unterwasserdrohne bezeichnet. Mit nuklearem Antrieb soll die Poseidon Atomsprengköpfe unter Wasser unbemerkt an ihr Ziel bringen. Das U-Boot Chabarowsk wurde eigens für den Abschuss der Drohnen entwickelt, die auf eine Länge von 20 Meter und ein Gewicht von 110 Tonnen geschätzt werden. Laut Putin gebe es „keine Möglichkeit“, die Drohne abzufangen, die schneller als herkömmliche U-Boote sei und jeden Kontinent der Welt erreichen könne.
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Atom-U-Boot der russischen Marine: Rätsel um Fähigkeiten der Chabarowsk
Laut der von der ukrainischen Regierung betriebenen Plattform „United24“ nahm an der Einweihung der Chabarowsk in Sewerodwinsk auch der russische Verteidigungsminister Andrej Beloussow teil. Demnach sagte Belousov, das Schiff werde „den Schutz der russischen Seegrenzen stärken und seine Interessen in verschiedenen Meeresregionen verteidigen“. Die Chabarowsk müsse allerdings noch eine Reihe von Übungen absolvieren, bevor sie in Dienst gestellt werden könne.
In russischen Medien wird die Chabarowsk als „atomgetriebener Raketen-Kreuzer“ klassifiziert, der Operationen über große Reichweiten ausführen soll. Darüber hinaus gibt es nur wenige Informationen über das auch als „Projekt 09851“ bekannte Atom-U-Boot. Während der Zeremonie in der Schiffswerft war der Heckantrieb des U-Boots teilweise abgedeckt, wohl um seinen genauen Aufbau geheimzuhalten.
Experten schätzen die Länge der Chabarowsk anhand von Fotos auf rund 113 Meter und die Wasserverdrängung auf 9000 Tonnen. Zum Vergleich: Der größte U-Boot-Typ der Welt, die sowjetische Typhoon-Klasse, bringt es bei einer Wasserverdrängung von 48.000 Tonnen auf eine Länge von 175 Meter.
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Atom-Torpedo Poseidon: Radioaktive Tsunamis befürchtet
Die Unterwasserdrohne Poseidon könne in einer Tiefe von einem Kilometer und mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 Knoten, umgerechnet rund 130 km/h unterwegs sein, zitierte die Nachrichtenagentur Tass einen Vertreter aus dem russischen Militär-Industrie-Komplex. Sie wurde demnach erstmals 2018 getestet und kann mit einem nuklearen Sprengkopf bestückt werden.
Laut der „Washington Post“ sagte 2020 Christopher Ford, damals Chef der US-Behörde für für internationale Sicherheit und Waffenkontrolle, dass Poseidon-Raketen so konstruiert seien, dass sie „US-Küstenstädte mit radioaktiven Tsunamis überschwemmen“. Eine Einschätzung, die Experten wegen der wahrscheinlich unzureichenden Stärke der Explosion bezweifeln. Mehre Studien in der Sowjetunion befanden demnach, dass durch Atomwaffen ausgelöste Tsunamis keine realistische Option sei.
Recherchen der „Washington Post“ zufolge befeuern pro-russische Kommentatoren jedoch genau ein solches Szenario, das vor allem Länder wie Großbritannien oder die Vereinigten Staaten bedrohen soll.
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Neues nukleares Wettrüsten der Atom-Mächte
Poseidon ist auch Teil eines neuen atomaren Wettrüstens der Atommächte USA, China und Russland. Während Trump letzte Woche die Wiederaufnahme von Atomwaffentests verkündete, hatte Putin den Abschluss von Tests mit nuklear angetriebenen Marschflugkörpern vom Typ Burewestnik öffentlich gemacht. Die Marschflugkörper verfügen laut Putin über eine „unbegrenzte Reichweite“. US-Präsident Donald Trump hatte die Tests als „nicht angemessen“ bezeichnet. „Er sollte den Krieg (in der Ukraine) beenden“, sagte er. „Das sollte er tun, anstatt Raketen zu testen.“
Der russische Präsident wies wiederum seine Regierung an, die Zweckmäßigkeit möglicher Atomwaffentests zu prüfen. Bei einer Sitzung des Sicherheitsrates beauftragte er die Ministerien für Verteidigung und Äußeres, die Geheimdienste, aber auch die zivilen Ministerien, Informationen zu sammeln. Das geht aus der Mitschrift des Kremls von der Sitzung hervor. Diese Informationen sollten dann in Vorschläge für mögliche Vorbereitungen auf Atomwaffentests münden, sagte Putin.
mit dpa/afp











